Zum Paradies

Der Nummer 1 Bestseller aus UK & USA von der Autorin von "Ein wenig Leben". Originaltitel: To Paradise.…
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»Tiefgründig, sensibel, spannend.« Juli Zeh, Börsenblatt


Drei Jahrhunderte, drei Versionen des amerikanischen Experiments: In ihrem kühnen neuen Roman dem ersten seit Ein wenig Leben erzählt Hanya Yanagihara von Liebenden, von Familie, vom Verlust und

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Produktdetails

Titel: Zum Paradies
Autor/en: Hanya Yanagihara

ISBN: 3546100514
EAN: 9783546100519
Der Nummer 1 Bestseller aus UK & USA von der Autorin von "Ein wenig Leben".
Originaltitel: To Paradise.
Auflage 2.
Übersetzt von Stephan Kleiner
Claassen-Verlag

11. Januar 2022 - gebunden - 896 Seiten

Beschreibung

»Tiefgründig, sensibel, spannend.« Juli Zeh, Börsenblatt


Drei Jahrhunderte, drei Versionen des amerikanischen Experiments: In ihrem kühnen neuen Roman dem ersten seit Ein wenig Leben erzählt Hanya Yanagihara von Liebenden, von Familie, vom Verlust und den trügerischen Versprechen gesellschaftlicher Utopien.  


1893, in einem Amerika, das anders ist, als wir es aus den Geschichtsbüchern kennen: New York gehört zu den Free States, in denen die Menschen so leben und so lieben, wie sie es möchten so jedenfalls scheint es. Ein junger Mann, Spross einer der angesehensten und wohlhabendsten Familien, entzieht sich der Verlobung mit einem standesgemäßen Verehrer und folgt einem charmanten, mittellosen Musiklehrer.
1993, in einem Manhattan im Bann der AIDS-Epidemie: Ein junger Hawaiianer teilt sein Leben mit einem deutlich älteren, reichen Mann, doch er verschweigt ihm die Erschütterungen seiner Kindheit und das Schicksal seines Vaters.
2093, in einer von Seuchen zerrissenen, autoritär kontrollierten Welt: Die durch eine Medikation versehrte Enkelin eines mächtigen Wissenschaftlers versucht ohne ihn ihr Leben zu bewältigen und herauszufinden, wohin ihr Ehemann regelmäßig an einem Abend in jeder Woche verschwindet.
Drei Teile, die sich zu einer aufwühlenden, einzigartigen Symphonie verbinden, deren Themen und Motive wiederkehren, nachhallen, einander vertiefen und verdeutlichen: Ein Town House am Washington Square. Krankheiten, Therapien und deren Kosten. Reichtum und Elend. Schwache und starke Menschen. Die gefährliche Selbstgerechtigkeit von Mächtigen und von Revolutionären. Die Sehnsucht nach dem irdischen Paradies und die Erkenntnis, dass es nicht existiert. Und all das, was uns zu Menschen macht: Angst. Liebe. Scham. Bedürfnis. Einsamkeit. 

Zum Paradies ist ein Wunderwerk literarischer Erfindungskraft und ein Kunstwerk menschlicher Gefühle. Seine außergewöhnliche Wirkung gründet in seinem Wissen um den Wunsch, jene zu beschützen, die wir lieben: Partner, Liebhaber, Kinder, Freunde unsere Mitmenschen. Und den Schmerz, der nach uns greift, wenn wir das nicht können.

Portrait

Hanya Yanagihara, 1974 in Los Angeles geboren und in Hawaii aufgewachsen, ist Schriftstellerin und Journalistin. Ihr zweiter Roman "Ein wenig Leben", nominiert für den Man Booker Prize und den National Book Award, zählt zu den außergewöhnlichsten und meistdiskutierten literarischen Werken der vergangenen Jahre. Ihr erster Roman "Das Volk der Bäume" wurde 2019 ins Deutsche übersetzt.

Leseprobe

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Pressestimmen

»Ein verstörend großartiges Buch - bedingungslos klug und bestechend unausweichlich.« Jutta Duhm-Heitzmann, WDR 3 Lesestoff

»Hanya Yanagiharas Bücher sind wie Schwämme für die Strömungen der Gegenwart.« Claudia Voigt, DER SPIEGEL

»Das in der westlichen Hemisphäre nächste größte Ereignis der Literatur (...) Ein Werk, dessen Erzählsog man sich gerade aufgrund der Maßlosigkeit tatsächlich nicht entziehen kann.« Thomas Andre, Hamburger Abendblatt

»Das kann diese Autorin (...) wirklich gut, das Übertreiben und das Zerstören von Hoffnung. In ihrer Konsequenz erspart Yanagihara ihren Protagonisten nichts. Und auch nicht ihrer Leserschaft.« Elisabeth Freundlinger, Wiener Zeitung

»Stark und sehr, sehr schön.« Katharina Kluin, stern

»Eine abenteuerliche Reise ins Herz der sozialen Finsternis und der sexuellen Tabus.« Frank Dietschreit, rbb Kultur

»Yanagihara ist mit allen diskursiven Wassern gewaschen.« Simon Hadler, ORF Kultur

»Wieder einen Wälzer zu haben, in den man versinkt, ist ein besonderes, selten gewordenes Vergnügen.« Maria Motter, FM4

»Fraglos relevante Literatur (...) weil Yanagihara es versteht, den Zeitgeist literarisch zu verarbeiten und Fragen zu stellen hinsichtlich der Identität von Menschen und Geschichten.« Meike Stein, SR 2

»Schwere Kost ist das. Absolut brillant.« Annemarie Stoltenberg, NDR Kultur

»Wenn man sich auf die verschiedenen Erzählungen einlässt, dann ist der Roman tatsächlich aktuell, ambitioniert und steckt auch voller interessanter Ideen. Auch entfaltet Yanagihara bei ihrer Erkundung der menschlichen Psyche ein wirklich aufwühlendes Panorama.« Dorothea Westphal, Deutschlandfunk Kultur

»"Zum Paradies" gleicht einem verwinkelten Gebäudekomplex, in dem man sich überraschend leicht zurecht findet.« Ursula März, DLF "Büchermarkt"

»Dieses Buch ist beides - es ist aufregend und es regt einen auf.« Beate Tröger, SWR 2 "Lesenswert"

»Ein aufwühlender, opulenter Gesellschaftsroman, der zeigt, was uns Menschen ausmacht und wie fragil Deomkratie ist.« Cornelia Zetzsche, BR "Diwan"

»Hanya Yanagiharas Zum Paradies ist so gut wie Krieg und Frieden.« Edmund White

»Eines der meisterwarteten Bücher des Jahres 2022 wenn nicht des ganzen Jahrzehnts.« The Stylist

»So ambitioniert wie packend im Verweben allgemeingültiger Fragen und bewegender Menschheitsthemen.« Grazia

»Drei Jahrhunderte, drei Geschichten, immer New York - und wieder geht es Hanya Yanigahara ums Ganze, um die menschliche Existenz.« Donna

»Ein zukünftiger Klassiker.« Telegraph

»Es ist unmöglich, Zum Paradies beiseitezulegen ein beängstigendes und wunderschönes Buch.« Literary Review

»Hanya Yanagiharas Meisterleistung in Zum Paradies liegt darin festzuhalten, wie das unvermeidbare Chaos unserer Gegenwart sich in der Zukunft entfaltet.« Jordan Kisner, The Atlantic

»Hinter diesem beeindruckenden, wichtigen Roman steht die Frage: Was ist ein Leben, wenn es nicht in Freiheit gelebt wird?« Alex Clark, The Guardian

»Eine tiefe, verletzliche Erkundung von Liebe und Verlust.« Time, die 21 meist erwarteten Bücher 2022

»Gigantisch, seltsam, erlesen, furchterregend und voller Rätsel.« Kirkus

»Tiefgründig, sensibel, spannend.« Juli Zeh, Börsenblatt

»Kunstvoll erzählt, aber manchmal nicht leicht zu ertragen - und über 900 Seiten lang. Sicher ein Highlight im neuen Jahr.« NDR Kultur

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 08.01.2022

Das Paradies ist anderswo

Vor fünf Jahren machte sie mit "Ein wenig Leben" international Furore. Der Roman spaltete wegen seiner Drastik das Publikum. Jetzt spannt Hanya Yanagihara mit ihrem neuen Amerika-Roman auf wieder fast neunhundert Seiten einen Bogen über drei Jahrhunderte - und uns auf die Folter.

Was hat dieses neunhundertseitige Buch, das den Titel "Zum Paradies" trägt, damit zu tun? Ein Leseparadies ist es schon mal nicht, eher eine bisweilen endlos scheinende Textsteppe gewundener Sätze mit verschachtelten Untergliederungen, die einen oft den Faden verlieren lassen. Eine Parodie des psychologischen Romans, wie bereits vermutet wurde? Auch das würde die Lektüre nicht angenehmer machen.

Oder soll der Ort, an dem die drei Romane spielen, die unter dem Dach dieses Buches zusammengezimmert sind, paradiesisch sein? Sie spielen alle am Washington Square in New York, mithin an einem Ort mit Symbolgeschichte. Hier haben die Vereinigten Staaten zur Selbstfeier ihre Version des Triumphbogens gebaut, hier versammelte sich einst die progressive Folkszene und fand so manche bedeutende Kundgebung oder Protestaktion statt. Zudem gab der Washington Square einem Roman von Henry James seinen Titel und einigen Filmen den Schauplatz, an dem sich etwa Jane Fonda und Robert Redford neckten oder Marvel-Comic-Helden prügelten. Aber im Jahr 2077, so erfahren wir im letzten Teil des Buches von Hanya Yanagihara, kommen Bulldozer und machen die Reste der Bebauung des Washington Square platt, reißen die letzten Bäume aus, und "im übrigen Park gießen Arbeiter den ganzen Tag Bereiche mit Zement aus, die einmal mit Gras bewachsen waren". Kein Paradies also.

Und doch endet jeder der drei Teile programmatisch mit den Worten "Zum Paradies". Dieses Strukturelement unterstreicht, dass Yanagihara drei Varianten einer Geschichte erzählt - nur zu verschiedenen Zeiten: am Ende des neunzehnten Jahrhunderts im ersten Teil, am Ende des zwanzigsten im zweiten und am Ende des einundzwanzigsten im dritten. Auf ihre Weise sind diese Geschichten Märchen, wenn auch sehr lang geratene.

Das erste Märchen, mit dem Titel "Washington Square", ist eines der Liebe und spielt um 1893 in einem New York der kontrafaktischen Geschichtsfiktion: In den sogenannten "Free States" sind gleichgeschlechtliche Ehen erlaubt und ganz normal. Diese Normalität tritt in Kontrast zur ansonsten konventionellen, ja fast überkandidelt antiquierten Erzählung, in der es "nach Möbelwachs und Lilien" duftet, "nach Earl Grey und Feuer". Aber das Feuer der Liebe lodert dennoch zwischen den Falschen: Denn der wohlhabende Jüngling David Bingham möchte nicht den ihm zugedachten Edelmann Charles heiraten, sondern einen armen Einwanderer namens Edward. Das gefällt dem Großvater nicht, der David zu enterben droht. Am Ende steht der mit gepackten Koffern vor dem "ersten Schritt in ein neues Leben": Er wird mit Edward nach Kalifornien ausbüxen.

Das zweite Märchen, mit dem Titel "Lipo-Wao-Nahele", ist eines der Herkunft und handelt auch von einem David, aber diesmal ist er mit Charles zusammen, dem älteren, reiferen Mann, der 1993 einen Butler hat und mit HIV infiziert ist. Sie leben in einem Männerzirkel voller Luxus und mit einem echten Jasper Johns über dem Sofa, aber das erfüllt David dann doch nicht, der sich immer mehr für seine Vorfahren auf Hawaii interessiert. Dann erzählt über eine sehr lange Strecke Davids im Koma liegender Großvater, den die Romanfiguren nicht hören können, dem die Leser aber zuhören müssen, ein eigenes Märchen von Hawaii.

Erst danach beginnt das dritte Märchen, mit dem Titel "Zone Acht". Es ist das des Abstiegs und noch einmal doppelt so lang wie die beiden davor. In wilden Zeitsprüngen und teils in Form seitenlanger Briefe der Figuren durchmisst es ein weiteres Jahrhundert bis 2094. Dieses Säkulum ist voller Pandemien, voll schlimmer Folgen des Klimawandels, die Welt ist unterteilt in Zonen für Privilegierte und Internierungslager für Kranke und Schwache. Bürger werden überwacht und drangsaliert, alle Grünlandschaft ist Nutzfläche, und die Idee eines "Parks", der zur Erholung dient, in dieser Zukunft gar nicht mehr nachvollziehbar. Die Eichhörnchen hat es schon dahingerafft, die Menschen strampeln noch: Sie geraten hier in die Zwickmühle zwischen Wissenschaft und Humanismus, zwischen Nächstenliebe und Selbsterhaltungstrieb. Das Märchen endet mit dem Brief eines zum Tode Verurteilten, der sich wegwünscht aus einem "verrotteten" New York in ein Paradies namens Neu-Britannien.

Das Paradies ist also immer anderswo: Hanya Yanagihara, die 1974 als Tochter eines Hawaiianers und einer Südkoreanerin in Los Angeles geboren wurde und heute Magazinredakteurin der "New York Times" ist, zielt mit dieser wenig überraschenden Erkenntnis offenbar dezidiert auf die amerikanischen Versprechen, die für viele unverwirklicht geblieben sind. Das ist bei den beschriebenen Einzelthemen ihres Romans durchaus interessant, aber wie sie hier alle zusammengeführt werden, hat doch etwas arg Willkürliches.

