Eine österreichische Familiengeschichte und eine Fahrt nach Montenegro
Rückwärtswalzer" von Vea KaiserManchmal sind es genau die Romane, die sich Zeit lassen, die am Ende am meisten geben. Rückwärtswalzer ist so einer.Auf gut 400 Seiten entfaltet Vea Kaiser das Porträt einer österreichischen Familie, deren Zentrum drei Schwestern bilden - jede für sich eigenwillig, widersprüchlich, lebendig. Die Figuren sind nicht nur sorgfältig gezeichnet, sondern bewusst überzeichnet, fast schon mit einem Augenzwinkern - und gerade dadurch so eindrücklich.Was zunächst wie eine klassische Familiengeschichte beginnt, gewinnt im Verlauf spürbar an Dynamik und Tiefe. Besonders im zweiten Teil entwickelt der Roman eine überraschende Wucht: Ein ebenso skurriles wie berührendes Roadmovie führt fünf Figuren gemeinsam nach Montenegro - eine Reise, die nicht nur geografisch, sondern auch emotional einiges in Bewegung setzt.Und dann ist da noch dieses Geheimnis, das über allem schwebt. Lange nur angedeutet, wird es erst ganz zum Schluss aufgelöst - und verleiht der gesamten Geschichte rückblickend eine neue Dimension.Unser Buchclub war sich beim heutigen Treffen einig: ein klug komponierter, sprachlich überzeugender Roman, der mit jeder Seite gewinnt. Kein lautes Buch - aber eines, das nachhallt.Für alle, die Familiengeschichten mit Tiefe, Humor und erzählerischem Atem schätzen.