In der Stilistik Thomas Manns liegt dieses markant-prägnant-charmante Element, das einen sofort in seinen Bann zieht. Man sieht dadurch jede beschriebene Szene sofort bildlich vor dem geistigen Auge Gestalt annehmen und kann die Gefühle und Stimmungen der einzelnen Charaktere sehr gut nachempfinden. Die prosaischen Gemälde, die sich dabei offenbaren, präsentieren sich innerhalb ihrer literarischen Ästhetik mit Herz und Geist und entfalten dabei ihre ganz eigene Stimmung. Von daher ist genüsslicher Hörspaß garantiert, hier beim zehnten Teil von Thomas Manns Erzählungen in Form von "Mario und der Zauberer". Darin steht zu Beginn der harmlose Italienurlaub einer kleinen Familie (Ehepaar + 2 Kinder), welcher sich aufgrund der Hochsaison für die Ferienreisenden als eine Aneinanderreihung von Ärgernissen, Peinlichkeiten und skurrilen Erfahrungen entpuppt. Um sich etwas zu entspannen besucht die Familie eine lokale Veranstaltung in Form einer angekündigten Zaubershow. Dabei entwickelt sich eine atemberaubende Performance durch den Künstler, der nicht nur alle Beteiligten innerhalb kürzester Zeit in seinen Bann zieht, sondern sich mit seiner Persönlichkeit und seinem Können für immer in die Gehirne der staunenden Menge einbrennt.