Die Macht der Moral im 21. Jahrhundert

Annäherungen an eine zeitgemäße Ethik.
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Otfried Höffe zeigt, daß Fragen zu Ethik und moralischem Handeln immer wieder neu gestellt werden müssen: Steht der Mensch wirklich über allen anderen Lebewesen? Können Tiere denken? Sind hohe Managergehälter vertretbar? Wozu dürfen technische und me … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Die Macht der Moral im 21. Jahrhundert
Autor/en: Otfried Höffe

EAN: 9783406660023
Format:  EPUB
Annäherungen an eine zeitgemäße Ethik.
Beck C. H.

13. Mai 2014 - epub eBook - 219 Seiten

Beschreibung

Otfried Höffe zeigt, daß Fragen zu Ethik und moralischem Handeln immer wieder neu gestellt werden müssen: Steht der Mensch wirklich über allen anderen Lebewesen? Können Tiere denken? Sind hohe Managergehälter vertretbar? Wozu dürfen technische und medizinische Errungenschaften eingesetzt werden und wozu nicht?
Höffe versucht, darauf Antworten zu finden - ohne unverständliche Terminologie und vor allem ohne moralischen Zeigefinger.

Inhaltsverzeichnis

1;Cover;1 2;Titel;3 3;Impressum;4 4;Inhalt;5 5;Vorwort;7 6;1. Einleitung: Vom Nutzen des Nutzlosen. Ein Loblied der Philosophie;8 7;2. Animal morabile. Skizze einer Moralanthropologie;22 8;3. Biozentrische Anthropozentrik. Hierarchien des Lebendigen;38 9;4. Können Tiere denken? Ein Literaturbericht;54 10;5. Forschungsethik: Rechtsmoral vor Tugendmoral;64 11;6. Ethik als Fortschrittskiller?;80 12;7. Überleben, Machtsteigerung und Luxus: Zur Ethik der Technik;91 13;8. Der Mensch zwischen Sicherheit und Risiko. Zweimal sieben Thesen;104 14;9. Identität im Zeitalter der Digitalisierung;122 15;10. Prolegomena einer ökologischen Ethik. Neun Bausteine;136 16;11. Lauterkeit im Wettbewerb;154 17;12. Kostbare Ressource mit drei Buchstaben: Mut;163 18;13. Philosophische Ethik: Fahne im Wind oder Fels in der Brandung?;172 19;14. Ausblick: Über die Macht der Moral;182 20;Literatur;207 21;Nachweise;213 22;Personenregister;215 23;Sachregister;217 24;Zum Buch;220 25;Über den Autor;220


Portrait

Otfried Höffe ist em. Professor für Philosophie und lehrte in Fribourg, Zürich und Tübingen, wo er die Forschungsstelle Politische Philosophie leitet. Neben Arbeiten zu Aristoteles, Kant und Rawls hat er zahlreiche Werke zur Ethik und Rechtsphilosophie veröffentlicht.

Leseprobe

1.   Einleitung:
Vom Nutzen des Nutzlosen.
Ein Loblied der Philosophie


Einer der «nutzlosen» Zeitgenossen des 20. Jahrhunderts, der Existenzphilosoph Albert Camus, lobt in seiner Autobiographie Der erste Mensch die Volksschule. Sie nährte nämlich «einen Hunger, der für das Kind noch wesentlicher war als für den Mann, den Hunger nach Entdeckung» (Camus 1995, 168). Mehr als zwei Jahrtausende früher bringt «der Philosoph», Aristoteles, diese persönliche Erfahrung auf den allgemeinen, anthropologischen Begriff. Seine Metaphysik beginnt mit dem Satz: «Alle Menschen streben von Natur nach Wissen.» (980a21)

Wer nach dem Nutzen der Philosophie für heute fragt, muß dieses «heute» bestimmen. Nach meiner Diagnose zeichnet es sich durch vier Faktoren aus. Als erstes leben wir in einem Zeitalter der Ökonomisierung. Mitverantwortlich für diesen Faktor ist ein zweiter, die Globalisierung. Ihretwegen bildet sich ein global gemeinsamer Zivilisationsrahmen heraus, der aber als bloßer Rahmen ein Recht auf Differenz läßt. Dieses Recht macht sich für unsere Breiten der dritte Faktor zunutze, die Entwicklung eines gemeinsamen Europa. Zu den Ursachen der ersten drei Faktoren gehört schließlich der vierte Faktor: Daß wir in einer Wissenschaftsgesellschaft leben. Nach Maßgabe dieser vier Gesichtspunkte, also der Globalisierung und der Ökonomisierung, des gemeinsamen Europa und der Verwissenschaftlichung, fragen wir nach dem Nutzen des Nutzlosen, oder anders ausgedrückt, nach dem Wert der Philosophie (s. auch Kap. 5).

Nutzenfreie Wißbegier


Weder Camus noch Aristoteles binden den Hunger nach Entdeckung an einen Nutzen. Diese Übereinstimmung von Athen bis Algier und über mehr als zwei Jahrtausende enthält eine B
otschaft, die die Philosophie unserem Zeitalter der Globalisierung vermittelt: Bei allen Unterschieden darf man nicht das Verbindende übersehen. Andernfalls erliegt man der Fehldiagnose des US-amerikanischen Politikwissenschaftlers Samuel Huntington, der auch politisch gefährlichen These vom «Zusammenprall der Kulturen». In Wahrheit gibt es kulturübergreifende Gemeinsamkeiten. Für die Aufgabe sie herauszustellen, bringt die Philosophie eine besondere Kompetenz mit. Wofür sie gern gescholten wird, erweist sich hier als Vorteil: Als Theorie des Allgemeinen ist sie auch eine Theorie der Humanität, die das die Menschen Verbindende betont. Sie setzt dabei einen Kontrapunkt zum Zeitalter der Ökonomisierung, insofern sie wesentlich das Ziel einer nutzenfreien Wißbegier verfolgt.

Die Rechtfertigung der Philosophie erfolgt nicht etwa über eine obsolete Metaphysik, sondern empirisch. Sie zeigt im Vorübergehen, daß große Philosophie erfahrungsgesättigt ist. Aristoteles beruft sich auf eine Liebe zu den Sinneswahrnehmungen. Diese läßt sich an allen fünf Sinnen durchdeklinieren und wird sowohl von der eigenen Erfahrung, namentlich dem Lernen der Kinder und Jugendlichen, als auch der Sozialforschung bestätigt: Daß der Mensch oft genug das Wissen rein als solches, frei von allen Bedürfnissen und Nützlichkeiten sucht.

Heute, in Zeiten der großen Krise der Europäischen Union, stellt sich die Frage, was Europa denn verbinde, dringender denn je. Ohne Zweifel gehört dazu ein ungestümer Geschäfts- und Handelsgeist. Dessen Folge, ein fast weltweit beneideter Wohlstand, zählt zu den Ursachen der Attraktivität Europas. Wichtiger als Wohlstand ist freilich der Schutz vor Unterdrückung und Bespitzelung sowie vor korrupter Bürokratie und parteilichen Richtern, kurz: eine rechtsstaatliche Demokratie. Und sofern es um Wo
hlstand und dessen breite Verteilung geht, weiß die Philosophie, daß dies lediglich ein Zwischenziel bildet. Man lebt zwar gern «in Wohlstand», aber nicht «um des Wohlstands willen». Zu den denkbaren Endzielen gehört dagegen die Entdeckungs- und Erfindungslust, und als deren Antriebskraft die Neugier, die sich den Zwängen der Ökonomie nicht beugt. Dafür spielt eine an keine Konfession und Religion gebundene Instanz, die Philosophie zusammen mit den Geisteswissenschaften, eine herausragende Rolle.

Infolgedessen ist diese Situation unverständlich: Während mehr und mehr Studenten aus den neuen EU-Ländern und aus aller Welt an unseren Fakultäten der Philosophie und Geisteswissenschaften studieren, während sie sogar aus China um des Kant-, selbst um des Aristoteles-Studiums willen kommen, schicken unsere Universitätspolitiker sich an, aus der Idee Europa wesentliche Teile herauszubrechen. Denn die universitäre Ausbildung und Forschung gilt ihnen nur dann als förderungswert, wenn sie «Marktfähigkeit» verspricht. Das akademische Prestige mißt sich mehr und mehr an der Fähigkeit, Drittmittel einzuwerben. Statt originärer Forschungsleistungen, nachweisbar in Veröffentlichungen, erwartet man Antrags- und Managerkompetenzen. Nun könnte man die Antrags- und Managerkompetenz für eine Zusatzfähigkeit halten, über die die Professoren, selbst Philosophen verfügen müßten. Tatsächlich fällt man ihnen in den Rücken. Wo man nämlich statt originärer Forschungsleistung Managergeschick prämiert, tritt die fatale Folge ein, daß kreative Selbst-Forscher zu Ideengebern und zu Generalsekretären für die Drittmitteleinwerbung verflachen. In dieser Situation zwingt die Verantwortung für die künftigen Generationen und für den Erhalt des kulturellen Reichtums, ein
Loblied auf den Nutzen des scheinbar Nutzlosen zu singen. Die Argumente bündeln sich in der These, daß die Philosophie und die Geisteswissenschaften für demokratische Gemeinwesen, darüber hinaus für eine globale Welt unverzichtbar sind.

