Das Cover dieses Hörbuchs sprach mich sofort an. Ein Krimi, der in einer Seniorenresidenz spielt mit dem typisch britischen Humor versprach mich so gut zu unterhalten wir die Bände des Donnerstagsmordclubs. Doch dieses Buch ist ganz anders.
Carol, eine Serienmörderin zieht direkt vom Gefängnis, wo sie die letzten 35 Jahre verbrachte in die Seniorenresidenz und sucht Anschluss in der Backgruppe. Dass diese alte Frau von ihren Morden im Detail und den Gründen dafür (das jeweilige Opfer nervte sue mit seinem Verhalten) berichtet, soll wohl witzig sein, da es vermeintlich zu einer älteren Dame nicht passt, hatte auf mich aber meist eine abstoßende Wirkung. Auch der sonstige "Humor" war eher ein lauter Schenkelklatscherhumor, der mir leider so überhaupt nicht zusagt.
Im Verlauf ihres Aufenthalts bemerkt Carol, dass die anderen Bewohner der Residenz in ihrem Betufsleben allesamt irgendetwas mit der Polizei zu tun hatten. Da verwundert es natürlich auch nicht, dass ihr Vorleben bald bekannt wird - was sie eigentlich vermeiden wollte - und sie sofort die Hauptverdächtige in einem Mordfall vor Ort ist.
Sie schafft es aber, die anderen wieder für sich zu gewinnen und mit ihnen zusammen diesen Mord und noch einen weiteren aufzuklären. Dass dabei richtige Freundschaft entsteht, etwas, was sie in ihrem Leben vorher nicht kannte, zeigt sich ganz besonders am Schluss. Diesen Teil der Geschichte mochte ich sehr.
Warum der Titel "Betreutes Morden" heißt, erschließt sich für mich bis zum Ende nicht. Es geht zwar um Morde und um das Leben in einer Seniorenresidenz, wo man natürlich betreut lebt, aber gemordet wird nicht betreut.
Die Sprecherin fand ich anfangs gewöhnungsbedürftig, da sie mit ausgesprochen tiefer Stimme spricht. Als ich mir aber vor Augen führte, wie sie aussieht und wie sie sonst spricht, passte es plötzlich. Es ist rinfach ihre Interpretation der Stimmen alter Leute.
Ich denke, dass dieses Buch Lesern, die einen derberen Humor bevorzugen als ich, durchaus sehr gut gefallen kann.