Eine überaus spannende Idee, die Hayley Gelfuso in ihrem Debütroman Das Buch der verlorenen Stunden in einer Mischung aus Fantasy und Liebesroman mit historischen Elementen verbindet. Es geht um eine riesige Bibliothek, die unabhängig von Raum und Zeit, alle Erinnerungen in Form Büchern aufbewahrt, während sogenannte Zeithüter darüber bestimmen, welche Erinnerungen bestehen bleiben und welche auf ewig ausgelöscht werden. Und es geht um Lisvet, die einst Zuflucht zwischen all diesen, schier unendlichen Buchreihen fand und begann, die verlorenen Erinnerungen in ihrem ganz eigenen Buch zu sammeln und über die Zeit zu retten.
Klappentext und Idee klangen großartig, doch leider haben es weder Schreibstil, noch Story geschafft mich so wirklich mitzureißen. Vielmehr plätscherte sie so an mir vorbei und schaffe es einfach nicht mich vollends in ihren Bann zu ziehen. Ich weiß nicht, ob es vielleicht daran lag, dass ich die Hörbuchversion gehört habe, es mir die vielen Zeitsprünge auch relativ schwer gemacht haben oder einfach daran, dass ich weder mit Lisvet, noch den übrigen Protagonisten wirklich viel anfangen konnte. Gut gefallen hat mir jedoch die stimmige Mischung aus Fantasy mit historischen Hintergründen, Agenten-Spionage-Vibe, Magie und der dezenten Liebesgeschichte. Auch die poetischen, teilweise philosophischen Einflüsse, die zum Nachdenken anregen, haben mir sehr gut gefallen.
Fazit: Irgendwie bin ich immernoch ziemlich hin und her gerissen, zwischen ich mochte das Buch und ich mochte es nicht. Wenn mir die Geschichte streckenweise auch ziemlich langatmig und fast schon zäh erschien, so ist sie trotzdem nicht schlecht und sogar wirklich originell. Leider fehlte mir von vorn bis hinten das gewisse Etwas und konnte mich daher nicht wirklich überzeugen. Daher entscheide ich mich in Sachen Leseempfehlung für die goldene Mitte.