Gegen die Vorherrschaft, oft sogar Tyrannis der Ökonomie, eigentlich sogar nur gegen die Diktatur des BWL-Denkens, sollten die Wissenschaften in Solidarität gemeinsam Einspruch erheben. Nur in Klammer: Während kein Kfz- oder Chemie-Unternehmen einen Althistoriker oder einen Astrophysiker in den Aufsichtsrat wählt, schickt man den Hochschulen als Universitätsräte lieber erfolgreiche Unternehmer statt hervorragende Wissenschaftler.

Um bei der Ökonomisierung der Hochschulen leichteres Spiel zu haben, folgen Politiker und Medien dem Grundsatz aufgeklärter Tyrannen: divide et impera. So trennen sie die profitfähigen von den profitunfähigen Wissenschaften. Und weil sie die genaue Diagnose scheuen, teilen sie die Welt der Wissenschaften vergröbernd in zwei Hemisphären ein: in die profitschaffenden Naturwissenschaften samt Medizin und Technik und in die profitunfähige Welt der Philosophie und der Geisteswissenschaften. (Man muß die Philosophie hier eigens nennen, da sie nicht nur zu den Geisteswissenschaften gehört. Seit Thales, Pythagoras, Platon, Aristoteles, in anderer Weise seit Descartes und Kant interessiert sie sich nachdrücklich auch, oft sogar primär, für die Mathematik und alle Facetten der Naturforschung.)

Die genannte Diagnose vergröbert die Wirklichkeit nicht bloß, sie verzerrt sie sogar. Denn die Sinologie beispielsweise und die facettenreiche Orientalistik helfen, Kulturen zu verstehen, mit denen wir leben müssen. Dieses Verständnis ist für unsere Medien unverzichtbar, auch für Unternehmer, nicht zuletzt für Politiker, damit sie uns finanziell un
d politisch kostspielige Fehlentscheidungen ersparen. Eine auch nur halbwegs gründliche Geschichtskenntnis hätte den unheilbringenden Irrtum verhindert, im Irak ließe sich die Demokratie so relativ einfach wie im Nachkriegs-Deutschland einrichten. Denn hier gab es trotz allem anderen eine rechtsstaatliche und demokratische Tradition samt Erfahrung in Pluralismus und weltanschaulicher Toleranz, darüber hinaus eine Bürgergesellschaft und eine liberal-aufklärerische Philosophie und Literatur mit Wurzeln in der gemeinsamen europäischen Kultur. Diese Faktoren waren zwar nicht so gefestigt, daß sie das Hitler-Regime verhinderten; nach Kriegsende konnte man aber gut an sie anknüpfen.

Auf der anderen Seite, den Naturwissenschaften verspricht eine so bahnbrechende Entdeckung wie die spezielle, noch mehr, die allgemeine Relativitätstheorie so gut wie keinen Profit. Ferner: Mit den immer besseren Teleskopen der Astronomen kann man zwar der «Natur» des Universums und mit den immer energiereicheren Beschleunigern der «Natur» der Materie/Energie auf die Spur kommen. Ein wirtschaftlicher Nutzen liegt jedoch, wenn überhaupt, in weiter Ferne. Und im Vergleich mit den Kosten dieser Forschungen erscheinen die der Philosophie gewiß nicht als überhöht. Im Gegenteil: Jeder Finanzminister kann sich über die niedrigen Pro-Kopf-Kosten sowohl der Studenten als auch der Professoren und deren Forschung nur freuen. Trotzdem beugte sich selbst eine aus den Geisteswissenschaften stammende Forschungsministerin der einschlägigen Lobby und setzte zwar Lebens- und Gesundheitswissenschaften sowie Nano- und Automobiltechnologie auf die Prioritätenliste, «vergaß» jedoch die Geisteswissenschaften, obwohl gerade von ihnen seit langem eine Forschung von Weltrang betrieben wird.

Bildung im emphatischen Sinne


Als nächstes ist dem zu kurzsichtigen Ve
rständnis von...


Technik

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