Es gibt an Yanagiharas Erzählmittelpunkt auch ein aufschlussreiches Moment der Selbstreferenzialität: In der düsteren Zukunft treten am Washington Square "Geschichtenerzähler" auf, die für Geld unterhalten und belehren sollen. "Verschiedene Geschichtenerzähler erzählten verschiedene Arten von Geschichten. Man ging zu einem, wenn man Liebesgeschichten mochte, und zu einem anderen, wenn man Märchen mochte, und wieder zu einem anderen, wenn man Tiergeschichten mochte, und wieder zu einem anderen, wenn man sich für Geschichte interessierte." Hanya Yanagiharas Anspruch ist offenbar, all dies auf einmal zu leisten. Aber mit ihrer Multifunktionserzählung über Queerness, Kolonialismus und Gesundheitsdiktatur übernimmt sie sich.

Stilistisch ist der Roman wenig reizvoll, es mangelt an sprachlicher Präzision. Ständig werden rhetorische Fragen beantwortet, werden Dinge wiederholt, wird Belangloses episch ausgebreitet. Dann wieder gibt es, wie der folgende Mammutsatz illustrieren mag, auch einen Überschuss an Stil, bei dem man sich aber fragt, zu welchem Zweck eigentlich. Bitte anschnallen: "Und so begann er, Edward mit aufrichtiger Sehnsucht zu befragen, danach, wer er war und wie er dazu gekommen war, dieses Leben zu leben, und als Edward sprach, so natürlich und fließend, als hätte er Jahre darauf gewartet, dass David in sein Leben trat und ihn befragte, wurde David sich, noch während er Edward interessiert zuhörte, bewusst, dass er einen neuen und unangenehmen Stolz empfand - darauf, dass er an diesem unwahrscheinlichen Ort war und dass er mit einem fremden und unwahrscheinlichen Mann sprach und dass er, auch wenn er sehen konnte, dass hinter dem nebelverschmierten Fenster der Himmel schwarz wurde, und auch wenn sein Großvater sich daher zum Abendessen niederlassen und sich fragen würde, wo er war, keine Anstalten machte, sich zu empfehlen, keine Anstalten zu gehen."

Ein interpretatorischer Reiz mag allenfalls darin bestehen, herauszufinden, wer gerade spricht (was oft maximal verunklart wird) oder ob und wie die Figuren der verschiedenen Romanteile miteinander verwandt sind - aber was das eigentlich Literarische angeht, also emotionale Schattierungen, Ambivalenzen oder gar Ironie, ist diese Prosa erstaunlich arm. Von Humor ganz zu schweigen.

Bei Yanagiharas viel gepriesenem und umstrittenem Roman "Ein wenig Leben" (F.A.Z. vom 28. Januar 2017), der ausführlichst vom körperlichen und seelischen Missbrauch an seinem Protagonisten erzählt, hat die Autorin, wie etwa im "Guardian" berichtet wurde, Debatten mit ihrem Lektor darüber geführt, "wie viel ein Leser ertragen kann". Die Frage stellt sich auch angesichts des neuen Buches - hier jedoch nicht in Bezug auf Drastik, sondern nur auf die schiere Länge und frappierende Umständlichkeit der Erzählung. JAN WIELE

Hanya Yanagihara: "Zum Paradies". Roman.

