Tischreden

Vom Einfachen und Erhabenen.
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Der schönste Ort zu denken und zu reden, ist und bleibt der Esstisch. Hier trifft sich Wurst und Gott, vereint sich das Banale und Basale mit dem Erhabenen und Abstrakten. Im geselligen Miteinander diskutiert Luther mit Familie, Freunden, Gelehrten u … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Tischreden
Autor/en: Martin Luther

EAN: 9783843804134
Format:  EPUB
Vom Einfachen und Erhabenen.
Familiy Sharing: Ja
Herausgegeben von Thomas Walldorf
marixverlag

20. August 2013 - epub eBook - 192 Seiten

Beschreibung

Der schönste Ort zu denken und zu reden, ist und bleibt der Esstisch. Hier trifft sich Wurst und Gott, vereint sich das Banale und Basale mit dem Erhabenen und Abstrakten. Im geselligen Miteinander diskutiert Luther mit Familie, Freunden, Gelehrten und Studenten. Dabei entstehen lebhafte Gespräche über Religion, Literatur und vor allem Genuss, die Martin Luther als brillanten Rhetor, demütigen Denker und vor allem unterhaltsamen Gastgeber und Tischnachbarn ausweisen.

Portrait

Martin Luther lebte von 1483 bis 1546. Nach begonnenem Jurastudium legte er während eines Unwetters ein Gelübde ab und wurde Mönch. Bereits zwei Jahre später wurder er zum Priester geweiht, studierte dann Theologie und wurde 1512 Professor in Wittenberg. Er beschrieb die herrschenden kirchlichen Missstände und äußerte deutliche Kritik an Rom und dem Papsttum. 1517 kumulierte er seine Kritik öffentlich in 95 Thesen per Anschlag an der Schlosskirche von Wittenberg. Er wünschte, hierüber wissenschaftlich zu disputieren. Es kam jedoch zu einem ersten Ketzerprozess. Nach fortwährender Unbelehrsamkeit wurde Luther 1521 mit Kirchenbann und Reichsacht bestraft. Er flüchtete sich auf die Wartburg, lebte dort ein Jahr als Junker Jörg und übersetzte die Bibel aus den Quellen in Deutsche.

Thomas Wolldorf, geboren 1956 in der Lüneburger Heide, aufgewachsen in der Holsteinischen Schweiz, Studium im Breisgau, ist seit 1986 in der Buchbranche tätig und lebt im Hessischen Ried.

Leseprobe

1


ÜBER GOTT, CHRISTUS
UND DIE BIBEL


GOTT


Lobet Gott im Himmel, brandmarkt die Teufel auf der Erde. Aber Gott wird nicht gelobt, wenn er nicht geliebt wird; er wird nicht geliebt, wenn er nicht wohltut; er tut nicht wohl, wenn er nicht gnädig ist. Er ist und kann nicht gnädig sein, wenn er nicht Sünden vergibt.

Wie ein Hausvater zu den Seinen spricht: Seid achtsam auf meinen Willen; sonst esset, trinket, kleidet euch, wie ihrs habt – so fragt Gott nicht, wie wir uns kleiden oder was wir essen, sondern er ist nur darauf aus, daß man sich seinem Willen fügt.

Wenn es keine Vergebung der Sünden bei Gott gäbe, so wollt ich, wie ich von Natur bin, Gott gern durchs Fenster hinauswerfen.

Mir hat Gottes Weis’ oft übel gefallen, aber itz rede ich ihm nicht ein.

Ein andermal sagt Doktor Martinus Luther auf eine Frage, ob Gott außer, über und doch in allen, auch den geringsten Kreaturen wäre, im Gräslein und Blättlein an Bäumen, und sprach: Gott ist an keinen Ort gebunden, er ist auch von keinem ausgeschlossen; er ist an allen Orten und ist zugleich nirgends. Nirgends, verstehe greifbar und beschlossen; an allen Orten aber ist er, denn er schafft, wirkt und erhält alle Dinge.

Wie ist er aber in allen Kreaturen? Wesentlich oder durch seine allmächtige Kraft? Er ist auf beiderlei Weise in einer jeden Kreatur; denn, wie gesagt, er schafft, wirkt und erhält alles. Andere Kreaturen wirken ihrer Eigenschaft nach, Gott aber gegenwärtig und wesentlich.

