Ich habe den Psychothriller als Hörbuch gehört. Gesprochen wurde es von Sabine Arnhold und hat eine Länge von 8h und 35 Minuten.
Wer gerne Thriller liest, die auf unterschiedlichen Zeitebenen spielen, dem kann ich Der finstere Pfad nur wärmstens empfehlen.
Im ersten Kapitel befinden wir uns im Hier und Jetzt und lernen Laura kennen. Sie ist eine junge Mutter, die nichts ahnend im Auto sitzt, bis eine Nachricht alles verändert: Ein Skelettfund in Kanada weckt in ihr schlimme Erinnerungen.
Dann erfolgt der Wechsel ins Jahr 1999. Laura ist eine junge Frau, die ihrem Elternhaus und den damit verbundenen Verpflichtungen entfliehen möchte. Eigentlich plant sie die Reise gemeinsam mit ihrer besten Freundin, doch diese lässt sie am Flughafen sitzen. Laura fasst daraufhin all ihren Mut zusammen, tritt die Wanderung alleine an und lernt dabei Seraphine kennen. Was zunächst wie ein Traum beginnt, entwickelt sich schon bald zu einem Albtraum.
Gerade diese Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart haben das Hören des Buches für mich unglaublich spannend gemacht. Man spürt Lauras Angst und Verzweiflung förmlich und beginnt automatisch mitzurätseln, was damals wirklich geschehen ist.
Die Handlung in der Vergangenheit vermittelt zunächst Ruhe, Freiheit und Abenteuerlust. Dank Jennys anschaulicher Beschreibungen hatte ich die beeindruckende Natur Kanadas direkt vor Augen. Doch auch dort wird schnell deutlich, dass nicht jeder die Wahrheit sagt und einige Figuren etwas zu verbergen haben.
Aber wer ist Laura wirklich? Immer wiederkehrende Aussagen ihrer Seits haben mich grübelnd zurück gelassen..
Niemand weiß, wer du jetzt bist. () Niemand außer dir. Es muss doch gar nichts rauskommen. Es ist zwanzig Jahre her. Keinerlei Spuren werden zurückgeblieben sein.
Die Charaktere sind allesamt vielschichtig und undurchschaubar. Die Autorin zeigt hier eindringlich das jeder Mensch zwei Gesichter haben kann. Jeder kann sich verstellen und so zeigen wie es ihm am besten passt.
Einblendungen von Nachrichtensendern und Auszüge aus Podcastfolgen werfen dann nochmals ein anderes Licht auf den Tathergang. Mutmaßungen häufen sich an und immer mehr Fragen werden aufgeworfen. Gerade durch die kurzen Kapitel, die häufig mit einem Cliffhanger enden, ließen ein aufhören gar nicht zu und man war quasi gezwungen weiterzulesen.
Am Ende spitzt sich die ganze Situation nochmals richtig zu und die Autorin haut nochmal ein Twist raus der für mich überraschend kam.
Jenny Blackhurst hat mit "der finstere Pfad" einen wahren Pageturner veröffentlicht der mit einer atemberaubenden Kulisse, durchgäniger Spannung und vielschichtigen Charakteren aufwarten kann.