Aus dem Englischen von Stephan Kleiner. Claassen Verlag, Berlin 2022. 896 S., geb.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Hedda Freier, Buchhandlung Hugendubel Flensburg
Drei Jarhunderte - Drei Familiengeschichten
von Hedda Freier, Buchhandlung Hugendubel Flensburg - Hugendubel Buchhandlung Flensburg Holm - 26.01.2022
Ein großartiger Roman, der mich sehr beeindruckt hat. 1893, 1993 und 2093, drei Familiengeschichten, die in einem Amerika spielen, das es in den Geschichtsbüchern so nicht gibt. Die Autorin hat eine Welt erschaffen, in der es ein Leben, so wie wir es kennen, nicht gibt. In diesen 3 Geschichten geht es um Familie, um Freundschaft und um Verluste. 3 Lebensgeschichten, jeweils im Abstand von 100 Jahren, die aber irgendwie alle miteinander zu tun haben. Sie beschreiben 3 Familiengeschichten, die sich in gewisser Weise, wiederholen. Die 3. Lebensgeschichte hat mich besonders mitgenommen. Sie spielt in einem Jahrhundert, in dem es immer wieder Pandemien mit vielen Toten gegeben hat. Deshalb ist ein "normales Leben" für die Menschen nicht mehr möglich. Sie werden überwacht und, wenn nötig, abgeschottet um Pandemien frühzeitig einzugrenzen. Ein Szenario, das man sich in der momentanen "Coronapandemie" lieber nicht vorstellen möchte. Beim Lesen dieses Romanes fühlte ich mich oft hin- und hergerissen: Manchmal hätte ich das Buch am liebsten zur Seite gelegt, aber auf der anderen Seite hat es mich immer wieder voll in die Geschichte hineingezogen. Genau wie bei dem Roman "Ein wenig Leben" werde ich noch viel über diese Geschichten nachdenken müssen.
Bewertungen unserer Kunden
von archer - 26.01.2022
1893: Es ist anders, dieses Amerika, als jenes, welches wir kennen. In den Free States ist die gleichgeschlechtliche Liebe erlaubt, und sind nicht alle Menschen gleich und frei? Ein junger Mann, der sich nicht an den standesgemäßen Verehrer halten will, sondern einen jungen Lover wählt, erfährt es anders. 1993: Ein bisschen vergangene Gegenwart, ein junger Mann und ein alter Mann, und eine Kommunikation, die diesen Namen nicht verdient. 2093: Eine dystopische Zukunft, die ich jedoch noch am besten als realistisch erkennen konnte. Pandemien überziehen regelmäßig die Welt, Überwachungsstaat, Big Brother, Depressionen, 1984 all over again. Um ehrlich zu sein fällt es mir schwer, hier eine Rezension zu schreiben. Ich weiß nicht, was die Autorin damit bezweckte: Diversität, das große Wort Freiheit , Warnung vor der Zukunft? Wir bekommen hier drei Geschichten aus verschiedenen Jahrhunderten, ohne Anfang, ohne Ende, einfach mal so vorgeworfen wie ein zähes Stück Fleisch, da, nimm hin. Es ist dasselbe Fleisch wie gestern, es wird auch morgen wieder dasselbe geben, kau darauf herum, bis deine Zähne abgescheuert sind. Wir haben dieselben Orte, dieselben Namen, selbst die Geschichten sind dieselben, wenn man nur lange genug hinsieht, und dafür wurden 900 Seiten verbraucht? Die bildgewaltige Sprache wird gefeiert, die Innovation, die Originalität, aber wenn man mich fragt, ist ein Baum manchmal einfach nur ein Baum und ein Haus auch einfach nur ein Haus und des Kaisers neue Kleider sind immer noch nicht vorhanden, egal wie viele Leute seine Nacktheit als großartige Errungenschaft preisen.
von Anonym - 24.01.2022
Die Autorin Hanya Yanagihara entwirft drei mögliche Versionen der amerikanischen Geschichte zu verschiedenen Zeiten Die Autorin verschiebt historische fakten und schafft dadurch alternative Welten. Die zentralen Themen ihrer drei Geschichten, die nur lose miteinander verbunden sind, sind unter anderem Klassismus, Rassismus und Homosexualität. Zeitlich bewegen wir uns zwischen dem 19. Jahrhundert und Ende des 21. Jahrhunderts. Die erste Geschichte spielt in den USA des 19. Jahrhunderts, jedoch in keiner historischen Wirklichkeit, die USA ist nach Rebellionskriegen in verschiedene Kolonien und den Freistaat zerfallen. Arrangierte homosexuelle Ehen gehören in dieser Welt dazu. In der zweiten Geschichte begleiten wir David Bingham, der königlich-hawaiianischer Abstammung ist und in dem Haus seines reichen und wesentlich älteren Liebhabers wohnt. In der dritten Geschichte befinden wir uns in einer Dystopie des 21. Jahrhundert, in den Pandemien eine zentrale Rolle spielen und die Menschen in einer durch den Klimawandel geschädigten Welt und der ständigen Angst vor dem totalitären leben. Durch die drei Erzählstränge entsteht kein großes Ganzes, wie man es vielleicht von anderen Geschichten auf verschiedenen Zeitebenen kennt, sondern eher ein fragmentarisches Puzzle, Ein wenig Leben von der Autorin hat mich weitaus mehr überzeugen können als Zum Paradies. Das Buch lässt mich leider etwas ratlos zurück, da für mich die Geschichten nicht überzeugend miteinander verwoben wurden und es so viel Handlung, so viel relevante Themen und immer wieder die gleichen Namen der unterschiedlichen Charaktere vorkommen. Zudem bleiben viele Fragen, die ich mir gestellt habe unbeantwortet. Aber dennoch hatte ich viel Freude beim Lesen, hätte mir aber glaube ich zwischen den Geschichten mehr Zeit lassen sollen um die Welten voll und ganz auf mich wirken lassen zu können.
Der große Bogen?
von Anonym - 24.01.2022
In epischer Bandbreiter erstreckt sich der Roman "Zum Paradies" von Hanya Yanagihara. Er umspannt drei Jahrhunderte und drei ganz unterschiedliche Epochen und versucht sich am ganz großen Bogen zwischen gestern, heute und morgen, zwischen dem, was sich ändert, und dem, was das menschliche Leben ausmacht und die Zeiten überdauert. Yanagihara lässt die Figuren in ihrem Roman lieben und leiden und leben. Sie zeigt dabei ein präzises Gespür für Menschen und Gespräche und erschafft dabei Situationen und Dialoge, die mit ihrer realistischen Darstellung das Buch stets interessant halten. Trotz fast 900 Seiten ist Zum Paradies kein langes Buch. Hanya Yanigihara schreibt gut lesbar und flüssig. Von Form und Aufbau ist der Roman klassisch gehalten, im Inhalt jedoch modern und weist heutige Bezüge auf. Sie schreibt zwar über das gestern und morgen, aber damit schreibt sie natürlich vor allem über das heute. Nur was sie zu unserer Gegenwart damit sagen möchte, bleibt leider unklar.
Eine Geschichte, die man nicht vergessen kann
von Alexander Bittner - 23.01.2022
Aufgeteilt in 3 Sektionen, die 1893, 1993 und 2093 spielen, ergeben sich 3 verschiedene Geschichten, die sich jedoch teilweise überschneiden: das gleiche Manhattan-Brownstone am Washington Square Park wird von Charakteren aus allen drei Sektionen besetzt, ebenso wie die Charaktere, die die gleichen Namen wie die der vorherigen Sektionen haben. Für mich waren die gleichen Namen, die in jedem Abschnitt verwendet wurden, sowohl verwirrend als auch irgendwie vereinigend, um die Geschichte voranzubringen. 1893 wird Amerika in die freien Staaten, die Kolonien und den Norden geteilt. 1993 wird während der AIDS-Epidemie dargestellt und 2093 ist eine Zukunft, in der aufeinanderfolgende Pandemien und der Klimawandel zu totalitärer Herrschaft geführt haben. Die Suche nach Liebe zu sich selbst und zu den geliebten Menschen ist durch die drei Jahrhunderte hindurch ein ständiges Thema geblieben. Yanagiharas wunderschöne künstlerische Prosa erforscht und erklärt menschliche Emotionen in Abwechslung von Sätzen und Formulierungen, die mich immer wieder dazu brachten, Sätze zu wiederholen, nur um immer wieder die tiefen Empfindungen zu erfahren, die ich empfand, als ich ihre Beschreibungen von Angst, Einsamkeit, Opfer und Liebe las. Auf 704 Seiten schildert Yanagihara die sich wandelnde soziale, politische, ökonomische und ökologische Welt mit ihren vielfältigen Aspekten von Hoffnung, Toleranz, Heuchelei und Scheitern. Der letzte Teil war nicht leicht zu lesen, solange die aktuelle Pandemie andauert; das Szenario erschien mir viel zu real. Doch ich konnte das Buch nicht weglegen, weil die Brutalität der Situation von 2093 auch so schön menschlich gemacht wurde. Mit den letzten Absätzen des Romans schloss ich das Buch mit einem inneren Gefühl, das ich noch nie erlebt hatte, als ich ein Romanwerk beendet hatte. Eine Geschichte, die man nicht vergessen kann.
Wieder ein Geniestreich
von Emmmbeee - 23.01.2022
Das Monumentalwerk "Zum Paradies" besteht aus drei Büchern, übertitelt mit Washington Square, Lipo-wao-nahele und Zone Acht. Das Geschehen ist jeweils um ein Jahrhundert versetzt. Es sind drei Welten, die sich um gemeinsame Themen drehen: ungewöhnliche Liebesbeziehungen, die Erwartungen der eigenen Familie, Rassismus und nicht zuletzt die Hoffnung auf eine bessere Welt und den Weg dorthin. Drum lautet der Titel auch ZUM und nicht IM Paradies. Es geht auch um Homosexualität, die bereits im 19. Jahrhundert in wenigen Kreisen zur Normalität gehört und die doch nicht so frei gelebt werden kann, wie es scheint. Wie schon in "Ein wenig Leben" spielen auch in diesem Roman wieder schwere Verletzungen in der Kindheit die Hauptrolle, natürlich, denn die wirken sich immer aus, in jedem Leben. Der dritte Teil ist naturgemäß besonders erschreckend für den Leser. Denn was sich durch Covid allmählich abzeichnet, nämlich weitere Pandemien und durch ihre Bekämpfung womöglich notwendig werdende strenge, ja autoritäre Regierungen, wird in Situationen dargestellt, vor denen wir derzeit lieber noch die Augen verschließen. Hanya Yanagihara hat mit scharfem Pinselstrich drei miteinander verbundene Schicksalsgruppen gezeichnet, wie sie in unser aller Umfeld zweifellos vorkommen. Die gesellschaftlichen Gegensätze sind groß, auch die Hoffnungen und Enttäuschungen, das Herrschafts- und Klassendenken. Jeder Protagonist kämpft um die Erfüllung seiner Bedürfnisse, für seine Liebe, die persönliche Freiheit, für seine Stellung in der Gesellschaft. Hanya Yanagihara ist wieder ein Geniestreich gelungen. Schon "Ein wenig Leben" hat mich überwältigt. Auch in ihrem neuen Werk besticht sie durch eine Fülle von Einzelheiten, immer wieder überraschende Wendungen, das fulminante Geschehen, ihre bilderreiche Sprache, nicht zuletzt durch die kunstvolle Verknüpfung der drei Teile miteinander. Das sehr umfangreiche Werk verlangt ein reiches Maß an Durchhaltevermögen, doch Yanagihara schreibt so mitreißend, dass ich den Roman jeden Abend erst dann beiseitelegen konnte, wenn mir schon fast die Augen zufielen. Man muss die Konfrontationen mit den geschilderten Schicksalen aushalten, wie schon im letzten Roman, dessen Handlung ich teilweise kaum ertragen konnte. "Zum Paradies" ist also nichts für Leser, welche seichte Liebesromane mit vorprogrammiertem Happy End oder eine heile Welt bevorzugen. "Zum Paradies" führt ein steiniger Pfad, der im Nirgendwo endet.
Beeindruckend
von Chris - 23.01.2022
In ihrem großartigen und sehr beindruckenden Roman Zum Paradies erzählt die Autorin Hanya Yanagihara über drei unterschiedliche Leben und Schicksale in drei verschiedenen Jahrhunderten. Die erste Geschichte spielt im Jahr 1893 und handelt von einem jungen Mann aus einer wohlhabenden und angesehenen Familie , der sich in einen Musiklehrer verliebt und seine Verlobung mit einem anderen Mann daraufhin absagt. Im Jahr 1993 spielt die Geschichte eines jungen Mannes aus Hawaii, der mit einem älteren Mann zusammen ist, der jedoch nichts über die Lebensgeschichte seines jüngeren Partners weiß und auch nicht ahnt, was diesem in seinem bisherigen Leben passiert ist. Die dritte Geschichte spielt in der Zukunft und ist nicht weniger faszinierend, als die anderen beiden Episoden. Trotz der dreihundert Jahre Unterschied in der Zeitspanne, ähneln sich die Gefühle und Schicksale der Protagonisten.Jeder versucht sein eigenes Glück zu finden oder neu anzufangen. Der Roman hat mich sehr gefangen genommen und beschäftig. Er hat mir, trotz mancher Längen, insgesamt gut gefallen. Der Schreibstil ist gut lesbar und es wir alles sehr bildhaft beschrieben. Hätte das Buch ein paar Seiten weniger gehabt, wären die Geschichten der Protagonisten auch gut erzählt worden.
Zu wirr mit zu vielen Handlungssträngen
von Stergios Mavridis - 22.01.2022
Ich glaube, dieser Roman leidet an einem schweren Fall von übertriebenem Ehrgeiz. Es gibt einfach zu viel, aber es fühlt sich alles getrennt an, als wären es Notizen für ein Projekt, das erst noch seine Identität finden musste. Es gibt zu viel: zu viel Handlung, zu viele Charaktere, zu viele Stile, zu viele Dinge passieren (und irgendwie nicht genug), und zu viele Genres. Da es sich bei diesem Buch eigentlich um drei Bücher handelt, die in unterschiedlichen Genres und Stilrichtungen zertrümmert sind, scheint jeder Abschnitt eine Menge Erklärungen über das Universum zu haben (mit Ausnahme des Mittelteils, aber es gab auch eine Menge Hintergrundgeschichte). Die parallelen Strukturen machten die parallelen Themen sichtbar und machten die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen den Handlungssträngen deutlich. Ich bin sicher, dass es hier irgendwo ein gutes Buch gab, aber nicht das, das tatsächlich veröffentlicht wurde. Es gibt gute Ideen, und Yanagihara kann auf jeden Fall gut schreiben, aber das ist bei weitem nicht von ihrer besten Seite. Ich vergebe daher 3 Sterne.
Ein Buch der Superlative
von mira - 21.01.2022
