Das kann jedem passieren. Man denkt sich nichts Böses, ein kleiner Schnitt in den Finger, Pflaster drauf, gut. Das ist dem Erzähler passiert, nur hat er dadurch in ganz kurzer Zeit eine üble Sepsis entwickelt und schon steht sein ganzes Leben Kopf.
Natürlich ist das ein wichtiges Thema, das einen zum Nachdenken bringt. So schnell kann es vorbeisein. Sollte ich achtsamer mit mir umgehen, mit meinem Leben, mit meinen Lieben und überhaupt. Der Erzähler hat es sofort verstanden und hat mit einem Mal einen viel wacheren Blick. Er bewertet alles neu, erinnert sich an Episoden aus seiner Vergangenheit und beleuchtet sie neu.
Nach einem wirklich spannenden Start bleibt dieses Buch sehr bald stecken. Die Handlung stagniert und es wird episodenhaft. Es liest sich wie eine Kurzgeschichtensammlung zum Sinn des Lebens, nur sind die Kurzgeschichten wahllos zusammengestellt und moralisierend bis belehrend. Meine anfängliche Begeisterung für diese Buch hat sich schnell gelegt.
Der Sprecher des Hörbuchs, Götz Otto, trägt den Text schön vor, hat dabei aber eher einen Märchenerzählerton, was den episodenhaften Charakter des Textes unterstreicht. Die Tragik der Situation geht ein wenig im Geplauder unter, kluges Geplauder, natürlich, aber wirklich neu und erhellend sind die Gedanken auch nicht.
Dieses Hörbuch ist unterhaltsam und gibt einen Anstoß achtsamer zu leben. Eine Offenbarung ist es nicht, aber es ist kurz, es dauert 2 Stunden, 46 Minuten.