Mit "Alchemy of Secrets" zieht Stephanie Garber ihre Leserinnen in ein düsteres Hollywood¿Setting, das von alten Kinos, urbanen Legenden und dem halb verschütteten Mythos vom Teufel als echter Macht geprägt ist. Die 25¿jährige Holland St James glaubt, dass hinter den berühmten Todesfällen des alten Hollywood mehr steckt als Hollywood¿Dramatik, und beginnt im Kurs "Folklore 517" unter einer geheimnisvollen Professorin eine Recherche, die sie schnell in eine gefährliche Welt aus Magie, jahrhundertealten Lügen und einigen extrem undurchsichtigen Männern hineinzieht. Die Grundidee ist stark, die Atmosphäre dicht und verspielt, und gerade das alte Hollywood¿Flair plus die Folklore¿Elemente machen das Buch zu einem spannenden Leseabenteuer für Freundinnen von Dark Academia und urbanen Legenden.Stilistisch überzeugt Garber vor allem mit ihrer Stimmung: Los Angeles fühlt sich weniger wie eine moderne Großstadt an als wie ein Ort voller Schatten, verstummter Geschichten und unterschwelliger Warnungen, dass hier längst nicht alles ist, was es zu sein scheint. Die Professorin, die alte Kinoarena als Vorlesungsraum und die Mythen, die sich zwischen Filmkulissen und Realität verfangen, erzeugen eine Mischung aus Film¿Noir und urbaner Fantasy, die sich ganz leicht als Serie oder Film vorstellen lässt. Holland selbst wirkt sympathisch, neugierig und grundsätzlich clever, wirkt aber stellenweise zu vertrauensselig und sprunghaft, als würde sie mehr nach der Logik der Handlung als nach innen stimmigen Motiven entscheiden. Die Figuren um sie herum bleiben oft zweideutig, Motive bleiben unklar und Warnungen bleiben im Raum stehen, ohne dass man jemals wirklich weiß, ob sie Teil eines cleveren Puzzles oder einfach nur bewusst zurückgehaltene Informationen sind.Inhaltlich steigt die Spannung ab der zweiten Hälfte spürbar an, allerdings gehen viele harte Szenenwechsel und abrupte Schnitte zu Lasten des Leseflusses. Manches wirkt weniger wie ein natürlich entstehender Twist, sondern eher wie eine konstruierte Eskalation, und der finale Showdown bleibt für meinen Geschmack eher ratlos als rund aufgelöst. Zahlreiche Fragen zu Hollands Familie, den Visitenkarten, den übernatürlichen Effekten und der Rolle ihres Umfelds bleiben offen, sodass das Buch eher wie Teil eines größeren Puzzles wirkt, dessen Teile nicht vollständig geliefert werden. Für mich bleibt "Alchemy of Secrets" deshalb ein Roman mit viel Potenzial, aber unausgewogener Ausführung: Die Atmosphäre ist sehr gut, die Figuren und Entwicklungen aber teils unbefriedigend, und ich hoffe, dass der zweite Band hier nachzieht und die offenen Fäden sauberer aufgreift.