Nachdem ich Zum Paradies fertig gelesen habe, habe ich nun das Gefühl, dass ich eigentlich fast alle anderen 5-Sterne-Rezensionen herabstufen müsste, weil dieses Buch für mich so sehr aus der Reihe sonstiger, sehr guter Bücher heraussticht. Zuerst hat mich der Klappentext angesprochen und zugegeben musste ich mich ein paar, wenige Seiten lang in den Stil der Autorin einfinden. Dieser ist nicht ganz einfach, aber großartig. Ich kann nicht richtig erfassen, was es ist, aber die Geschichte, die Charaktere aus dieser anderen Welt hat mich von Beginn an gepackt. Hanya Yanagihara hat eine ganz besondere, hypontisierende Art zu schreiben, die mich so absolut begeistert und mitgerissen hat. Mit 912 Seiten ist dies sowieso kein Werk, durch das man schnell durch ist, jedoch hat mich alles, was dort passiert zudem beschäftigt, sodass ich etwas gebraucht habe, bis ich zum Ende gelangte. Aber zu keinem Zeitpunkt fand ich dieses Buch zu lang, sondern einfach nur faszinierend. Diese Welt, in der die Handlung stattfindet, ist manchmal unangenehm nah und doch fern (schwere Krankheiten, die Familien und die Welt auseinanderreißen) und man fragt sich: Was wäre wenn? Wie hätte sich die Geschichte entwickelt, wenn die Situation damals so gewesen wäre? Trotzdem sind die Charaktere und ihr Verhalten für mich so nachvollziehbar, so menschlich, sodass ich stets mitfühlen konnte. Ich selbst bin zwar absolut begeistert, würde aber empfehlen, ein paar Seiten zu lesen, um zu sehen, ob man mit diesem Schreibstil zurecht kommt. Wenn ja, ist dies eine absolute Empfehlung, ein Buch, das man gelesen haben muss!
Ein fulminanter Roman über drei Zeitspannen
von Panagiota Leissou - 21.01.2022
Dieses Buch ist nicht wie der Vorgänger ein wenig Leben aber es ist ebenso ein Meisterwerk. Es gibt fesselnde Charaktere, lebendige Beschreibungen, entwickelte Beziehungen und relevante Themen. Es ist ein ehrgeiziges Buch, das sich über drei Zeitspannen erstreckt. Die drei Teile scheinen mehr wie separate Novellen zu sein, aber es gibt viele Momente, in denen die Ähnlichkeiten zwischen den drei Zeitperioden offensichtlich werden. Die unterschiedlichen Zeitlinien liefern Realitäten, die die Ambiguität des Lebens der Charaktere ausfüllen. Etwa wie was wäre wenn sie eine andere Wahl getroffen hätten. Die drei Teile sind auch recht kohärent, da sie sich ähnlichen Themen auf unterschiedliche Weise durchsetzen. Der erste Teil spielt in einer alternativen Version von Amerika. Es ist ein Abschnitt, der den Rest des Buches zusammenstellt (aber natürlich hat er seinen eigenen fesselnden Plot). Die Geschichte handelt von David Bingham, der mit seinem Grossvater am Washington Square lebt. Die Binghams sind eine angesehene und wohlhabende Familie und David ist an ein Leben der Privilegien gewöhnt. Während seine Geschwister geheiratet haben und eine eigene Familie und/oder eine erfolgreiche Karriere haben, führt David ein ruhiges und sitzendes Leben, bleibt für sich selbst und interagiert hauptsächlich mit seinem Grossvater. An einem Tag in der Woche unterrichtet David Kunst in einem Waisenhaus/Schule und trifft hier auf den neuen Musiklehrer Edward Bishop. Sofort verliebt er sich in ihn. David weiss, dass seine Familie den mittellosen Edward nie gutheissen würde, der wenig bis gar kein gesellschaftliches Ansehen hat. Die beiden verstricken sich dennoch in eine romantische Beziehung und David kämpft darum, seine Affäre geheim zu halten. Obwohl er sich der Grenzen, die viele Bürger der sogenannten Freistaaten erleben, bewusster wird, bleibt sein naives Wesen relativ unverändert. Den Lesern wird bewusst gemacht, dass das alternative New York alles andere als idyllisch ist, denn Klasse und Rasse spielen eine grosse Rolle für die Lebensqualität. David selbst, ein Weisser, äussert voreingenommene Meinungen und bis Edward wusste er nicht, dass man für seinen Lebensunterhalt arbeiten muss. Im Laufe dieses Abschnitts werden die Charaktere oder die Erzählung selbst auf Davids Krankheit anspielen, aber Yanagihara verzichtet darauf, ins Detail zu gehen. Wir sehen, was andere über Davids Zerbrechlichkeit und Einsamkeit denken, und die Scham, die David selbst wegen seiner Krankheit empfindet. Die Geschichte, wie die folgenden, hat ein sehr langsames Tempo. Hier funktioniert es irgendwie, weil wir uns an dieses alternative Amerika und an die verschiedenen Charaktere, insbesondere David, gewöhnen können. Die Spannung dieser Geschichte wird vor allem durch Davids verborgene Beziehung zu Edward erzeugt.Das ist meiner Meinung nach der aufregendste Teil des Buches. Der zweite Teil überspringt 100 Jahre in eine Welt, die sich auf die AIDS-Epidemie konzentriert. Dieser Teil setzte das Thema des sozialen Kommentars fort, das im ersten Teil präsent war. Der dritte Teil liegt in der Zukunft und wird weitere 100 Jahre bis 2093 vorverlegt. Dieser Abschnitt nimmt die Hälfte des Buches ein. Die futuristische, dystopische Welt ist so beängstigend, da die Entwicklungen in diese Dystopie plausibel erscheinen. (Buchstäblich gab es viele Elemente, die unserer heutigen Welt ähnlich waren). Der anhaltende Zustrom von Pandemien in der Zukunft macht die aktuelle Pandemie noch beängstigender. Nachdem ich von der Fülle unterentwickelter dystopischer Romane gezeichnet war, die ich vor ein paar Jahren las, gab mir dieses Buch die Hoffnung wieder, dass nicht alle dystopischen Romane der gleichen Handlung folgen werden. Ich denke, dass dieser Abschnitt ein wenig zu lang ist, und fand, dass ich mich mehr um die Rückblenden als um die Gegenwart kümmerte. Die Charaktere fühlten sich jedoch sehr real an, genau wie ihre individuellen Geschichten. In das Paradies stattdessen hat mich somit voll und ganz überzeugt.
Unbedingt lesen!!!
von Anonym - 20.01.2022
Drei Geschichten aus drei Jahrhunderten. Das hat mich neugierig gemacht! Alle verbindet ein Thema, dass sich auf unterschiedlichste Art durch die Jahrhunderte zieht. 1893 ist lange her, in den Free States zu denen Amerika gehört, darf dort jeder lieben wie und wen er will. Gleichgeschlechtliche Liebe und Beziehungen sind völlig normal. 1993 steht die AIDS Epidemie im Vordergrund. 2093 wirkt wie eine Dystopie. Der Staat kontrolliert das gesamt Leben. Internet, Nachrichten, Reisen sind verboten. Gleichgeschlechtliche Liebe ebenso. Eine Zeitreise, die zeigt, wie sehr sich Welt verändert, und nicht zum Guten. Drei Namen tauchen immer wieder auf und spielen die Hauptrollen. Wie das alles zusammenhängt? Das muss jeder selber herausfinden! Die Autorin hat einen wunderbaren, detailreichen Schreibstil, der einen von der ersten Seite an fesselt. Vielschichtig, spannend und emotional schildert sie ihre Charaktere, die Zeit und die menschlichen Abgründe, Schwächen und Stärken. Wer sich nicht von der Seitenzahl abschrecken lässt, der wird mit einer außergewöhnlichen Geschichte belohnt!!!
Unterhaltsam
von Anonym - 20.01.2022
Das Cover ist wundervoll. Der Ausdruck in den Augen der Person spricht einen förmlich an. Man möchte das Buch selbst in die Hand nehmen und sehen was dahinter steckt. Der Klapptext hat mich dann schließlich komplett überzeugt, mir das Buch zu holen. Das Buch erzählt von drei Jahrhunderten, in denen verschiedene Versionen vom amerikanische Experiment als Rahmenhandlung dienen. Deshalb enthält das Buch auch drei Geschichten in einem. Die erst Geschichte spielt 1893. Leider hört die erste Geschichte gerade dann auf, wenn es am spannendsten ist. Die zweite Geschichte spielt 1993. Die Protagonisten haben allerdings die gleichen Namen, was zunächst verwirrend war. Auch diese Geschichte endet abrupt. Die dritte Geschichte spielt 2093. Wieder tragen alle Protagonisten die gleichen Namen. Warum nun drei Jahrhunderte? Die Welt wird nach und nach von Epidemien und Seuchen. Diese Welt wird in allen drei Jahrhunderten Schauplatz der Geschichte, in der sich die Protagonisten zurechtfinden müssen.
Muss man lesen
von Books of Tigerlily - 18.01.2022
Sicherlich ist jedem Leser bereits das große Werk von Hanya Yanagihara, Ein wenig Leben ein Begriff. Ich habe großen Respekt vor der emotionalen Wucht des Werks und habe dafür den neuesten, lang ersehnten Roman der Autorin Zum Paradies als meinen Versuch der Annäherung an Hanya Yanagihara auserkoren, zumal der Plot wirklich außergewöhnlich klang. Die Autorin nimmt den Leser mit auf ein außergewöhnliches Leseabenteuer. Sie verknüpft hier eine alternative Vergangenheit mit einer alternativen Gegenwart und einer möglichen, erschreckend realistischen Zukunftsvision, wobei verknüpfendes Element ein besonderes Haus in New York ist, das eine Familie durch die Gezeiten zu begleiten scheint. Trotz der massiven Seitenzahl findet man schnell in die Erzählung hinein, was unter anderem daran liegt, dass die Charaktere von Hanya Yanagihara durchweg überzeugen können. Sie sind einnehmend, sodass man sie gerne durchs Buch begleitet und verfügen gleichzeitig über eine derartige Tiefe, dass man sie in manchen Momenten kaum gänzlich greifen kann. Worauf sich die Autorin ganz fantastisch versteht, ist den Leser bei der Stange zu halten. Dadurch, dass das Buch komplex und nicht stringend erzählt aufgebaut ist, ergeben sich einige Zusammenhänge erst durch Denkanstrengung und Aufmerksamkeit des Lesers. Dieses Buch kann man nicht nebenbei lesen, man muss sich komplett einlassen, um es auch vollständig erfassen zu können. Und ich muss sagen, dass das sicherlich nicht schwer fällt und sich sehr lohnt. Beeindruckend ist der vielfache Weltentwurf von Zum Paradies . Er ist durchdacht, vielschichtig und divers und greift so viele gesellschaftliche Themen mühelos auf - dieses Buch lädt einfach zum Reflektieren ein. Im Mittelteil hatte das Buch für mich ein paar Längen zuviel, hier hat sich die Autorin für meinen Geschmack zu sehr vertieft. Dies tut dem Gesamteindruck aber keinen Abbruch. Vor allem der letzte Abschnitt ist gerade im Hinblick auf die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen mehr als eindrücklich und hat mich sehr nachdenklich zurückgelassen. Ich möchte hier nicht zu sehr vorgreifen, aber das Buch passt einfach perfekt in die heutige Zeit und die Autorin hat hier ein perfektes Mahnmal verschriftlicht. Ein Buch des Jahres und für mich der Beweis, dass diese Autorin einfach gelesen werden muss!
Das paradiesische Leben in New York, beschrieben in 3 Jahrhunderten
von Karola Dahl - 18.01.2022
In drei Buchteilen mit großen Sprüngen in der Geschichte geht es Homosexualität, Herkunft, Rassismus, Identität, Kolonisation und schließlich um Pandemie, Flüchtlinge, Zukunftsvision. Das New York 1893 gehört zu den Freistaaten im Osten der USA mit David, um die 30 Jahre alt, zwischen Liebe und Vernunft, zwischen einer arrangierten Vernunft-Ehe mit dem reichen, älteren Charles oder der Liebesehe mit dem armen, verruchten Edward, der ihm in Kalifornien das Paradies verspricht. Im New York von 1993 arbeitet ein anderer David, königlich-hawaiianischer Abstammung, als Anwaltsgehilfe. Er ist der Geliebte eines 30 Jahre älteren (anderen) Charles, von Beruf Anwalt. In den Reihen all seiner schwulen Freunde grassiert Aids, wie die Abschiedsparty für den (nur) an Krebs erkrankten Peter ergibt. In einem Brief an David von seinem sonderbaren Vater geht es auch um Amerika als, das Land, das die Sünde im Herzen trägt, während Lipo-wao-nahele auf Hawaii dessen trügerisches Paradies darstellt. Das New York im Jahre 2093 ist aufgeteilt in Zonen, mit Lebensmitteln rationiert und dem Internet gelöscht. In diesem Polizeistaat überwachen Fliegen entlang dem Washington Square die Mimik der Leute, die bei allzu großer Hitze nur in Kühlanzügen überleben können. Großvater Charles, der Virologe und Politikberater, wollte für seine Enkelin Charlie eine bessere Welt entwickeln, doch hier kein Paradies erschuf.
Zu viel, zu voll
von Nanni - 18.01.2022
Ich wollte gern ein Buch von Hanya Yanagihara lesen, nachdem ich unzählig oft begeisterte Stimmen über ihre Vorgängerromane gehört habe. An ihren großen Bestseller Ein wenig Leben habe ich mich thematisch nicht herangetraut. Mit Zum Paradies wollte ich die Autorin nun gerne entdecken. Leider bin ich enttäuscht worden. Das Buch ist nicht einfach nur ein Buch, es ist ein Epos. Ein Werk, das enorm viel Zeit und Aufmerksamkeit beansprucht. Ich habe immensen Respekt vor dem Ideenreichtum und der Fantasie Yanagiharas, die es unvergleichlich eindrücklich schafft nicht nur eine Geschichte zu erzählen, sondern Wirklichkeiten vor dem Auge des Lesers/ der Leserin entstehen zu lassen. Wie das echte Leben verläuft sich ihr Text in kleinste Verästelungen von Nebenhandlungen, die alle miteinander in Verbindung stehen und sich gegenseitig bedingen, aber doch auch wieder unabhängig voneinander existieren. Und genau da liegt mein persönliches und mit Sicherheit sehr subjektives Problem. Ich konnte mich auf die Erzählweise der Autorin nicht einlassen. Der Schreibstil ist mir persönlich zu gestochen, zu detailliert und verschachtelt, zu übertrieben geistreich. Yanagiharas Text zu lesen fühlt sich für mich in etwa so an, als würde ich stundenlang auf ein hyperrealistisches Bild starren, das überdeutlich jedes noch so kleine Härchen, jede Lichtreflexion des Gezeigten darstellt. Thematisch finde ich das Buch nach wie vor sehr interessant. Schon allein die Grundidee der ersten Geschichte, diese andere Vergangenheit Amerikas, die zu einer anderen Gesellschaft führt, ist genial. Yanagihara ist eine Autorin, die ihre Bücher für und über das Gute schreibt, die Hoffnung geben will. Hoffnung für alle Menschen, egal, wo sie herkommen, wer sie sind, wen sie lieben. Das merkt man ganz deutlich. Davon abgesehen sind die drei Szenarien, die sie schafft, die Leben der drei Davids, nebeneinander gestellt, jedes für sich erzählens- und lesenswert. Unglücklicherweise konnte ich mich jedoch nur schwer auf die Geschichten einlassen, da die Art und Weise wie sie erzählt wurden, einfach keine Spannung, keinen Impuls zum Weiterlesen bei mir entstehen lassen hat. Oft hatte ich das Gefühl, dass seitenlang unfassbar viel gesagt wurde, ohne dass wirklich etwas passiert ist. Die Figuren blieben mir trotz allem eher fern. Zum Weiterlesen musste ich mich deshalb häufig überwinden. Fazit: Ich kann verstehen und erkennen, warum so viele Lesende begeistert von Hanya Yanagiharas Büchern sind. Wenn man Zum Paradies liest, kommt man nicht daran vorbei, die Größe und die erzählerische Wucht der Geschichte wahrzunehmen. Mir als individuelle Leserin ist diese Wucht aber zu schwer gewesen. Ich habe mich von ihr letztendlich erschlagen gefühlt.
