King of Campus von Lily Red ist eine heftige Enemies-to-Lovers Romance und der Auftakt ihrer Montreal College Reihe.
Kelsey Cooper ist wenig erfreut, als es vom sonnigen Kalifornien ins wesentlich kältere Montreal geht, wo ihr alleinerziehender Dad der neue Rektor des elitären Montreal College wird. Schon gleich bei ihrer Ankunft wird klar, dass nicht nur das Wetter eisig ist, sondern auch die Begrüßung der Studenten. Matthew Leblanc ist der selbsternannte King of Campus und er hat nicht vor, sich in seiner Regentschaft durch irgendwelche Regeln des neuen Rektors einschränken zu lassen. Er hat jedoch nicht mit Kelsey gerechnet, die sich von seinen Machosprüchen und Pranks nicht einschüchtern lässt, sondern mit gleicher Härte zurückschlägt. Bald dreht sich alles nur noch um ihren persönlichen Krieg gegeneinander, bei dem für alle sehr deutlich ist, dass Hass hier nicht das vorherrschende Gefühl sein kann.
Der Debütroman von Lily Red ist eine College und Sports Romance, die in Kanada spielt. Es wird abwechselnd aus den Perspektiven von Kelsey und Matt erzählt, so dass man die Emotionen hautnah mitbekommt und schnell eine Verbindung zu den Charakteren aufbauen kann. Das fiel mir bei Kelsey deutlich leichter, da Matt anfangs alles andere als sympathisch rüberkommt.
Kelsey ist tough, direkt und impulsiv, denn sie stürzt sich ohne zu zögern in jede Schlacht. Sie ist aber auch verletzlich und sensibel, was sie vor den meisten Menschen verbirgt. Ihre leidenschaftliche Hassliebe für Matt eskaliert immer wieder und manchmal will man ihnen einfach nur sagen, dass sie sich endlich ein Zimmer nehmen sollen. Ich mag ihren Charakter aber richtig gern, vor allem ihre Unerschrockenheit und ihren Beschützerinstinkt. Sie ist wie eine gezogene Handgranate und man weiß nie, wo sie als nächstes detonieren wird.
Matt ist arrogant, selbstbezogen und ein rücksichtsloser Bully, dem seine Opfer völlig egal sind, bis auf Kelsey. Es fiel mir am Anfang echt schwer, irgendetwas positives an ihm zu finden, denn außer der knisternden Chemie zwischen ihm und Kelsey war da nicht viel. Im Laufe der Handlung lernt man ihn jedoch besser kennen und so werden auch ein paar gute Facetten an ihm deutlich, die es nachvollziehbarer machen, warum sich Kelsey in ihn verlieben könnte.
Die feurigen Schlagabtausche und die funkensprühende Gefühlsachterbahn haben mir wirklich gefallen, aber ich denke auch, dass es dafür nicht unbedingt über 700 Seiten gebraucht hätte. Irgendwann wiederholt sich einfach nur zum tausendsten Mal das hin und her zwischen Kelsey und Matt, bevor es dann, und das ist das schlimmste, in einem Cliffhanger mit jeder Menge offenen Fragen endet. Ich habe im letzten Teil des Buches irgendwann geahnt, dass die Auflösung nicht mehr kommen wird, aber trotzdem war es ein WTF-Moment. Es können wir nur auf die Fortsetzung warten, denn ich will unbedingt wissen, wie es mit Kelsey und Matt weitergehen wird.
Mein Fazit:
Gelungenes Debüt, für das ich 4,5 Sterne vergebe!