Wann hat dein Nein etwas bewirkt?
Hazel zieht mit ihrer Familie in eine Kleinstadt namens Maine. Als der Direktor sie an ihrem ersten Schultag zu sich ins Büro bittet, hat Hazel ein mulmiges Gefühl. Jedes Jahr sucht sich der Direktor eine Schülerin, mit der er eine sexuelle Beziehung hat. Und dieses Jahr hat er Hazel ausgesucht. Doch Hazel sagt Nein. Welche Folgen hat das für sie und ihre Familie?
Das Cover und der Klappentext haben mich sofort angesprochen. Ich fand auch sehr gelungen, dass die Geschichte aus der Perspektive aller Familienmitglieder erzählt wurde. So bekam ich einen Einblick in alle Gefühlswelten aller. Ich sage mal, dass die Familie als eine Durchschnittsfamilie dargestellt wurde. Die Mischung aus den verschiedenen alltäglichen Wahrnehmungen und dem Umgang mit der Situation regte zum Nachdenken an. Für mich hätten es gerne etwas mehr Dialoge sein dürfen, da ich persönlich bei seitenlangen Erzählungen dazu neige, etwas schneller drüber zu lesen und zu überfliegen. Auch trugen die Ausführungen teilweise nicht unbedingt zur Geschichte an sich, sondern mehr zum drumherum bei. Da hätte man teilweise kürzen können.Gelungen fand ich aber die Wahl der Erzählperspektive, weil es nicht aus der Ich-Perspektive erzählt wurde. Das sorgte für Distanz, was ich für die Geschichte sehr passend fand. So konnte ich selbst mehr über die Handlungen und Gedanken nachdenken und mir meine eigene Meinung leichter bilden.
Trotz der recht schweren Thematik ließ sich das Buch leicht lesen. Diese Geschichte bringt einen zum Nachdenken und Reflektieren. Wie hätte ich mich in dieser Situation verhalten? Viele Denkweisen konnte ich nachvollziehen und verstand die Ängste, Zweifel und Sorgen. Für mich ein sehr gutes Buch mit einer sehr wichtigen Botschaft.