Zu viel, zu voll
von medsidestories - 17.01.2022
Ich wollte gern ein Buch von Hanya Yanagihara lesen, nachdem ich unzählig oft begeisterte Stimmen über ihre Vorgängerromane gehört habe. An ihren großen Bestseller Ein wenig Leben habe ich mich thematisch nicht herangetraut. Mit Zum Paradies wollte ich die Autorin nun gerne entdecken. Leider bin ich enttäuscht worden. Das Buch ist nicht einfach nur ein Buch, es ist ein Epos. Ein Werk, das enorm viel Zeit und Aufmerksamkeit beansprucht. Ich habe immensen Respekt vor dem Ideenreichtum und der Fantasie Yanagiharas, die es unvergleichlich eindrücklich schafft nicht nur eine Geschichte zu erzählen, sondern Wirklichkeiten vor dem Auge des Lesers/ der Leserin entstehen zu lassen. Wie das echte Leben verläuft sich ihr Text in kleinste Verästelungen von Nebenhandlungen, die alle miteinander in Verbindung stehen und sich gegenseitig bedingen, aber doch auch wieder unabhängig voneinander existieren. Und genau da liegt mein persönliches und mit Sicherheit sehr subjektives Problem. Ich konnte mich auf die Erzählweise der Autorin nicht einlassen. Der Schreibstil ist mir persönlich zu gestochen, zu detailliert und verschachtelt, zu übertrieben geistreich. Yanagiharas Text zu lesen fühlt sich für mich in etwa so an, als würde ich stundenlang auf ein hyperrealistisches Bild starren, das überdeutlich jedes noch so kleine Härchen, jede Lichtreflexion des Gezeigten darstellt. Thematisch finde ich das Buch nach wie vor sehr interessant. Schon allein die Grundidee der ersten Geschichte, diese andere Vergangenheit Amerikas, die zu einer anderen Gesellschaft führt, ist genial. Yanagihara ist eine Autorin, die ihre Bücher für und über das Gute schreibt, die Hoffnung geben will. Hoffnung für alle Menschen, egal, wo sie herkommen, wer sie sind, wen sie lieben. Das merkt man ganz deutlich. Davon abgesehen sind die drei Szenarien, die sie schafft, die Leben der drei Davids, nebeneinander gestellt, jedes für sich erzählens- und lesenswert. Unglücklicherweise konnte ich mich jedoch nur schwer auf die Geschichten einlassen, da die Art und Weise wie sie erzählt wurden, einfach keine Spannung, keinen Impuls zum Weiterlesen bei mir entstehen lassen hat. Oft hatte ich das Gefühl, dass seitenlang unfassbar viel gesagt wurde, ohne dass wirklich etwas passiert ist. Die Figuren blieben mir trotz allem eher fern. Zum Weiterlesen musste ich mich deshalb häufig überwinden. Fazit: Ich kann verstehen und erkennen, warum so viele Lesende begeistert von Hanya Yanagiharas Büchern sind. Wenn man Zum Paradies liest, kommt man nicht daran vorbei, die Größe und die erzählerische Wucht der Geschichte wahrzunehmen. Mir als individuelle Leserin ist diese Wucht aber zu schwer gewesen. Ich habe mich von ihr letztendlich erschlagen gefühlt.
Hand aufs Herz: ich habe den Roman nicht verstanden (abgebrochen)
von Isa.Literature.Love - 17.01.2022
Die US-Amerikanische Autorin und Journalistin Hanya Yanagihara polarisierte mit ihrem zweiten Roman und globalen Bestseller Ein wenig Leben die Literarturszene weltweit. Jetzt ist Ihr dritter Roman Zum Paradies erschienen (893 Seiten) und wird sehr unterschiedlich aufgenommen. Worum geht es in dem Roman? Zum Paradies enthält in drei Erzählsträngen das Leben und Lieben von drei Davids in drei unterschiedlichen Zeitepochen in New York (USA): 1893, 1993 und 2093. Einmal spielt die Handlung im 19. Jahrhundert, in dem freie Liebe in NY ganz selbstverständlich gelebt wird, dann in den 1980er Jahren, als die Stadt unter HIV/ AIDS leidet und sich dies auch auf die Liebe auswirkt, und zu guter Letzt in einer dystopischen Zukunft, die von Pandemien, Seuchen und weiterer Herausforderungen geprägt ist. Das wiederholende Element dieser Stränge ist, dass alle Protagonisten männlich und schwul sind, im selben Haus am Washington Square wohnen, der gleichen Familie entstammen und nach einem irdischen Paradies suchen. Meine Meinung: Ich habe mich sehr gefreut, dieses Buch als Rezensionsexemplar zu lesen. Leider konnte mich der neue Roman der Autorin nicht so sehr begeistern, berühren, emotional mitnehmen, wie Ihr vorheriger Roman A little life. Die Idee mehrerer Erzählsprünge und Zeiten zu verbinden, ist nicht neu und umso mehr war ich überrascht, dass dies aus meiner Sicht in diesem Buch überhaupt nicht gelungen ist. Das sind ganz schön viele Davids (S. 650) - ja! Das fand ich auch! Ich habe nach vielen Verbindungen gesucht, um aus dem Buch ein gesamtes Werk zu erkennen, aber habe auch aufgrund der Länge das Buch im Teil III abgebrochen. Hand aufs Herz: Ich habe das Buch nicht verstanden, was mir die einzelnen Geschichten sagen wollen, was die Gesamt-Message dieses knapp 900-Seiten schweren Romans sein soll. Für mich hat der Roman nicht passend, aber wie bereits eingangs geschrieben: Die Meinungen gehen hier sehr auseinander und ich wünsche jedem viel Freude beim Lesen!
Die Geschichte der unendlich vielen Davids
von herrzett - 17.01.2022
Ich kann zum Glück sagen, dass ich an dieses Buch recht unvoreingenommen herantreten konnte, schließlich kenne ich bis auf meine Erwartungshaltung gegenüber den Vorgängerromanen noch nichts von der Autorin und bin daher auch weniger enttäuscht, denn was sich auf dem Weg zum Paradies für ein Schauspiel bot Oha. Die erste Geschichte rund um die Liebe eines jungen Mannes, fand ich ja anfangs noch ganz nett. Ich stieß mich zwar hier und da an so zeitlichen Gegebenheiten (zumindest kann ich mir es nicht vorstellen, dass damals in Freistaaten die Ehe zwischen zwei Männern akzeptiert wurde und so häufig vorkam), aber das war noch okay, bis sich der wohlhabende David dann plötzlich in den mittellosen Musiklehrer verliebte, es natürlich gleich das große Glück werden sollte, nur die Familie sich dagegenstellt und ihm dann sein Erbe entziehen will. Klischeekitsch hoch zehn kann man mögen, will man aber eigentlich nicht. In der zweiten Geschichte geht es dann um einen reichen, älteren Mann und einen jungen Hawaiianer, einen Freund, eine Aids-Leidensgeschichte und ein Geheimnis. Ja lass ich so stehen, das habe ich Großteils überflogen, denn das Mimimi, dieses tiefe Leiden, dieses erneute Reich-Arm-Ding, das war mir alles zu viel, zu nervig, zu nichtssagend. Und dann gibt es da natürlich noch die große, neue Welt mit einer Gesellschaft, die durch die ständigen Pandemien sehr gespalten wurde, eine Ehe zwischen einer Frau und einem homosexuellen Mann, eine weitere homosexuelle Liebe, die sich auch wieder weiteren Herausforderungen stellen muss und viel Pandemie- und Verschwörungskram - so als bräuchte man gerade in dieser Zeit noch mehr davon. Im Vergleich ist dies wahrscheinlich die stärkste Geschichte und doch war ich zunehmend genervter. Die zwei Handlungsstränge, die sich im Laufe der Zeit aufeinander zu bewegen und am Ende sehr vieles erklären sollen Das war dann auch der einzige Grund warum ich überhaupt dran geblieben bin und doch habe ich In diesem Abschnitt ganze 200 Seiten übersprungen und hatte nicht das Gefühl irgendetwas verpasst zu haben und das abschließende Ende? Nun ja. Keine der Protagonist:innen (ja, es gibt auch zwei Protagonistinnen und noch so ein paar weitere Randfiguren) hat mich berührt, in seine/ihre Gedankenwelt eintauchen lassen, alles blieb sehr klischeehaft und oberflächlich oder echte Emotionen wurden vom Gejammere übertüncht, interessante Dinge sehr kurz gehalten und dass die Protagonist:innen in jeder Geschichte die gleichen Namen trugen, sorgte für ein großes Verwirrspiel. Und so bleibt am Ende dann auch einzig die Idee des Stadthauses, die wiederkehrenden Motive in verschiedensten Ausprägungen, offene Enden über die man ewig diskutieren könnte und die schon sehr tolle historische Atmosphäre im ersten Teil als schöne Elemente übrig. Vom angepriesenen Der neue Roman von Hanya Yanaghara ist eine Aufforderung, eine Zumutung, ein Meisterwerk menschlicher Gefühle. leider keine Spur, wobei doch, eine Zumutung ist es dann schon leider. Ob ich nun die Vorgängerromane demnächst noch lesen werde oder sie weiterhin vor mir herschiebe, bis ich dieses hier alles vergessen habe ich weiß es nicht, aber eins steht fest Zum Paradies möchte ich nicht.
Lesenswert
von Conny - 16.01.2022
Drei Handlungsstränge in Amerika zwischen 1893 und 2093. Alle Handlungsstränge sind irgendwie miteinander verwoben. Sehr interessant geschrieben, mir hat vor allem gefallen, dass Homosexualität so selbstverständlich dargestellt wurde, und das sogar im 19. Jahrhundert. Es wurden einige Pandemien thematisiert, im Anbetracht der derzeitigen Lage fand ich das einerseits realistisch, andererseits aber auch sehr verstörend. Das Buch umfasst fast 900 Seiten, hatte einige Längen im mittleren Teil, man hätte es bestimmt noch etwas kürzen können. Schon vor dem Erscheinen wurde das Buch in den sozialen Netzwerken sehr gehyped, das Buch ist gut aber meiner Meinung nach ist hype nicht gerechtfertigt. Leider bleibt das Ende offen, das hat mich sehr gestört. Trotzdem gebe ich eine Leseempfehlung. Das Cover finde ich interessant aber nicht unbedingt zur Story passend.
Leider Langweilig
von anooo - 16.01.2022
Mein erstes Buch von Hanya Yanagihara und ich wollte es so gerne lieben, doch das war leider nichts. Das Buch ist in drei Teile aufgebaut. Sie spielen in New York zu unterschiedlichen Zeiten. Der erste Teil war noch ein ganz guter Einstieg in den Roman und man konnte der Geschichte gut folgen. Dieser Teil spielt in der Vergangenheit und New York ist ein Freistaat, in dem Homosexualität frei gelebt werden darf, im Gegensatz zu anderen Staaten. Teil zwei hingegen war so langweilig und langatmig, dass ich diesen Teil überspringen musste. Der dritte Teil ist dann tatsächlich spannender und reißt das Buch nochmal ein wenig raus. Insgesamt betrachtet plätschert die Geschichte die meiste Zeit so vor sich hin ohne zur Handlung beizutragen. Obwohl ich ein Riesen Fan von umfangreichen Geschichte und einer detailreichen Erzählung bin, muss ich hier leider sagen, dass sich Yanagihara hier in unnötigen Details verliert und man nicht versteht, was sie einem überhaupt mit ihrem Roman sagen möchte. Die Verknüpfung der drei Geschichten erfolgt durch das selbe Setting sowie die Namen der Protagonisten, die sich immer wiederholen - David, Charles, Edward. Ein Stilmittel, das meiner Meinung nach noch zusätzlich zur Verwirrung gesorgt hat. Für mich eher drei Kurzgeschichten als ein zusammenhängender Roman. Schade.
Zum Paradies in 3 Schritten
von WolfBooks_AroundTheCorner - 16.01.2022
Nach ein wenig Leben kommt hier ein weiterer Epos von Hanya Yanagihara. Das Cover ist wirklich wunderschön gestaltet und als ich das Buch in den Händen hielt, das mit vielen, vielen Seiten daher kommt, war ich schon voller Vorfreude. Ich hab gleich mit der ersten Geschichte angefangen, die im New York des 19. Jahrhunders spielt. David, der sich in einen eher mittellosen Klavierspieler verliebt, der völlig unter seinen Stand steht. In einer wunderschönen Sprache bin ich drin versunken, um dann relativ ruppig in die nächste Geschichte geworfen zu werden. 100 Jahre später, ein weiterer David, die Zeit von Aids. Dieser David flieht aber eher zu seinem älteren Freund und muss sich auch mit seinen Wurzeln auseinander setzen. Eine völlig neue Sprache, eine völlig neue Welt, aber das gleiche Haus. Wortgewaltig wird man aber auch hier ohne wirkliches Ende gleich weiter geworfen, 100 Jahre später in der Zukunft... Und auch hier ist die Welt eine völlig neue. Die Tochter eines Wissenschaftlers entdeckt Brief von vor 50 Jahren, die uns erklären, warum wir in dieser autoritären, pandemischen Welt gelandet sind. Auch hier ist ein David nicht weit und das Haus ist uns auch seit 200 Jahren gut bekannt. Man nimmt viel mit aus dem Buch, stellt sich fragen, ist überwältig von der Sprache, wirklich toll. So ganz hab ich das Buch noch nicht durchgeblickt, aber das sind manchmal die besten Bücher, denn sie begleiten uns noch lange weiter. Ein bisschen Leben hat mich damals noch mehr ergriffen, trotzdem fand ich dieses Buch auch sehr toll. Es lohnt sich, alleine die Sprache ist fantastisch und leider in vielen Büchern nicht mehr so gut zu finden wie hier. Es lohnt sich auf jeden Fall. Ein tolles Buch.
durchmischtes Leseerlebnis
von Anita - 15.01.2022
