Das Buch lohnt sich für Menschen, die mit einem wirtschaftlichen Blick auf Social Media schauen.
Der Social Media Faktor ist kein gewöhnlicher Social Media Ratgeber. Hier wird nicht die Nutzung von Social Media erklärt, wie man Storys macht oder warum TikTok DIE Trendplattform schlechthin ist. Der Autor geht einen Schritt zurück, widmet sich dem Thema viel oberflächiger - und dadurch auch viel zeitloser. Es geht darum Social Media als wirtschaftlichen Faktor zu begreifen. Hans Neubert gibt dabei viele praktische Erklärungen und Argumentationsketten warum Social Media nicht nur ein netter privater Zeitvertreib, sondern eine echte Wachstumschance für das eigene Unternehmen ist. Außerdem gibt er dem Leser konkrete Hebel an die Hand, wie man Social Media im Unternehmen als Kommunikationskanal etablieren und gleichzeitig Skeptikern im Kollegium die Angst nehmen kann. Man merkt alo recht früh: Das Buch lohnt sich vor allem für Führungskräfte, die Social Media im Unternehmen einführen wollen und Entscheider sowie Geschäftsführer, die mit einem wirtschaftlichen Blickwinkel auf das Thema schauen und wissen wollen, ob sich Social Media auch für sie rentabel umsetzen lässt. Als Content-Strategin war der erste Abschnitt inhaltlich nicht neu für mich: viele von den Sorgen, Ängsten, Vorurteilen und Gesprächen die Hans Neubert skizziert erlebe ich selbst fast täglich. ich konnte mir aber einige Formulierungen abschauen, um die Argumentation FÜR eine Social Media Präsenz nochmal präziser und greifbarer zu machen. Was ich wahnsinnig spannend waren die ganzen Unternehmens-Archetypen. Hier wird die Expertise vom Autor erst richtig deutlich und Social Media als wirtschaftlicher Faktor greifbar. Er erklärt, wie unterschiedliche (Unternehmens-)Typen Social Media verstehen und Nutzen, welche Systeme sie etabliert haben, wo dort die Stärken und Schwächen liegen und welche Vor- und Nachteile das mit sich bringt. Die Stelle hat mir am besten gefallen, weil (wenn man Social Media für Unternehmen als Dienstleister macht) man aus meiner Erfahrung heraus diese ganzen Dinge die er beschreibt erst in einem Prozess, Stück, für Stück aus dem Unternehmen herauskitzel, und es einige Zeit dauert, um zu verstehen wo und was in der Organisation der Knackpunkt ist, weshalb etwas nicht so rund läuft und wo man eben gegensteuern kann. Hans Neubert gibt einem hier aber ein konkretes Tool an die Hand, um das Unternehmen frühzeitig einem Archetypen zuzuordnen und so gleich von Beginn an zu wissen, welche Herausforderungen auf einem zukommen werden und wo man ansetzen kann, um diese Stolpersteine zu entfernen. Die Archetypen sind inhaltlich für mich der interessanteste Teil und mein größtes Learning. Auch, weil hier konkrete Unternehmen als Beispiele für die jeweiligen Typen genannt werden, die das ganze Thema greifbarer machen. Leider ist es auch der Teil im Buch, der am schwerfälligsten zu lesen ist. Hier reit sich Erklärung um Erklärung, manchmal wirkt es etwas monoton und spätestens nach dem 5 Archetypen verschwimmen (gedanklich) langsam die Unterschiede. Das Buch ist für mich daher insgesamt eher Nachschlagewerk als einmaliger Ratgeber.