Ich konnte dieses Buch nicht weglegen. Das Haus wirkte zuerst harmlos, schön sogar, zu schön. Genau das machte mir früh ein ungutes Gefühl. Ich fühlte mich wie die Hauptfigur selbst, neugierig, misstrauisch und allein.Die Regeln im Bartholomew sind simpel und sofort beängstigend. Keine Besucher, jede Nacht im Apartment verbringen, keine Kontakte zu den Bewohnern. Trotzdem bleibt Jules, aus Geldnot, Hoffnung und Trotz. Ich habe oft den Kopf geschüttelt, weil sie Warnzeichen ignoriert. Gleichzeitig konnte ich ihr nicht böse sein, da sich ihre Einsamkeit und ihr Druck so real angefühlt haben.Der Aufbau mit Zeitwechseln steigerte die Spannung deutlich, jede einzelne Rückblende zog die noch Schlinge enger. Ich konnte das drohende Ende spüren, lange bevor es kam. Das machte das Lesen intensiv. Die Atmosphäre des Hauses war kalt, schwer und ständig präsent.Thematisch geht es um Macht, um soziale Unterschiede und darum, wie leicht Menschen verschwinden können, wenn sie niemand vermisst. Das hat mich mehr getroffen, als ich erwartet hatte. Es geht nicht nur um das Rätsel. Es geht um Verlust und um das Gefühl, nichts mehr zu haben.Das Finale war für mich der einzige Schwachpunkt. Überraschend, ja. Für meinen Geschmack aber doch etwas zu konstruiert. Ein paar Abläufe wirkten unglaubwürdig. Trotzdem bleibt ein sehr spannender Thriller mit starkem Sog. Düster, eng, beklemmend.