Worum geht es? Drei Personen, drei Jahrhunderte, drei unterschiedliche Realitäten werden beleuchtet und ihre Welt vorgestellt. Diese ist teilweise realistisch, weicht aber in bestimmten Punkten von den historischen Begebenheiten ab. Worum geht es wirklich? Liebe, Menschen die einem wichtig sind und Suche nach dem eigenen Platz in der Welt. Lesenswert? Ja und nein. Es wird viele Rezensionen zu diesem Buch geben, was kann ich also noch sagen? Ich kann von meinem subjektiven Leseerlebnis berichten. Dies ist mein erstes Buch der Autorin und ich war neugierig, wird doch so viel über ihre Werke berichtet. Ich kann keine Aussage treffen zum literarischen Wert dieses Buches. Ich kann nur sagen, was mir gefallen hat und was nicht. Ich finde die drei Zeiten, die sie schafft sehr intensiv, teilweise auch sehr bewegend. Manche Dinge regen zum Nachdenken an, berühren beim Lesen und lassen einen die Geschichte hinterfragen. Im Mittelpunkt der drei Abschnitte stehen junge (schwule) Männer, ihre Beziehungen, ihr Leben, das was sie bewegt und wohin sie streben. Es sind nicht immer gute Beziehungen, sie sind teilweise toxisch oder ohne wirkliche Liebe. Mir hat sehr gefallen, wie bewegend die Autorin schreiben kann, wie sehr man bei manchen Geschichten mitfühlt. Trotzdem ist mir das Lesen unglaublich schwergefallen. Für mich persönlich ist der Umfang dieses Werkes zu viel, die Seitenanzahl zu erschlagend gewesen. Die drei Abschnitte sind zwar einerseits positiv, weil sie riesige Zeitsprünge machen, aber andererseits wirkt jeder Teil wie ein komplett geschlossenes Buch und man beginnt danach quasi ein neues. Die Namen der Figuren sind teilweise identisch - dies macht es nur noch verwirrender - und die Erzählart wechselt mehrfach, sodass ich mich einfach nie in Sprache und Handlung komplett einfinden konnte und bei jedem Wechsel rausgerissen wurde. Das mag vielleicht literarisch geschickt und grandios sein, beim Lesen hat es mir jedoch wenig Freude bereitet. Teilweise sehr lange Sätze haben das einfinden nicht wirklich erleichtert und immer wenn ich dachte, ich sei in der Geschichte drin, wechselte irgendeine Perspektive. Mir erschließt sich auch der Sinn hinter diesem Aufbau nicht, mir fehlt das Verständnis für das große Ganze, das hinter dieser Handlung steckt. Außer ein Haus und ihrem eigenen Geschlecht, sowie ihrer Sexualität, verbindet die Protagonisten nichts. Es ist keine Familiengeschichte, es sind einfach drei Handlungen mit identischem Schauplatz. Voneinander losgelöst, unverbunden. Zufällig identische Namen. Meine Bewertung beruht nicht darauf, wie "gut" dieses Buch ist. Sondern einfach, wie gut es mich unterhalten hat. Und das war in meinem Fall eher durchschnittlich.
Ein weiteres Meisterwerk
von Karolina - 15.01.2022
Nachdem mich Hanya Yanagihara schon mit A Little Life auf eine Reise mitgenommen hat, während der ich mit Emotionen konfrontiert wurde, die ich absolut nicht erwartet hatte, konnte ich nicht anders, als der Autorin ein weiteres Mal die Möglichkeit zu geben, meine Emotionen komplett zu zerstören. Auf knapp über 900 Seiten (ein richtiger Brocken) nimmt uns Yanagihara mit auf eine Reise in ein fiktives Amerika. New York zählt zu den sogenannten Free States: Staaten, in denen die Menschen leben und lieben können, wie sie es möchten. Niemand wird damit konfrontiert, dass seine sexuelle Identität tabuisiert oder illegal ist. In diesem fiktiven New York spielen drei Handlungsstränge. Im Jahr 1893 verliebt sich ein Junge aus reichem Haus in einen mittellosen Musiklehrer und wendet sich gegen seine Familie. 1993 liebt ein junger Hawaiianer in Manhattan einen deutlich älteren und reichern Mann und 2093 finden wir uns in einer von Seuchen geprägten Welt wieder, in der eine Frau mit ihrem untreuen Ehemann konfrontiert ist. Wie schon deutlich wird, hat Yanagihara nicht nur einen Roman geschaffen, sondern drei - in einem Buch vereint. Und wie schon bei A Little Life hat sie erneut ein Meisterwerk geschaffen. Der unglaublich emotionale wie bildhafte Schreibstil der Autorin sowie die Kunst, verschiedene Handlungen durch Symbole miteinander zu verbinden, machen Zum Paradies zu einem Werk, dass jeder lesen sollte. Auch wenn man ausreichend Zeit mitbringen muss, um die 912 Seiten des Romans zu lesen, lohnt sich jede investierte Minute.
Nur für ausdauernde Lesende
von Marie aus E. - 15.01.2022
900 Seiten, richtig tief eintauchen in ein Buch, darauf habe ich mich sehr gefreut. Über die Autorin habe ich schon viel gehört, aber bislang noch kein Buch von ihr gelesen. Vorab: das war wohl für mich das erste und zugleich auch das letzte Buch. Anfangs war ich noch sehr angetan. Der Plot ist gut. New York 1893. Nicht das New York, das wir kennen, ein Freistaat, in dem Homosexualität frei gelebt werden kann, während sie im Rest von Amerika unter Strafe steht. Klassengesellschaft gibt es jedoch sehr ausgeprägt, reich und arm ist unüberbrückbar getrennt und die Liebesgeschichte wird im Verlauf immer weniger interessant. Hier fand ich das Grundkonstrukt, das andere Gesellschaftsbild, wenn auch nur liberaler bezüglich der Sexualität, spannend. Die Figuren hingegen blieben mir fremd, ich konnte sie weder verstehen noch eine Nähe aufbauen. Leider war das rückblickend noch mein Favorit unter den drei unterschiedlichen Teilen. Die Verknüpfung der drei Geschichten sollte wohl durch das Haus in New York und die gleiche Namensgebung erfolgen. Das fand ich sehr verwirrend, weil völlig andere Personen immer die gleichen Namen tragen und mein Hirn anfangs immer Verknüpfungen suchte, die nicht da waren. Ansonsten fallen mir leider nur die Schlagworte: langweilig, zäh, Wiederholungen ein. Durchhalten wird hier nicht belohnt - aber das ist natürlich höchst subjektiv.
Langatmig aber empfehlenswert
von Me.Kristin - 15.01.2022
Das Buch Zum Paradies ist das erste, was ich von der Autorin Hanya Yanagihara gelesen habe. Es hat mich zuvor durch sein einprägsames Buchcover und den Klappentext, auf dem eine vielschichtige und tief gehende Handlung angekündigt wird, überzeugt. Hinter den über 900 Seiten dieses Buches befinden sich drei Teile mit jeweils abgeschlossener Handlung, die jedoch dennoch ihre Verbindung zueinander haben. Zeitlich liegen zwischen den einzelnen Teilen jedoch große Sprünge. Während wir uns im ersten Teil im Jahr 1893 befinden, springen wir im zweiten Teil ins Jahr 1993 und sind im finalen dritten Teil im futuristischen Jahr 2093. In jedem Teil werden gesellschaftliche und politisch relevante Themen behandelt, die die Menschen der jeweiligen Zeit bewegen und beschäftigen. Das ist insgesamt keine leichte Kost, aber es gibt auch - grade in dem ersten Teil - recht kurzweilige und unterhaltende Phasen. Für mich, war der Schreibstil etwas zu ausschweifend und ausschmücken, was das Buch in einigen Passagen recht langatmig gemacht hat. Trotzdem ist es auf jeden Fall empfehlens- und lesenswert.
von Sanne - 14.01.2022
Ich habe schon lange nicht mehr so lange gebraucht eine Resonanz für ein Buch zu schreiben. Egal was ich schreibe, es ist für dieses Buch zu wenig und irgendwie unpassend. Das Buch "Zum Paradies" von Hanya Yanagihara ist absolut großartig und meisterhaft. Einer der besten Bücher die ich je gelesen habe. Selten hat mich ein Buch so gefesselt, gerührt und gleichzeitig erschüttert. Die Geschichten sind vielschichtig, bewegend, verheerend und eindringlich zugleich. Ein literarisches Meisterwerk, dass einem anschließend noch sehr lange im Gedächtnis bleiben wird. Der zweite Teil empfand ich es atwas langatmig und am "schwächsten", wobei schwach kein passendes Wort ist. Der dritte Teil ist großartig. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen und genoss jede Seite. Ich werde das Buch diversen Freunden und Verwandten schenken und habe schon jetzt einigen vorgeschwärmt. Die Autorin Hanya Yanagihara wird auf meiner Liste notiert. Ich werde noch mehr von ihr lesen.
ein Meisterwerk
von Der Blaue Mond - 14.01.2022
Die fast 900 Seiten sind fesselnd, tief, zeitintensiv und doch bedauere ich es, keine weiteren Seiten mehr in meinen Händen zu halten. Es sind drei Epochen 1893, 1993 und die Zukunft im Jahre 2093, die den zeitlichen Rahmen für die drei unterschiedlichen Erzählungen bilden. Alle spielen an einem Ort, in NY. Die Autorin hat einen besonderen Schreibstil, alles wirkt realistisch trotz anderer Tatsachen und die Geschichten sind nicht nur durch gleiche Namen der Protagonisten verbunden. Es geht um zwischenmenschliche Beziehungen, Liebe, die nicht immer erfüllt wird. Aber auch darum, dass jeder eine Chance hat und diese ergreifen muss. Besonders nachhaltig beeindruckt hat mich der letzte Teil, ein Ausblick in eine Zukunft, die man so nicht haben möchte, aber spätestens seit Corona ein Szenario ist. Erinnert in vielen Dingen an Orwells Roman 1984, kombiniert mit Umweltproblemen und Krankheiten. Die Hauptfiguren werden intensiv dargestellt und man kommt nicht umhin mitzufühlen. Das schaffen nicht viele Autoren, zumindest nicht in dieser Tiefe, daher ist es für mich ein Meisterwerk.
Außergewöhnlicher Roman mit großartigem dritten Teil
von Anonym - 14.01.2022
Der Roman Zum Paradies von Hanya Yanagihara besteht aus drei Teilen mit wiederkehrenden Themen, die in drei verschiedenen Jahrhunderten spielen. Die Teilen spielen in den Jahren 1893, 1993 und 2093 und der Roman kann in das Genre Alternativweltgeschichte, da in allen Teilen Abweichungen zur bekannten Weltgeschichte beschrieben werden. Die drei Geschichten sind nur sehr lose dadurch verbunden, dass alle in der Nähe des Washington Squares spielen. Für mich war Zum Paradies der erste Roman, den ich von Hanya Yanagihara gelesen habe, auch wenn ich bereits von den beiden Vorgängerwerken gehört hatte. An dem Roman haben mir der erste und der dritte Teil am besten gefallen. Gerade der dritte Teil, der eine von Pandemien zerrissenen und autoritär kontrollierten Welt beschreibt, stellt für mich allein ein Meisterwerk da. Ich empfehle jedem der Vorher aus dem Roman aussteigen will zumindest diesen Teil zu beginnen, da die Geschichte anders als ich vorher erwartet hätte nicht wirklich miteinander verbunden sind. Aufgrund des aus meiner Sicht schwachen mittleren Teils gebe ich Zum Paradies vier von fünf Sternen.
Langatmig
von Melodiaa - 14.01.2022
Nachdem ich viel positives über die Autorin Hanya Yanagihara auf Instagram gelesen und auf Booktube gehört habe, dachte ich mir, dass die Autorin auch meinen Geschmack treffen könnte. Doch leider wurde ich mit Zum Paradies enorm enttäuscht. Ich musste mich regelrecht durch das Buch quälen und mich zwingen es zu Ende zu lesen. Mich hat weder der Sprachstil noch die Geschichte bzw. die Art und Weise wie die Geschichte erzählt wurde wirklich angesprochen. Die Autorin hat sich in Details verloren und zudem waren die Sätze zu verschachtelt. Das Buch besteht aus drei Teilen, wobei meiner Meinung nach, der letzte Teil ausgereicht hätte. Die ersten zwei Teile fand ich persönlich nicht interessant. Des Weiteren ist in dem Buch keine richtige Spannung vorhanden, wodurch zum einen die Geschichten leblos wirken und zum anderen meine Leselust darunter sehr gelitten hat. Ich war echt froh, dass ich das Buch mit über 900 Seiten beenden konnte! Deshalb leider keine Leseempfehlung.
Es ist kompliziert ...
von Anonym - 14.01.2022
In ihrem fast 900 Seiten langen Werk Zum Paradies zeigt Hanya Yanagihara, dass das Leben des Einzelnen immer kompliziert ist, wenn es aus dem gesellschaftlich anerkannten Rahmen fällt. Das eigene Leben im Einklang mit den inneren Bedürfnissen zu leben, erfordert Mut, lässt sich aber aufgrund äußerer Umstände oftmals nur eingeschränkt verwirklichen. Zum Paradies erzählt drei unterschiedliche Geschichten, die lose durch einen gemeinsamen Ort - den Washington Square in New York, sowie einige weitere Merkmale verbunden sind. Der erste Teil spielt im 19. Jahrhundert und entwirft eine alternative gesellschaftliche Realität, in der Homosexualität gleichwertig zu heterosexuellen Verbindungen anerkannt und in ihrer Normalität nicht weiter der Rede Wert ist. Trotzdem erlebt David die Grenzen seiner Freiheit als er sich unstandesgemäß verliebt. Die Höllenqualen und Selbstzweifel, die Sehnsüchte und Unsicherheiten, die der Protagonist durchlebt, weil ihm sein Großvater klar spiegelt, dass er eine solche Verbindung nicht billigen kann sowie die Gräben, die sich aufgrund unterschiedlicher Sozialisation zwischen den Liebenden im Alltagsleben auftun, hat die Autorin sehr eindrücklich beschrieben. Dieser erste Teil hat mir persönlich am besten gefallen. 100 Jahre später im zweiten Teil rückt die Aids Problematik des 20. Jahrhunderts in den Mittelpunkt. Hanya Yanagihara fokussiert darüber hinaus in diesem Abschnitt Identität, Herkunft und Zugehörigkeitsgefühl. Eine schwierige Vater-Sohn Beziehung wird mit der Kolonialgeschichte Hawais verknüpft. Hier hat mich der Roman das erste Mal verloren. Die Rückblicke, die das Leben des Vaters (und auch des Sohnes) auf Hawai beschreiben, empfand ich als zäh, viel zu lang und ausufernd. Es fiel mir in diesem Abschnitt schwer gedanklich dabeizubleiben, eine emotionale Bindung zu den Protagonist:innen und ihren Erlebnissen aufzubauen. Da meine Gedanken beim Lesen immer wieder abschweiften, wäre mir fast entgangen wie differenziert Yanagiharas Blick auf die Themen Kolonialismus, Kulturalismus, kulturelle Aneignung, Identität und Zugehörigkeit ist. Mit dem dritten und längsten Teil, der in einer dystopischen Zukunftswelt spielt, bin ich wieder besser zurecht gekommen. Aber auch hier empfand ich die Geschichte, die sich zu großen Teilen in Form von Briefen entfaltet, als schleppend. Es fehlte mir - wie im zweiten Teil - an erzählerischer Tiefe und auch die Protagonist:innen blieben blass. Emotional konnte mich diese Geschichte vor allem deshalb erreichen, weil sie in einer Welt spielt, die durch Klimawandel und Pandemien gezeichnet ist. Die aufgezeigten Entwicklungen und gesellschaftlichen Einschränkungen gingen mir nah, weil Ansätze davon bereits heute diskutiert werden und aufgezeigt wird, welches Zerstörungspotential Pandemien haben können. Die Szenarien entwerfen eine beängstigende Zukunftsvision, die durchaus vorstellbar ist. Alle drei Geschichten erzählen von Vätern, die sich nicht um ihre Kinder kümmern konnten und Großväter, die diese Rolle einnehmen. Die Namensgleichheit der Protagonist:innen in allen drei Geschichten verweist auf wiederkehrende Probleme in verändertem Gewand; sie irritierte mich aber mehr als dass sie mir beim Eintauchen in die jeweilige Geschichte geholfen hätte. Auch für mich war dieser Roman kompliziert: Er hat das Potential zu großer Literatur. Immer wieder gab es sehr bewegende, überzeugende Abschnitte. Letztendlich waren diese jedoch in der Minderzahl; die einzelnen Geschichten wurden für mich nicht überzeugend miteinander verbunden und ich musste mich durch große Teile regelrecht durchkämpfen. Aber der Weg zum Paradies ist ja bekanntlich nicht einfach ..
Schwierig einzuschätzen
von S.Kuehn - 14.01.2022
Zum Paradies von Hanya Yanagihara ist das erste Buch der Autorin, dass ich gelesen habe. Habe mich sehr darauf gefreut, weil ihr letzter Roman so viele gute Meinungen bekommen hat. Und nun bin ich in der Lage, dass ich dieses Buch gar nicht so richtig einordnen kann. Es ist ein Roman, wirkt auf mich aber etwas wie eine Sammlung aus drei Büchern, die sich in Einzelheiten, wie Namen der Protagonisten und Handlungsorten gleichen. Den ersten Teil des Buches habe ich sehr gerne gelesen und mich gefreut, wie es weitergehen wird und fand mich dann an ganz anderer Stelle wieder. Das hatte ich so nicht erwartet. Es ist ein Haus am Washington Square in den Jahren 1893, 1993 und 2093, um das sich hier das Geschehen dreht. In jedem dieser Jahrhunderte lernen wir Menschen kennen, die sich im Namen gleichen, was mir die Zuordnung etwas erschwerte und erfahren sehr viel über ihr Leben, ihre Träume, Sehnsüchte und auch Qualen. Die Autorin schafft es, diese Welten und Zeiten lebendig auszugestalten und ihren Figuren Leben und Charakter zu verleihen. Die Menschen wachsen einem ans Herz, man kann mit ihnen fühlen und leiden. Egal wie sich die äußeren Umstände, die nicht unserer Realität entsprechen, ändern, die Menschen und ihre Gefühle bleiben sich treu und stehen im Mittelpunkt. In diesem Buch wird so viel besprochen und angerissen, dass man sich beim lesen sehr fokussieren muss, um den Faden nicht zu verlieren. Manches ging mir zu sehr ins Detail, war zu langatmig beschrieben und dennoch fehlte mir hier das gewisse Etwas, das dieses Buch in mein Gedächtnis gebrannt hätte.
Fulminant
von Anonym - 13.01.2022
Zum Paradies von Hanya Yanagihara ist ein grandioser Romane über die großen Gefühle unseres Menschseins: Liebe, Angst, Scham und unseren Bedürfnissen. Die Idee am gleichen Ort zu bleiben, aber in den Jahrhunderten zu springen finde ich großartig. So wandert der Leser von 1893 zu 1993 bis er ins Jahr 2093 springt. Auch wenn sich die Protagonisten, das Zeitgeschehen ändert, so bleiben doch die Menschen in ihren prägenden Gefühlen gleich. Was macht uns Menschen aus? Diese Frage bewegt und begleitet den Leser auf fast 900 Seiten. Wir durchleben mit den Protagonisten große Gefühle, leiden und lieben mit ihnen. Jeder Einzelne ist mir im Laufe des Buches ans Herz gewachsen. Am Ende des Buches weiß man: ja, wir sind alles Menschen mit unseren Stärken und Schwächen, unseren Sehnsüchten und Träumen. Wir sind Mensch. Eine wunderbare berührende Reise.
War mal wieder großartig
von Mareike Honkomp - 13.01.2022
In dem neuen Schinken von Hanya Yanagihara behandelt sie 3 verschiedene Geschichten, die in 3 verschiedenen Zeitebenen spielen. 1893 treffen wir, in einem Amerika, das anders ist als wir es kennen, auf einen jungen Mann, der sich in seinen Musiklehrer verleibt. 1993 teilt ein junger Hawaiianer sein Leben mit einem viel älteren, reichen Mann in einem Manhattan, das unter einer AIDS-Epidemie leidet. Und 2093 spielt in einer dystopischen Welt, die von Seuchen zerrissen ist und unter Kontrolle steht. Dort treffen wir auf die Enkelin eines Wissenschaftlers, die rausfinden möchte, wohin ihr Ehemann einmal Woche hin verschwindet. In dem Buch geht es um viele Themen die uns auch heute beschäftigen. Viel aktuelles, viel Schicksal, viel schlechte Politik. Dargestellt durch berührende Geschichten und sehr überzeugende Charaktere. Meine Meinung: Es ist auf jeden Fall ein forderndes Buch und durchaus einschüchternd. Alleine die Seitenzahl hat mich am Anfang sehr beunruhigt. Ich mag Hanyas Bücher ja sehr gerne und auch Zum Paradies hat mich nicht enttäuscht. Dennoch finde ich, dass die 3 Teile, die im Buch behandelt werden, auch einfach 3 Bücher hätten werden können. So hätte sie jeder Geschichte mehr Aufmerksamkeit und Tiefe widmen können. Jeder Teil für sich war in sich stimmig und interessant aber ich habe das Gefühl, es war etwas too much, die Teile alle in einem Buch unter zu bringen. Dennoch war es eine gute und spannende Lektüre. Sensibel, tiefgründig und spannend. Hat mir gut gefallen und die Seitenzahl war am Ende auch nicht mehr so einschüchternd. Liest man ein gutes Buch, fliegen die Seiten ja nur so dahin. Ich bleibe auf jeden Fall Fan von Hanya Yanagiharas Büchern. =)
Enttäuschend
von lolabuch - 12.01.2022
Es tut mir so weh und ich weiß überhaupt nicht, wo ich mit dieser Rezension anfangen soll. Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut, die Leseprobe war vielversprechend, ich liebte die Idee der Geschichte und ich wollte das Buch unbedingt mögen. Das Buch ist aufgeteilt in drei Teile, die alle für sich alleine stehen können, aber durch Namen und Orte wurde hier eine Verbindung geschaffen. Am Anfang war ich noch sehr begeistert dabei, die Idee des alternativen New Yorks fand ich schön. Nach kurzer Zeit (bzw nach ca 100 Seiten, was etwa einem Zehntel des Buches entspricht) wurde ich aber das Gefühl nicht mehr los, eine auf WattPad veröffentlichte Fan Fiction zu lesen. Die Charaktere sind flach und einfallslos und die Geschichte, abgesehen von ihrer ursprünglichen Idee, verbraucht und beliebig. Leider ändert sich das auch im Laufe der ca 900 Seiten und in den anderen beiden Teilen des Buches nicht. Der letzte Teil, eine Zukunft voller Kontrolle und Pandemien, wirkte auf mich wie eine der unzähligen generischen dystopischen Young Adult Romane (die sicher ihre Berechtigung haben, hier hatte ich mir allerdings etwas mehr erwartet). Leider wurde auch über die Namensgebung der Charaktere hinaus auch keine Verbindung unter den Geschichten mehr geschaffen, was ich mir zum Ende des Buches hin eventuell noch gewünscht hätte.
Fordernde Lektüre
von Elke - 12.01.2022
Drei Jahrhunderte, drei Geschichten, ein Roman. Alles miteinander verbunden durch ein Haus am Washington Square, aber auch durch die immer gleichen Namen, die für die Personen verwendet werden, die im Zentrum des jeweiligen Abschnitts stehen. Das lässt zwar auf den ersten Blick eine Kontinuität vermuten, aber weder ähneln sich ihre Lebensumstände noch die Art und Weise, wie sie die Schwierigkeiten und Herausforderungen des Lebens anpacken. Dreimal "Was wäre, wenn", dreimal die Vereinigten Staaten als Rahmen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einer Gesellschaft. Der Roman hat mich gefordert, und das lag weniger an dem Umfang als vielmehr an der Vielfalt der Themen, die die Autorin verarbeitet. Über allem steht das Sehnen nach Liebe, nach dem persönlichen Paradies. Der Weg dahin, oftmals beschwerlich und mit Hindernissen gespickt. Hoffnung, Realität, Vision. Scheint im ersten Teil noch alles möglich, werden die Freiheiten in Teil 2 durch das Auftreten und die Verbreitung der stigmatisierenden "Krankheit" schon merklich eingeschränkt, zumindest für Teile der Bevölkerung. Im dritten Teil, angesiedelt in einer Zukunft, die keine/r von uns so je erleben möchte, hat ein totalitaristisches System die Kontrolle übernommen. Überwachung und engmaschige Vorschriften bestimmen den Alltag, der freie Wille gehört der Vergangenheit an, die Menschen scheinen die Fähigkeit zu lieben verloren zu haben. "Zum Paradies" konfrontiert uns nicht nur mit utopischen Aussagen, sondern greift gesellschaftliche Strömungen und Veränderungen auf, die wir in ihren Ansätzen bereits jetzt beobachten können. Yanagihara gibt uns jede Menge Denkanstöße mit auf den Weg. Sie appelliert an uns, die Verhältnisse zu hinterfragen, Privilegien und Ausgrenzung nicht zu akzeptieren, und schlussendlich dafür Sorge zu tragen, dass jedem Menschen der Zutritt zum Paradies gewährt wird.
Drei Geschichten - ein Thema
von Barbara - 12.01.2022
Es sind gleich drei Geschichten, die Hanya Yanagihara in ihrem Buch erzählt. Buch I spielt am Washington Square in New York 1893, doch ist es kein Rückblick in die Geschichte sondern eine völlig veränderte Vergangenheit. In dieser Welt verliebt sich ein wohlhabender junger Mann in einen unbedeutenden Musiklehrer mit zweifelhaftem Ruf und muß sich entscheiden, ob er die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen oder sich in eine unbekannte Zukunft stürzen möchte. Buch II handelt von einem jungen Hawaiianer, der 1993 inmitten der AIDS-Epidemie eine Beziehung zu einem deutlich älteren Mann in New York hat. Diesem gegenüber verleugnet er seine Vergangenheit und die Geschichte seines Vaters, die ihn stark geprägt und verändert hat. Buch III beschreibt eine Zukunftsvision, in der 2093 New York von verschiedenen Seuchen heimgesucht wurde und die Menschen von einem totalitären Staat überwacht werden. Hier versucht eine junge Frau ihren Weg zu finden zwischen Anpassung und Auflehnung. In ihrem wunderbarem Schreibstil erzählt die Autorin in drei völlig unterschiedlichen Szenarien von jungen Menschen, die anders sind als ihre Geschwister, versehrt sind, keine Freunde haben. Allen gemeinsam ist auch ihre Suche nach Glück, nach Anerkennung und Liebe und die Auseinandersetzung mit der Familie und der Vergangenheit. Dabei sind Gefühle wie Angst, Versagensängste und Scham allgegenwärtig. Doch auch die Liebe gerade zu diesem Menschen, vor allem von Seiten eines Großelternteils, ist in allen drei Geschichten ein großes Thema. Ein ungemein eindrucksvoller Roman, weil er so ungewöhnlich ist und intensiv vor allem tiefe Emotionen beschreibt. Gut gefällt mir auch der Bezug zu Hawaii und damit zu den Wurzeln der Autorin. Der Grund, warum ich nur 4 und keine 5 Sterne gegeben habe ist, weil mich die Verwendung der gleichen Namen in allen drei Geschichten doch immer wieder etwas verwirrt hat, obwohl ich die Intention dahinter verstehen kann. Keine leichte Lektüre aber unbedingt empfehlenswert für Freunde von ausgefallener Literatur und dicken Büchern.
Was bist Du bereit, für die Liebe Deines Lebens zu opfern?
von Anonym - 12.01.2022
Als ich gehört habe, dass Hanya Yanagihara ein neues Buch herausbringt, war ich etwas zwiegespalten. Auf der einen Seite habe ich mich sehr auf das Buch gefreut, auf der anderen Seite habe ich befürchtet, dass es mich ähnlich verstören wird wie "Ein wenig Leben", Das Buch ist in drei Geschichten aufgeteilt, die 1893, 1993 und 2093 spielen. Alle drei Geschichten haben zahlreiche Gemeinsamkeiten. Alle spielen größtenteils am Washington Square in NYC. In allen drei Geschichten wiederholen sich sowohl Nach- als auch Vornamen. In allen drei Geschichten spielen Grosseltern eine wichtige Rolle. Alle drei befassen sich mit den Themen Homosexualität, Herkunft (Hawaii), Status, Rassismus, gesellschaftliche Utopien. Außerdem beschäftigen wir in allen drei Teilen mit den Themen Krankheit (physisch und psychisch) und Pandemie. Trotz den schwierigen (und der aktuellen Weltlage verstörenden) Themen ist "Zum Paradies" ein wunderschönes Buch, das ich höchstwahrscheinlich noch öfter wieder lesen werde.
Eine Reise durch die Zeit mit nur einer Konstanten
von Reading.out.loud - 11.01.2022
Ich muss zugeben: Romane, die einen gewissen Seitenumfang aufweisen, schrecken mich nicht ab, sondern im Gegenteil. Sie faszinieren mich, fordern mich nahezu heraus. So viele Seiten bedeuten immer auch so viele Möglichkeiten, eine Geschichte zu erzählen, eine Epoche, Generationen um Generationen, deren Geschichte weitergetragen wird, deren Erbe sich in der nächsten wiederfindet, all ihre Fehler, all ihre Errungenschaften. Und doch ist man nach zwei Generationen vergessen, das Opfer nicht mehr sichtbar, der Leidensdruck passé und der Erfolg der neue Standard. All das kommt in Hanya Yanagiharas neuestem Werk Zum Paradies zum Tragen. Gekonnt werden drei Geschichten verflochten, die ähnlich sind und doch so anders, die Epochen durchbrechen, authentisch sind und voller Widersprüche. 1893: David, der Spross einer reichen Familie, soll endlich heiraten, doch arrangierte Ehen können doch nicht passen, wenn man wirklich die Liebe sucht? 1993: Ein junger Hawaianer liebt einen älteren Mann inmitten einer neuen Krankheitswelle mit Namen AIDS. 2093: Die Erde sieht sich den Folgen des Klimawandels ausgesetzt und eine junge Frau kämpft sich durch ihre Ehe. Der Stil ist speziell, die Sätze lang und Handlung voller Details. Die Geschichte erzählt alles und nichts und jedes Kapitel ist intensiv. Mich persönlich hat der Roman nicht vollends erreichen können, denn die Reflexionen, die sich über Seiten erstrecken, sind nicht so reichhaltig und divers, dass es mich begeistern könnte. Ich spüre zwar die Emotionalität und ich mag ausschweifende Beschreibungen, jedoch verliert es sich in diesem Fall oft in Belanglosigkeiten. Dabei hat mich die Namensgebung komplett verwirrt und ich hatte Schwierigkeiten, permanent der Handlung zu folgen. Ein wuchtiger Roman mit langatmigen Momenten, den ich Fans empfehlen kann.
