Cover:Das Buchcover fällt mir sehr gut. Es zeigt zwei Orcas, die aus dem Meer springen. Der rosa Himmel bildet einen schönen Kontrast zu den Blautönen. Der Zeichenstil gefällt mir gut und ich finde es sehr schön, dass der Verlag bei der Covergestaltung bewusst auf den Einsatz von KI verzichtet.Handlung:Echo ist der jüngste Orca in seiner Familie und muss noch viel lernen, denn das Meer ist nicht nur voller Geheimnisse, sondern auch Gefahren. Eines Tages verliert Echo bei der Jagd die Orientierung und geht verloren. Er trifft auf ein fremdes Orcamädchen, das ihm zu folgen scheint. Obwohl das Orcamädchen eine andere Sprache spricht und sich auch in ihrem Verhalten von Echo unterscheidet, schließen sich die beiden zusammen. Echo bleibt aber weiterhin auf der Suche nach seiner Familie und muss rasch lernen selbstständig zu werden.Schreibstil & Spannungsaufbau:Sabine Giebken schreibt leicht und gut verständlich. Anfangs ist der Schreibstil sehr klar und sachlich. In Laufe der Geschichte ändert sich die Erzählweise und der Stil wird etwas gefühlvoller. Die Geschichte ist meiner Ansicht nach sehr abwechslungsreich, sodass man einen guten Einblick in das Leben der Orcas bekommt und die Handlung spannend bleibt.Charaktere:Echo ist ein junger, verspielter Orca und am Anfang des Buchs das jüngste Familienmitglied. Mit der Geburt eines weiteren Kalbs ändert sich das jedoch. Echo befindet sich in einer Entwicklungs- bzw. Übergangsphase, das spürt man beim Lesen richtig. Er will einerseits schon groß und selbstständig sein, ist gleichzeitig aber noch sehr verspielt und lässt sich leicht ablenken. Dadurch passiert es auch, dass er verloren geht. Durch diese ungewollte bzw. ungeplante Reise Echos muss er schnell und viel lernen und entwickelt sich weiter. Das kann man schön beobachten.Kelp ist das Orcamädchen, mit dem sich Echo zusammentut. Echo und Kelp sind zwar beide Orcas, scheinen aber dennoch unterschiedlichen Untergruppen/ Gemeinschaften anzugehören. Das zeigt sich sowohl in ihrem Verhalten als auch daran, dass sie unterschiedliche Sprachen sprechen. Kelp, so hat Echo sie getauft, scheint schon länger auch sich selbst gestellt zu sein und ist in ihren Jagdkünsten bereits versierter.Neben Echo und Kelp gibt es noch viele weitere Charaktere, wie etwa Echos Familienmitglieder oder eine mit Echos Familie befreundete Orcafamilie, die von verschwundenen Kälbern erzählt. Die Charaktere sind meiner Ansicht nach sehr unterschiedlich und vielfältig und gut gewählt. Durch das, was sie erleben und erzählen, wird viel Wissen über Orcas allgemein vermittelt. Meinung & Fazit:Das Buch handelt großteils vom dem verloren gegangenen Orca Echo und wie er seinen Weg nach Hause findet. Dabei begleitet man Echo auf seiner Reise und lernt so einiges über Orcas. Dabei wird nichts beschönigt, sondern einfach so erzählt wie es ist. Zwei Szenen fand ich persönlich dann doch recht blutig und (obwohl es sich am Ende aufklärt) nicht ganz so passend für ein Kinderbuch. Der Schreibstil ist leicht und gut verständlich und anfangs eher sachlich gehalten. Handlung und Schreibstil werden im Laufe des Buchs aber gefühlvoller und haben mich stellenweise sehr berührt. Besonders folgende Buchstelle ist mir im Gedächtnis geblieben: "Das Meer war krank. Auch er hatte es gespürt. Diese Krankheit war überall. Und noch etwas wurde ihm klar: Sie alle waren ein Team. Das Meer und die Bäume und die Flüsse und die Fische und die Orcas. Alles gehörte zusammen! Wenn das Meer krank war, dann wurden auch die Orcas krank." Die Infos über Orcas am Ende des Buchs fand ich toll. Meiner Meinung nach runden sie das Buch schön ab. Das Buch ist nicht nur lehrreich in Bezug auf Orcas, sondern schneidet auch das Thema Naturschutz allgemein an. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen!