Die Touristin von Jess Ryder ist eine ideale Urlaubslektüre, die mich gut unterhalten hat. Die Geschichte wird geschickt auf zwei Zeitebenen und aus zwei Perspektiven erzählt: In den 80ern erleben wir Estelle, die sich auf der griechischen Insel Inios in den Kellner Niko verliebt eine Sommerliebe, die scheinbar dramatisch endet. In der Gegenwart entdeckt ihre Tochter Juno zufällig durch alte Postkarten die wahre Identität ihres Vaters. Trotz aller Warnungen vor dem einflussreichen Inselclan begibt sie sich auf Spurensuche nach Inios und muss am eigenen Leib erfahren, wie gefährlich das ist. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, allerdings plätschert die Handlung lange wie eine leichte Sommerstory dahin. Die Spannung ist eher mittelmäßig und zieht erst gegen Ende richtig dramatisch an. Ein großes Lob geht an die Hörbuchsprecherin: Ihre leicht kratzige, freche Stimme passt perfekt zum Charakter der eigensinnigen Juno. Insgesamt eine nette, atmosphärische Geschichte, für die ich gerne 4 Sterne vergebe.