Mit dem Buchanfang tat ich mir etwas schwer. Das lag zum einen daran, dass ich Stromriedels ersten Roman ('Zwillingsspiel') nicht kannte, zum anderen wurden die Handlung und die Figuren so schnell abgehandelt, dass ich kaum hinterherkam, wer überhaupt was und warum machte. Es ist also durchaus ratsam, vorher den ersten Kommissar-Selig-Roman zu lesen.Aber auch ohne kämpft man sich durch und jenseits der Seite fünfzig beginnt die Geschichte immer mehr Spaß zu machen. Wir folgen dem Polizisten bei seinen Ermittlungen in einem Brandanschlag und wie er verzweifelt versucht, mehr herauszufinden, obwohl sein Gegenspieler ihm immer einige Schritte im Voraus ist. Hängt dies möglicherweise mit den vielen staatlichen Kameras und Abhörgeräten zusammen, die beinahe jeden Millimeter Berlins überwachen? Selig versucht, sich diese Aufzeichnungen zunutze zu machen, doch ausgerechnet die für ihn relevanten Bilder wurden gelöscht. Bevor er dahinter kommen kann, was es damit auf sich hat, wird Selig selbst zum Staatsfeind erklärt und ist auf der Flucht vor seinen eigenen Leuten. Der Roman ist spannend, der Protagonist handelt meist ziemlich logisch und wächst einem im Laufe des Buches immer mehr ans Herz. Die Geschichte selbst könnte teilweise der TV-Serie '24' entnommen sein, aber das muss ja nicht unbedingt was Schlechtes bedeuten.