Habe mehr erwartet
Klappentext, Inhaltsangabe, die ersten Seiten: Fand ich alles super interessant und freute mich auf die Lektüre. Paola ist bald sechzehn. Sie ist eine Einzelgängerin. Keine Freundinnen, bis auf Marta, die ihr angeberisch und gekünstelt vorkommt. In der Schule wird sie durch ein fieses Video auf Facebook gemobbt. Die Mutter und der Vater leben in ihren eigenen Welten, sie fühlt sich ausgeschlossen neben den begehrten Freundinnen, der eloquenten Mutter, attraktiven Großmutter. Sie, Paola, die zu dick ist, Akne hat, fettige Haare, sich ungeschlacht und unförmig vorkommt. Wie soll es möglich sein, dass ausgerechnet der zwei Jahre ältere, attraktive Antonio plötzlich ihre Gesellschaft sucht? Obwohl sie das genießt, vermutet sie ein weiteres Komplott hinter seiner Aufmerksamkeit. Einzig wenn sie mit ihrem jüngeren, behinderten Bruder Richi im Rollstuhl loszieht, durch Industriebrachen und Lost Places, zu Wohnsiedlungen, die schon von ihrem Großvater, dann ihrer Mutter errichtet wurden. Der Mutter, die einst in der ersten Reihe war, bevor ihrem Vater, vorher unbedeutend in der Firma, die Geschäfte übertragen wurden. All der Reichtum und das Ansehen, das auf ihre Familie prasselte, hat nicht geholfen aus Paola und Richi glückliche Kinder zu machen. Im Gegenteil.Der Handlungsstrang, den ich hier kurz aufgezeichnet habe, hat alles in sich, was eine spannende, ja atemberaubende Familiengeschichte verspricht. Aber Raffaele Romagnolo schweift ständig ab. Nahezu jeder Satz, jeder Gedanke beamt sie in ein Buch oder einen Film, aus dem sie zitiert und was die meisten Leser*innen wahrscheinlich überfordert. Es wirkt wie Angeberei: "Schaut mal her, was ich alles, weiß, was ich alles schon gelesen und gesehen habe an Weltliteratur und Kinoklassikern."Das hat mir gar nicht gefallen. Mein Highlight in den Buch war, was und wie die rumänische Haushälterin Nina alles an Abfall anfallende recycelt. Insofern hat mir das Buch schon einiges gebracht und ich deshalb meine Bewertung von zwei auf drei Sterne erhöht.