Da einer aber sagte: Das versteh ich nicht, antwortet Doktor Martinus darauf: Glaubst du auch, daß Chritus am Kreuz und in der Jungfrau Leib Gott war? Beides zu glauben ist der Vernunft unmöglich; ich glaube
es aber, denn die Schrift sagt’s. Ist nun Gott in der Jungfrauen Leib wesentlich und gegenwärtig, so ist er auch in einer jeden Kreatur, denn es ist einerlei Weise zu reden.

Da sagt ein anderer: So ist er auch im Teufel? Ja, sprach Doktor Martinus, auch in der Hölle wesentlich, wie Paulus bezeugt 2. Thess. 1,9: »Die Gottlosen werden Pein leiden, das ewige Verderben von dem Angesicht des Herrn«; und Ps. 139,8: »Bettete ich mir in die Hölle, siehe, so bist du auch da«.

Wenn es wahr ist, daß Gott mit uns in der Heiligen Schrift redet, so muß er entweder ein Bub sein, der ein Ding redt und hälts nicht, oder er ist die höchste Macht und Herrlichkeit.

Peter Weller sagte: Das ist ein wunderlichs Ding, daß Gott allmächtig ist, und nicht alle Menschen gut und fromm erschafft. Darauf erwiderte der Doktor: Lieber, fahrt hinauf gen Himmel und fragt Gott, warum er so tut.

Menschliche Vernunft und Natur kann Gott in seiner Majestät nicht begreifen, darum sollen wir nicht weiter suchen noch forschen, was Gottes Wille, Wesen und Natur sei, als soweit er’s uns befohlen hat. Sein Wort hat er uns gegeben, darin er reichlich offenbart hat, was wir von ihm wissen, halten, glauben und wessen wir uns zu ihm versehen sollen; danach sollen wir uns richten, so können wir nicht irren. Wer aber von Gottes Willen, Natur und Wesen Gedanken hat außer dem Wort, will’s mit menschlicher Vernunft und der Weisheit aussinnen, der macht sich viel vergebliche Unruhe und Arbeit und fehlt weit; denn die Welt, sagt Paulus, erkennt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht.

Auch werden die nimmermehr lernen noch erkennen, wie Gott gegen sie gesinnt sei, die sich damit vergeblich bekümmern, ob sie verworfen oder auserwählt seien. Welche nun in diese Gedanken geraten, denen geht ein Feuer
im Herzen an, das sie nicht löschen können, so daß ihr Gewissen nicht zufrieden wird, und sie müssen endlich verzweifeln.

Wer nun diesem Unglück und ewiger Gefahr entgehen will, der halte sich an das Wort, so wird er finden, daß unser lieber Gott einen starken, festen Grund gemacht und gelegt hat, darauf wir sicher und gewiß fußen mögen, nämlich Jesus Christus, unseren Herrn, durch welchen wir allein, umsonst, durch kein anderes Mittel ins Himmelreich kommen müssen; denn er und sonst niemand ist »der Weg, die Wahrheit und das Leben«.

Sollen wir nun Gott in seinem göttlichen Wesen, und wie er gegen uns gesinnt ist, recht und wahrhaftig erkennen, so muß es durch sein Wort geschehen. Und eben darum hat Gott der Vater seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt, daß er Mensch werden sollte, in allen Dingen uns gleich, doch ohne Sünde, unter uns wohnen und des Vaters Herz und Willen uns offenbaren; wie ihn denn der Vater uns zum Lehrer geordnet und gesetzt hat, da er vom Himmel ruft: »Dies ist mein Lieber Sohn usw., den sollt ihr hören«.

Das ist, als wollte er sagen: Es ist vergebens und umsonst, was Menschen sich vornehmen, meine göttliche Majestät zu erforschen; menschliche Vernunft und Weisheit kann mich nicht ergreifen, ich bin ihr viel zu hoch und groß. Nun, ich will mich klein genug machen, daß sie mich ergreifen und fassen kann; ich will ihnen meinen eingeborenen Sohn geben, und so geben, daß er ein Opfer, ja eine Sünde und Fluch für sie werden soll, und soll mir hierin Gehorsam leisten bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Das will ich hernach predigen lassen in aller Welt, und die daran glauben, sollen selig werden. Das meint Paulus, da er sagt: »Weil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch tö
richte Predigt selig zu machen die, so daran glauben.«

Das heißt ja die göttliche Majestät klein und begreiflich werden, daß nun niemand billig klagen soll noch kann, er wisse nicht, wie er mit Gott daran sei, wessen er sich zu ihm versehen soll. Aber die Welt ist blind und taub, die weder sieht noch hört, was Gott durch seinen Sohn redet und tut, darum wird er’s auch von ihnen fordern.

