Rezension: Irland - Von Cider bis Liebe (Band 10) von Madita TietgenMit dem zehnten Band ihrer Irland - Von Cider bis Liebe-Reihe beweist Madita Tietgen erneut, wie wunderbar sie emotionale Liebesgeschichten mit Familiengeheimnissen und der besonderen Atmosphäre Irlands verbinden kann. Obwohl der Roman Teil einer Reihe ist, lässt er sich problemlos unabhängig lesen.Lovis reist gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter Freja nach Irland, um den rätselhaften Spuren ihres verstorbenen Großvaters zu folgen. Schon nach wenigen Seiten war ich von der geheimnisvollen Stimmung rund um Appleaugh gefesselt. Die Vergangenheit liegt wie ein Schatten über dem kleinen Ort und nach und nach entfaltet sich ein vielschichtiges Netz aus alten Verletzungen, Schuldgefühlen und Missverständnissen.Besonders berührt hat mich die Entwicklung zwischen Lovis und Conor. Dass sie nach einer einzigen gemeinsamen Nacht ausgerechnet unter diesen Umständen wieder aufeinandertreffen und Conor erst jetzt erfährt, dass Freja seine Tochter ist, sorgt für viele emotionale und authentische Momente. Die Geschichte lebt nicht von übertriebenem Drama, sondern von ehrlichen Gefühlen, Unsicherheiten und dem langsamen Aufbau von Vertrauen. Gerade dadurch wirkte die Liebesgeschichte auf mich glaubwürdig und sehr berührend.Auch Freja hat mein Herz im Sturm erobert. Sie bringt Leichtigkeit und Wärme in die Handlung und sorgt immer wieder für zauberhafte Szenen, ohne dabei künstlich im Mittelpunkt zu stehen.Neben der romantischen Handlung nimmt auch das Familiengeheimnis einen wichtigen Platz ein. Die alten Tagebücher und die Nachforschungen über Lovis' Großvater verleihen der Geschichte zusätzliche Spannung. Besonders gelungen fand ich, dass die Autorin zeigt, wie lange Vorurteile und unverarbeitete Ereignisse ganze Generationen beeinflussen können.Der Schreibstil von Madita Tietgen ist angenehm flüssig, gefühlvoll und bildhaft. Die irische Landschaft wird so lebendig beschrieben, dass man das Gefühl hat, selbst durch die grünen Hügel zu spazieren oder den Wind an der Küste zu spüren. Die Atmosphäre des kleinen Dorfes mit seinen verschlossenen Bewohnern und seinen Geheimnissen hat mich von Anfang bis Ende in ihren Bann gezogen.Für mich ist dieser Roman eine gelungene Mischung aus Second-Chance-Romance, Familiengeschichte und emotionaler Spurensuche. Die Charaktere entwickeln sich glaubhaft weiter, die Handlung bietet sowohl bewegende als auch spannende Momente und das Setting lädt zum Träumen ein.Fazit: Ein gefühlvoller, atmosphärischer Liebesroman voller Herz, Geheimnisse und Hoffnung. Wer Geschichten über zweite Chancen, Familienbande und das bezaubernde Irland liebt, wird auch diesen Band der Reihe mit Freude lesen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.