Starke, politisch beunruhigend realistische Dystopie mit satirischem Ton ¿ hab es in einem Nachmittag durchgelesen.
"Hotel Love" hatte für mich eine richtig starke Grundidee: eine dystopische Zukunftsvision, die irgendwo zwischen Satire und bitterem Ernst liegt - ein bisschen wie bei Marc-Uwe Klings "QualityLand". Man lacht, man schluckt, und manches wirkt erschreckend nah an dem, was politisch und gesellschaftlich gerade in der Luft liegt. Diese Mischung aus Humor und Unbehagen hat bei mir tatsächlich funktioniert.Trotz aller (folgender) Kritikpunkte hat mich die Story so mitgerissen, dass ich das Buch an einem Nachmittag praktisch weggelesen habe - einfach, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht und worauf das Ganze hinausläuft.Leider wurde mir das Lesen durch die Umsetzung unnötig schwer gemacht. Der Stil arbeitet viel mit indirekter Rede, oft sehr wortwörtlich, mit abgebrochenen Sätzen und einem fragmentierten Rhythmus. Das kann als Stilmittel spannend sein, war für mich aber auf Dauer anstrengend.Dazu kam der Eindruck, dass das Buch nicht sauber lektoriert ist: An mehreren Stellen wirken auch Passagen außerhalb der Rede holprig oder sogar fehlerhaft, als würden einzelne Wörter fehlen. Das hat mich immer wieder aus dem Lesefluss gerissen.Unterm Strich bleibt bei mir ein zwiespältiger Eindruck: Inhaltlich und von der Idee her stark und gesellschaftlich treffend, aber sprachlich so sperrig, dass es mir das Lesen deutlich erschwert hat.