Sam kommt für einige Wochen nach London, um in ihrer Traumstadt ein Praktikum in einer angesagten Marketing-Agentur zu absolvieren. Es ist Sommer, sie fühlt sich leicht und zugehörig - ganz anders als in ihrer Heimat Schweden. Auf einer Party trifft sie Luc, die beiden verlieben sich, wohl wissend, dass ihre Beziehung den Sommer nicht überstehen wird. Doch sie machen das beste aus ihren gemeinsamen Tagen: sie reden über Gott und die Welt, haben leidenschaftlichen Sex, gehen aus, trinken Cocktails, essen gut, feiern das Leben. Als Sam nach Schweden zurückreist, wollen beide auch in ihr alten Leben zurückkehren: Sam will mit den beruflichen Erfahrungen im Gepäck die Karriereleiter ein Stück weiter nach oben steigen, Luc seine alten Routinen wieder etablieren und endlich seine berufliche Zukunft in die Hand nehmen. 1000 Kilometer liegen fortan zwischen den beiden, eine Fernbeziehung wollen sie beide nicht. Doch einander vergessen können sie auch nicht...Jenny Mustard legt mitOkaye Tageeine moderne und authentische Liebesgeschichte zwischen zwei Millenials vor, die frei von Kitsch erzählt wird und dennoch zum Mitfiebern einlädt. Sam und Luc sind Kinder ihrer Zeit: Sie haben alle Freiheiten und wollen diese genießen, eine Beziehung, die Arbeit verlangt, ist nichts für sie. Der gemeinsame Sommer ist daher absolut nach ihrem Geschmack: sie lassen sich treiben und genießen die gemeinsamen Tage, die ablaufende Zeit macht jeden Moment besonders, gleichzeitig wissen sie, dass ihre alten Leben genügsam auf sie warten. Doch sie haben die Rechnung ohne ihre Gefühle gemacht: Sie wollen zusammen sein - was jedoch von beiden Anstrengungen und Kompromisse erfordert.Okaye Tageerzählt von Verletzungen und Annäherungen, vom Scheitern und vom Versöhnen. Zum Schluss gibt es - so viel sei verraten -ein passendes Ende, das sich nach happy end anfühlt, ohne dass sich alles in Wohlgefallen auflöst.Auf knapp 360 Seiten wird die Liebesbeziehung zwischen Sam und Lucabwechselnd aus ihrer und seiner Sicht erzählt.Dabei fällt auf, wie unterschiedlich beide in ihren Gedankenwelten sind und dass sie dennoch gut zusammenpassen. Beide zwingen den jeweils anderen aus seiner bzw. ihrer Komfortzone: Sam verlangt von Luc Flexibilität, Luc zwingt Sam zu Ernsthaftigkeit. Mustard schildert dies alles in einemalltäglichen Sound, frei von bedeutungsschwangeren Dialogen oder Interaktionen. Man lässt sich ähnlich wie Sam und Luc durch London treiben und hofft, dass sie sich am Ende final für einander entscheiden. Die Spannungskurve verläuft dabei subtil, reicht aber aus um die Geschichte in eine Mini-Serie zu verwandeln. Generell erzählt Mustardso szenisch, dass eine Verfilmung des Romans problemlos vorstellbar ist.Wer Lust auf eine ernsthafte Liebesgeschichte aus dem 21. Jahrhundert hat, ist beiOkaye Tagean der richtige Adresse.Nie seicht, stattdessen erfrischend und stets in der Realität verankert. Eine große Leseempfehlung!