Man kann die schwere Anfechtung von der ewigen Vorsehung oder Auserwählung, die viele Leute hoch betrübt, nirgends besser suchen, ja finden und verstehen als in den Wunden Christi, von welchem der Vater gesagt und uns befohlen hat: »Den sollt ihr hören«. Der Vater in seiner göttlichen Majestät ist uns zu hoch und groß, daß wir ihn nicht ergreifen können, darum weist er uns den richtigen Weg, auf dem wir gewiß zu ihm kommen können, nämlich Christus, und spricht: Glaubt ihr an den und hängt euch an ihn; so wird’s sich fein finden, wer ich bin, was mein Wesen und Wille ist. Das tun aber die Weisen, Mächtigen, Hochgelehrten, Heiligen und der größte Haufe durchaus in aller Welt nicht.

Darum ist und bleibt ihnen Gott unbekannt, ob sie gleich viel Gedanken von ihm haben, disputieren und reden; denn es ist kurzum beschlossen, daß außer Christus Gott unbekannt und ungefaßt will sein.

Willst du nun wissen, warum so wenig selig und so unzählig viel verdammt werden? Das ist die Ursache, daß die Welt nicht hören will, fragt nichts danach, ja verachtet, daß er, der Vater von ihm zeugt: »Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe«, so als ob er sagen wollte: Bei ihm allein sollt ihr finden, was und wer ich bin und was ich haben will, sonst werdet ihr’s im Himmel noch auf Erden nicht finden.

Gl
aubt ihr nun an den Sohn, den ich euch zum Heiland gesandt habe, so will ich Vater sein, und soll gewiß wahr und Amen sein, was dieser Sohn sagt und verheißt, ich will ihn nicht lassen zum Lügner werden.

Daraus folgt gewißlich, daß alle, die sich durch ein anderes Mittel als durch Christus unterstehen und bemühen, zu Gott zu kommen (wie Juden, Heiden, Türken, Papisten, falsche Heilige, Ketzer usw.), in greulicher Finsternis und Irrtum wandeln. Und hilft ihnen nicht, daß sie ein ehrbar, strenges Leben äußerlich führen, große Andacht vorgeben, viel tun und leiden, Gott lieben und ehren, wie sie rühmen. Dienet dem Herrn mit Furcht und freuet euch mit Zittern: Das reim mir einer zusammen: fröhlich sein und fürchten! Mein Hans kann es tun gegen mir; aber ich kann es nicht tun gegen Gott. Mein Hans, wenn ich schreib oder tu etwas, so singt er mir ein Liedchen daher; und wenn er mirs zu laut will machen, so fahr ich ihn ein wenig an: so singt er gleichwohl fort, machts aber heimlicher, mit einer Art Ehrfurcht und Bekümmernis. Eben das will Gott: wir sollen stets fröhlich sein, jedoch mit Ehrfurcht.

Die ganze Welt lästert Gott, nur von der kleinen Zahl der Seinen, und das sind die Ärmsten, wird er verehrt. Die großen Ochsentreiber und Häuserbauer, die tuns nicht. Wenn es die Gewaltigen und Weisen täten, so gäben sie die Ehre und das Lob nicht Gott, sondern sich selbst.

Wenn Gott redet, zürnt, eifert, straft, uns den Feinden übergibt, über uns Pest, Hunger, Schwert oder andere Plagen schickt, so ist’s das sicherste Zeichen, daß er uns wohlwill. Wenn er aber spricht: Ich will dich nicht mehr strafen, sondern schweigen und meinen Eifer von dir nehmen, dich machen lassen, wie dich’s gelüstet, so ist’s ein Zeichen, daß er sich von uns gewandt hat. Ab
er die Welt und unsere Vernunft kehrt stracks um und...


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