Wow, was ist das für ein toller Auftakt für eine Fantasy-Reihe! "Aftermyth" ist ein super spannender Fantasy-Jugendroman, der mich echt überzeugt hat.
Für Penelope verläuft der Start an ihrer neuen Schule völlig anders als geplant. Obwohl sie sich jahrelang darauf vorbereitet hat, kommt sie nicht wie erwartet in das Haus der Athena, ihrer Wunschgöttin, sondern wird einer anderen Göttin zugeteilt. Trotz allen Unmuts darüber findet sie im neuen Wohnheim schnell sehr gute Freunde, die mit ihr die Abenteuer an der Anaximander bestreiten. Dort passieren immer wieder merkwürdige Dinge, die Penelope meist unvorbereitet in abenteuerliche Situationen ziehen. Denn Penelope scheint irgendwie besonders zu sein. Und immer wieder drängt sich beim Lesen die Frage auf, was die Götter eigentlich im Sinn haben.
Die Figuren sind authentisch und haben die nötige Tiefe. Die Wohnheim-Idee ist nicht neu aber funktioniert gut - sie erinnert irgendwie an die vier Hogwarts-Häuser. Auch griechische Mythologie in Jugendbüchern ist seit Percy Jackson natürlich nichts Neues mehr, aber Tracy Wolff gelingt es, eine ganz eigene faszinierende Welt zu entwickeln. Ihr Schreibstil ist flüssig zu lesen und die Kapitelüberschriften sind immer kleine Wortspielereien mit Sprichwörtern...da würde mich tatsächlich ein Blick in die Originalfassung sehr reizen, um zu erfahren, wie es im englischsprachigen Original lautet.
Cover und Farbschnitt sind ein kleiner Augenschmaus, mit sehr klarem Bezug zur Handlung des Buches.
Einziger kleiner Wehmutstropfen: Die Ereignisse zu Beginn des Buches nehmen sehr viel Seitenkapazität ein, was toll ist, denn ich finde diesen Teil sehr spannend und wichtig. Allerdings fehlen mir in der zweiten Hälfte des Buches einige Details und Informationen. Für mich hätte die Geschichte hier gerne noch ein paar mehr Seiten haben können, denn ich hätte gerne etwas mehr über die Unterrichtsfächer an der Anaximander erfahren. Auch mit den Musen hätte ich gerne etwas mehr Zeit verbracht und auch Sullivan und Kyrian hätte ich gerne noch etwas näher kennenglernt. Ich habe jedoch den Eindruck, dass diese Figuren in der Fortsetzung noch eine Rolle spielen werden...denn die Geschichte fängt gerade erst an.
Kleiner Fun Fact zum Schluss: Die Geschichte enthält neben den offensichtlichen Bezügen zur griechischen Mythologie auch einige versteckte Hinweise. Die Schule "Anaximander" verdankt ihren Namen beispielsweise einem griechischen Philosophen.
Fazit: Absolute Leseempfehlung für Fantasyfans, die auch von der griechischen Mythologie fasziniert sind. Ich möchte am Liebsten direkt weiterlesen. Nur schade, dass Tracy Wolff die Fortsetzung erst noch schreiben muss...