Ein auf der Flucht verloren gegangen kleiner Junge, der über keinerlei Erinnerung verfügt, wird wie viele andere Kinder mit ähnlichem Schicksalen in einem katholischem Kinderheim aufgenommen. Willkürlich wird ihm ein neuer Vorname zugeteilt: Hartmut (beginnend mit H, weil dieser Buchstabe gerade an der Reihe ist), sein Stammeln zum Familiennamen (falsch) verstanden bzw. interpretiert und sein Alter geschätzt. Durch das erlebte Trauma kann er nicht sprechen und wird somit als dumm und schwachsinnig eingestuft. Im Heimalltag sind die Kinder nur Nummern und werden von den Schwestern hart und ungerecht bis zur körperlichen Züchtigung bzw. Misshandlung behandelt. Ein Missbrauch der das Vertrauen in andere für das weitere Leben arg zerstört. Auch Margret kommt als Vollweise in dieses Heim, sie ist einige Jahre älter und nimmt Hardy unter ihre Fittiche. Als ihre Tante als letzte Familienangehörige ermittelt wird, bekommt sie eine neue Familie und muss den Kleinen seinem Schicksal überlassen.
Doch ihre Wege treffen sich wieder und nun wird schwört sie sich ihn nie wieder alleine zu lassen...
Die Autorin nimmt den Leser mit in zwei Leben voller Entbehrungen und Schmerzen, zu Taten und leidvollen Erfahrungen, über die,wie (leider) in dieser Generation so typisch, nie gesprochen wird und so ohne es zu wollen das Trauma in die Nachkriegsgeneration und folgende weiterzutragen. Doch damit lässt sich leider nicht alles erklären. Offen bleibt für mich leider das absolut unterkühlte Verhältnis beider zu ihrer Tochter - sehr gern hätte ich zu den Gründen mehr gewusst. Die Enkelin wiederrum ist beiden näher, schafft es trotz intensivem Beharren leider auch nicht, die hohe Mauer des Schweigens zu durchbrechen. Ich hätte mir gewünscht, wenigstens Hardy hätte Margret sich geöffnet, doch viel zu tief sitzt die Scham für etwas was sie nicht zu verantworten hat. Die Leben gehen für mich leider zu leise dahin, jeder bleibt mit seinem Trauma allein. Wiederrum sehr beeindruckt bin ich immer wieder von dem Pragmatismus dieser Generation: egal was kommt, man nimmt es ohne grosses Jammern hin und macht das Beste daraus. Von dieser Grundeinstellung das Leben zu meistern könnte sich heutzutage so mancher eine Scheibe abschneiden.
Vermutlich kann, wer den Krieg überlebt hat, alles überleben!