Das Buch beginnt damit, dass der Werdegang einer Frau beschrieben wird, wie sie aufwachsen und erzogen werden, was von ihnen erwartet wird und was sie aushalten sollen. Diese Aufzählung ist so wahr und stimmig und sie hat mich direkt wütend gemacht. Anschließend lernt man Britts Leben und ihre Geschichte kennen. Wie es zu dem Wutanfall im Ferienhaus gekommen ist. Was sie alles bisher erlebt hat, dass zu so einer Gefühlsexplosion geführt hat. Ich habe Britts Wut als Frau sehr gefühlt und war entsetzt, was für einen rücksichts- und verständnislosen Mann sie geheiratet hat. Er war mir sofort unsympathisch. Gleichzeitig haben mich aber auch manchmal Britts bereuende Gedankengänge wütend gemacht. Sie hat die Schuld oft bei sich selbst gesucht und hatte das Bedürfnis sich zu entschuldigen, obwohl ihre Reaktion absolut passend war. Das war für mich manchmal schwer auszuhalten. Daher habe ich mich über Nicos Charakter als ausgleichenden Part gefreut. Sie interessiert sich nicht für die Normen, die die Gesellschaft für Frauen festgelegt hat. Sie macht einfach das, was sich für sie richtig anfühlt und es ist ihr egal, wenn sie damit aneckt. Ihre Lebensweise war Britt immer unverständlich und die beiden Frauen standen sich dadurch nie nahe, doch nun erkennt Britt, dass sie Nico um ihre Leichtigkeit beneidet und schafft es, sich von diesem Lebensgefühl anstecken zu lassen. Darüber war ich sehr froh, da ich in der Geschichte kurzzeitig die Sorge hatte, dass sie weitermacht wie bisher und sich nur für einen Tag getraut hat, auszubrechen und sich nicht zurück zu halten.Der Schreibstil der Autorin ist andersartig, es gibt keine festen Kapitel oder eine feste Erzählstruktur, sondern es gibt immer wieder Abschnitte, die Informationen und Gedanken einstreuen, mal aus der Gegenwart, mal aus der Vergangenheit und meistens recht ruhig und sachlich erzählt. Zuerst war der Stil etwas ungewohnt für mich, doch ich habe mich schon bald daran gewöhnt und war bei jedem Abschnitt gespannt, was ich als Nächstes erfahren werde.