"Ich wollte die Kunst des Genießens in Italien, die Kunst der Hingabe in Indien und die Kunst, beides miteinander zu verbinden, in Indonesien studieren."
Elizabeth ist am Ende. Ihre Ehe ist nur noch ein Scherbenhaufen und sie liegt mittendrin. Jede Bewegung zerschneidet sie. Noch während des Scheidungskrieges beschließt sie, sich eine Auszeit zu nehmen. Ein Jahr will sie durch die drei Länder Italien, Indien und Indonesien reisen, die passenderweise mit I wie "ich" beginnen, dort wieder zur Ruhe kommen und vor allem zu sich selbst finden.
Ich gebe es zu, bis jetzt ist "Eat, Pray, Love" völlig an mir vorübergegangen, auch den Film kenne ich (noch) nicht. Umso mehr habe ich jetzt das Hörbuch genossen. Cathlen Growlich spricht so gefühlvoll, und auch wenn sie andere Personen als die Protagonistin spricht, klingt es immer sehr überzeugend. Meine Favoriten: Richard aus Texas, Nyomo und Ketut, die sie mir so nahe gebracht hat.
In Italien kommt Elizabeth wieder zu Kräften. Sie genießt es, die Sprache, die sie neu gelernt hat, den Genuss, das wunderschöne Land. Mit ihr habe ich außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten bereist, gut gegessen und - ja - einfach nur genossen!
Von dort geht es weiter nach Indien. Eigentlich wollte sie dort nur für drei Wochen in einen Ashram, doch sie merkt schnell, wie viel sie noch zu lernen hat und bleibt viel länger. Gerade weil sie sich mit den Meditationen oft so schwer tut, habe ich sie gut verstanden. Mein Affe im Kopf trommelt auch ohne Unterlass und allein bei der Vorstellung von stundenlangem Stillsitzen werde ich hibbelig. So ergeht es auch Elizabeth und gerade deshalb bleibt sie. Und gerade ihre verhasstesten "Übungen" bringen sie letztendlich weiter.
Gerade weil ich einen unruhigen Geist habe, habe ich mir mit dem Teil in Indien manchmal etwas schwer getan. Dort hat es mir vor allem Richard aus Texas angetan, der Kompliziertes oft so gekonnt auf den Punkt brachte und Elizabeth damit wieder auf den Boden zurückholte.
Auf Bali findet sie ihren alten Guru Ketut, den sie von einem vorherigen Besuch schon kennt. Sie unterstützt ihn, lernt von ihm und sie führen lange Gespräche, an denen ich als Hörerin teilhaben durfte. Sie findet auch ihre Seelenschwester, muss aber erkennen, dass das Leben auf Bali die Menschen geprägt hat. Dies zwingt sie zu einer schweren Entscheidung ...
Alles in allem hat mir Elizabeths Reise sehr gefallen! Sie hat mich inspiriert, auch mal Ruhe zu geben, mir Ruhe zu gönnen und das Leben zu genießen.
Fazit:
Eine Reise durch drei Länder zum Ich, durch Meditation, Genießen und Hingabe.