17 Menschen sterben bei einer Familienfeier an einer Vergiftung mit Zyanid. Zwei Menschen überleben. Ist doch klar, wer der Täter ist, oder
Es gilt einen besonderen Tag zu feiern: drei Familienmitglieder unterschiedlicher Generationen haben Geburtstag. Alle aus der Familie sind deshalb im Haus der Aosawas, das im übrigen eine bekannte Klinik ist, zusammen mit vielen Nachbarn und Freunden versammelt, um das große Fest zu feiern. Ein Bote überbringt dabei einen besonderen Gruß eines Freundes, einen wertvollen Sake und verlockende Softdrinks für die Kinder. Die Familie ist erfreut und stößt an auf einen herausragenden Tag. Nur wenig später liegen alle, die Getränke zu sich genommen haben, auf dem Boden und winden sich vor Krämpfen. Es dauert nicht lange und 17 Beteiligte sind tot, vergiftet wie sich später herausstellt, durch Zyanid, das in die Getränke eingebracht worden war. Die Polizei nimmt die Ermittlungen auf und hofft, dass sie zumindest von der einzig Überlebenden, der 12-jährigen Hisako Hinweise erhält. Doch welche Hilfe soll das Mädchen schon geben können, wo es doch blind ist? Da finden sich bei einem Selbstmörder nicht nur Abschiedsbrief, in welchem er sich der Tat bezichtigt, sondern auch entsprechende Beweise. Die Tat scheint aufgeklärt, doch die Beteiligten kommen nicht zur Ruhe. Das zur Tat ebenfalls kleine Mädchen Makiko, das kurz zuvor ebenfalls im Haus der Aosawas war, schreibt über diesen Tag und die Feier sogar ein Buch, zu dem sie alle relevanten Zeitzeugen ausgiebig befragt und auf den Seiten geheimnisvolle Hinweise gibt, die aber nur der eigentliche Täter erkennen kann.Puh, was für ein Buch! Ein Kriminalroman? Wenn ja, dann eher Roman als Krimi und jeder, der einen "typischen" Krimi erwartet, wird hier zutiefst enttäuscht werden. Ich war es am Ende jedenfalls! Gar nicht mal so sehr wegen des nicht typischen Krimi-Geschehens, sondern der mich nur wenig überzeugenden Perspektivwechsel wegen, wozu auch die einförmige Sprache gehört. Das Buch wurde mir von einer Buchhändlerin empfohlen, die davon ganz begeistert erzählte. Und wirklich, wie man den Rezensionen entnehmen kann, stößt das Werk auf ganz unterschiedliche Bewertungen. Damit wäre es dann aber doch zumindest gute Literatur, denn eine solche soll doch anregen, zum Disput und damit zum eigenen Denken und zur eigenen Meinung und das bewirkt dieses Buch auf jeden Fall. Am Ende muss sich der Leser auch seine ganz eigene Meinung über den eigentlichen Ausgang machen. Was sieht er denn jetzt als Fakt an. "Was sind denn Tatsachen, wenn man es genau nimmt."(S. 270) Und: "Wahrheit ist nichts anderes als die Sichtweise auf einen Gegenstand aus einer bestimmten Perspektive."(S. 64) Wer sich also gerne einmal in seinen Krimi-Leserwartungen kreativ stören lassen will, ist mit diesem Buch besetns bedient.