Etwas verwirrend und langatmig
von Anonym - 11.01.2022
Ich hatte mich unglaublich auf dieses Buch gefreut, weil mir Ein wenig Leben so gut gefallen hatte und die Seitenzahl hat mir deshalb auch erstmal keine Angst gemacht. Allerdings war es bei mir recht schnell so, dass ich irgendwie mehr erwartet hatte und darauf gewartet habe, dass irgendwie noch mehr passiert. Ich finde das Konzept und die Idee hinter diesem Buch super interessant, da es ja auf drei verschiedenen Zeitebenen spielt, aber immer am gleichen Ort und mit denselben Namen. Dadurch wurde es allerdings auch manchmal etwas verwirrend, weil man schauen musste, in welcher Beziehung die ganzen Charaktere zueinander stehen. Und es ist wie gesagt nicht so viel passiert, zumindest in den ersten beiden Geschichten, die dritte hat mich dann überrascht, weil ich sie echt gut und spannend fand, aber auch erschreckend, welche Zukunftsvision die Autorin da erschaffen hat. Es werden zwar wichtige Werte wie Familie, Liebe, Freundschaf, Diversität und vieles andere behandelt, aber so richtig packen und begeistern konnte es mich leider nicht, was ich sehr schade fand.
13 Washington Square North
von Booklove15_11 - 11.01.2022
Drei Geschichten, drei Leben, drei Jahrhunderte und ein Stadthaus am Washington Square, dass es hunderte Jahrelang all die kommen und gehen mit erlebt hat. 1893: New York ist ein Freistaat, in dem die gleichgeschlechtliche Ehe nicht nur erlaubt und gern gesehen ist, sondern sehr gern engagiert werden wird. Auch David, Nachkomme von einer der reichsten Familien, wurde mit einer Status entsprechenden Mann verlobt. Doch als er einen charmanten, aber mittellosen Musiklehrer kennen und lieben lernte, stellt er seinem Leben auf Kopf. 1993: In Manhattan tobt der AIDS und als junge Hawaiianer David zu seinem deutlich älteren Freund einzieht, konnte nicht ahnen, wie viele Freunde sie an der Krankheit verlieren werden. Doch er macht sich nicht wegen AIDS Sorgen, sondern um seinen Geheimnis über seinem Vater. 2093: Die Klimawandeln und die Pandemien herrschen über die Welt. Die Enkelin von einem Wissenschaftler, lebt nicht nur mitten in einer autoritärer Stadt, sie ist auch überlebende einer der Pandemien. Durch Briefe, die ihr Großvater an seinem Freund vor 50-Jahren beginnend geschrieben hat, erfährt sie, warum und wie so weit alles gekommen ist. Wenn man die kurze Inhaltsangabe vom Verlag liest, merkt man, dass es hier um völlig verschiedene Storys handelt. Doch wenn ich ehrlich bin, genau deswegen habe ich ein Roman erwartet, welcher aus drei Epochen erzählt wird, aber die ganzen irgendwie zusammengehören. Ich lies und lies und lies... Fast 900 Seiten und zwei Wochen lang, um wenigstens am Ende zu verstehen, warum die "Bestsellerautorin" drei Geschichten in einem Buch zusammengequetscht hat. Leider ist meine Suche nach der Zusammengehörigkeit und nach dem roten Faden bleibt erfolglos. Die Geschichten wurden nur lose miteinander verknüpft. Gewiss gibt es da ein Stadtteil und ein Haus als Schauspielplatz für die Handlungen dient und die Namen von der Figuren, die gleich sind, doch für mich reicht es nicht als Verbindung. Sehr detailreich beginnt der Roman in eine Fiktive 19. Jahrhundert und genau so differenziert endet in eine dystopisch weit entfernte Zukunft. Dabei greift Yanagihara auf viele Themen, wie Liebe/Liebe zwischen gleichgeschlechtliche, Familienverhältnisse, Klimawandeln, Rassismus und Menschlichkeit. Doch für mich war es alles zu viel. Zu viele Liebe, Leiden, Leben, die mir konstruiert und künstlich wirkten. Die Thematik, besonders die Grundidee "ein anderes Amerika" fand ich grandios, doch mit Yanagiharas Schreib/Erzählstil konnte ich nicht viel anfangen. Durch ihre Erzähl-Art und Weise sind mir die Figuren fern geblieben und ich fand das Buch insgesamt unnötig langatmig. Wenn die drei Geschichten mit fertig erzählten, runden Enden als Reihe erscheinen würden, hätte ich die bestimmt geliebt. Aber so, in einem Buch gepresst, ohne der rote Faden, konnten die mich leider nicht überzeugen.
Beeindruckend bedrückend
von querbuch - 11.01.2022
"Zum Paradies ist deshalb ein so berührender Roman, weil er so schön ist. Er ruft nach uns, er winkt uns heran, er zwingt uns zum Hinsehen, und er schenkt uns Bilder, die so intim und aufgeladen sind, dass wir sie nicht mehr vergessen." (Karsten Kredel, Verleger) Ein Satz aus dem Vorwort meines Rezensionsexemplars, der mein Gefühl nach der Lektüre wunderbar in Worte fasst. Auch der dritte Roman von Hanya Yanagihara konnte mich wieder von Beginn an für sich einnehmen, so anders als die beiden vorangegangenen Bücher, so großartig wie die beiden vorangegangenen Bücher. Der Roman gliedert sich in drei Teile, die lose zusammenhängen und doch durch einen Ort und Namen verbunden sind. Zunächst begeben wir uns in die Vergangenheit. Hat man den Klappentext nicht gelesen, wird das Erstaunen groß sein: Im Amerika des 19. Jahrhunderts sind die Menschen frei. Ob Männern oder Frauen einander heiraten, es ist ohne Bedeutung. Die Wahl ist frei und wer sich nicht entscheiden kann oder will, für den kann die Ehe auch arrangiert werden. Aber macht die Vielzahl der Möglichkeiten auch glücklicher? Später, 1993, AIDS beherrscht die Welt. Wir tauchen in eine Welt der Männer ein. Liebe, Zuneigung, Sehnsucht und vor allem Angst vor der Krankheit, die jedes Glück zerstört, beschäftigt. Und doch verlieben sich ein junger Hawaiianer und der viel ältere Charles ineinander. David, dessen Geheimnis seiner hawaiianischen Abstammung durch eine Erzählung seines Vaters für den Leser sichtbar wird, ebenso begierig nach Zweisamkeit wie sorgenvoll in die Zukunft schauend. Hoffentlich nur eine Fiktion wird der dritte, letzte und zugleich nachdenklichste Teil des Romans. Ende dieses Jahrhunderts hat sich die Welt verändert. Pandemien sind über die Welt gezogen, nichts ist mehr wie vorher. Die Menschen sind isoliert. Das Internet gibt es der vielen Fakenews wegen längst nicht mehr, das Fernsehen abgeschafft. Lebensmittel sind rationiert, genau wie Strom. Der Klimaveränderungen wegen kann man im Sommer nur noch im Kühlanzug vor die Tür gehen, in festgeschriebenen Gebieten versteht sich. Ja, es ist bedrückend, diesen Teil des Romans zu lesen. Und ich fürchte, die Menschen, die man dringend aufrütteln muss, werden ihn nicht lesen. Aber mir wird er sehr lange im Gedächtnis bleiben. Ich wünsche diesem Roman besonders viele Leser!
300 Jahre, 3 Geschichte
von Rapunzel XXL - 11.01.2022
Zum Paradies ist ein englischer Roman von Hanya Yanagihara, der von Stephan Kleiner ins Deutsche übersetzt wurde. Dieses Buch hat fast 900 Seiten und besteht aus drei Teilen, nämlich Buch I Washington Square (1893), Buch II Lipo-wao-nahele (1993) und Buch III Zone Acht (2093). In drei Geschichten aus 300 Jahren zeigt die Autorin den Lesern drei Generationen den Weg, das Paradies zu finden und ihr eigenes glückliches Leben zu verwirklichen. Interessant ist, dass bei diesen drei unterschiedlichen Prozessen die Namen der Hauptfiguren alle David heißen und eine mögliche Verbindung zwischen ihnen besteht, die zwar unterschiedlich, aber sehr ähnlich sind. Das ist ein sehr mysteriöses Gefühl. Die Themen dieses Buches sind allumfassend, wie Liebe, Familie, Gesundheit und andere Themen. Ich finde, das ist ein ganz großartiges Werk. Der Schreibstil der Autorin hat mich überzeugt, jede Figur und jede Geschichte des Buches überzeugt, weil die Figuren so real dargestellt sind, dass man nicht klar unterscheiden kann, ob es sich um eine echte Geschichte oder um einen fiktionalen Roman handelt. Einzigen Nachteil finde ich, dass dieses Buch etwas zu lang ist, der 900 Seiten Roman ist eine große Herausforderung für den Leser. Trotzdem nehme ich eine solche Herausforderung sehr gerne an und genieße sie. Fazit: Ein lesenswertes Buch, als Voraussetzung für Lesen muss man ein bisschen Geduld haben.
Schwer aber schön
von Anonym - 11.01.2022
Wer Ein bisschen Leben gelesen hat, weiß: Hanya Yanagihara schreibt keine leichte Kost. Der Roman Zum Paradies fühlte sich zwar leichter an als ihr letztes Werk, regt aber durchaus zum Nachdenken an. In drei Teilen führt uns die Autorin durch drei Jahrhunderte in den USA, in die Jahre 1893, 1993 und 2093. Verbunden sind die sonst autonomen Teile von einem Haus am Washington Square, den Themen Reichtum vs. Armut, Gesundheit vs. Krankheit, Stärke vs. Schwäche. Auch andere Elemente ziehen sich durch: ein dominanter, aber liebevoller Großvater, Hawaii als Herkunfts- und Sehnsuchtsort, Vor- und Nachnamen, Homosexualität, die Charakterzüge der Figuren. Mein Fazit: Man muss sich durch die 912 Seiten zwar ein bisschen durchkämpfen, der Roman aber regt auf jeden Fall zum Nachdenken an - vor allem der dritte Teil, in dem Pandemien und Klimawandel zum Verhängnis der Menschheit werden.
Drei Leben
von nonostar - 11.01.2022
Drei Leben, drei Geschichten, doch sie alle sind verbunden durch ein Haus am Washington Square. Hanya Yanagihara schreibt über das was gewesen sein könnte, das was war und über das was noch sein wird: 1893, 1993, 2093 - drei Jahrhunderte, in denen die Menschen ein Teil der Geschichte sind. Gleich vorweg: Zum Paradies ist für mich kein Roman, es sind vielmehr drei mehr oder weniger getrennte Geschichten. Man merkt mit jedem Wort, mit jeder Zeile, dass Yanagihara schreiben kann, sie wählt ihre Worte gut und präzise, sie hat ein Gefühl für ihre Themen voll Einsamkeit und schmerzerfüllter Liebe. Ihre Geschichten drehen sich stark um gleichgeschlechtliche Liebe, um den Umgang damit, um die Ausgrenzung und Gefahr, die diese Liebenden erleiden. Die Autorin spielt mit der Geschichte, sie erdenkt sich Personen, sie lässt sie lieben und Familien gründen, um die Figurenkonstellation in dernächsten Geschichte durcheinander zu werfen, neu zu erfinden. Und hier liegt auch mein größtes Problem mit diesem Buch, oder vielmehr diesen Geschichten. Ich hatte einen bewegenden, jahrhunderteumfassenden Roman erwartet, doch bekommen habe ich drei Geschichten, die sich in sich selbst verlieren. Die tragischen Lebensgeschichten bleiben kaum hängen, da es ihnen und den Figuren an nötiger Tiefe fehlt. Kaum fängt die nächste Geschichte an, hat man die vorherige schon fast wieder vergessen. Die Figuren bleiben austauschbar, wie Yanagihara ja selbst zeigt, mir blieb die Persönlichkeit zu sehr auf der Strecke. Obwohl alles aus der Perspektive der handelnden Personen selbst erzählt wird, fühlt es sich oberflächlich und nichtssagend an. Die angesprochenen Themen sind gut und wichtig, doch mir fehlte die Intensität der Gefühle. Auch die Handlung bleibt mir oft zu vage, die Enden so offen, dass man kaum von einem Ende sprechen kann. Mir fehlte lange das Interesse diesen Personen in ihrem Leben zu folgen, was es bei knapp 900 Seiten wirklich erschwert weiter zu lesen. Die dritte Geschichte jedoch, hat mich irgendwann gepackt, das Szenario wurde interessanter, die Personen echter . Meiner Meinung nach, waren die ersten beiden Geschichten nicht ausgereift, sie wirkten unfertig und hätten mehr Raum gebraucht. Die dritte Geschichte hatte diesen Raum um sich zu entfalten, doch das alleine reicht dann auch nicht. Ich hätte mir gewünscht, dass sich Yanagihara für eine Erzählung entscheidet und diese mit Leben füllt. In dieser Form jedoch, konnte mich Zum Paradies leider nicht überzeugen.
Der beste Roman des Jahres
von Anonym - 11.01.2022
Lange habe ich auf dieses Buch gewartet, nachdem mich Ein wenig Leben sehr berührt und begeistert hat. Ich hatte dementsprechend hohe Erwartungen und ich kann es nicht fassen, dass diese übertroffen wurden. Hanya Yanagiharas Zum Paradies hat mich, ich kann es nicht anders beschreiben, umgehauen. Es hat mich in Stücke zerrissen und wieder zusammengeklebt; es hat mein Herz bluten lassen und es gleichzeitig so oft erwärmt. Lange war ich nicht mehr so emotional berührt bei einer Lektüre wie bei diesem absoluten Meisterwerk. Ich liebe dieses Buch so sehr und ich weiß, dass ich mir noch lange sehr viele Gedanken darum machen werde. Es ist aufgeteilt in drei Bücher. In jedem dieser Bücher wird eine eigene Geschichte erzählt, deren Motive sich zwar auf eine bestimmte Weise wiederholen, aber auch für sich alleine stehen könnten. Je mehr man aber über die einzelnen Teile nachdenkt, desto mehr fällt einem auf, wie genial diese Geschichten erzählt sind und wie sie sich am Ende zu einem Ganzen fügen. Ich bin mir sicher, dass man bei einer zweiten Lektüre noch mehr Verbindungen und ihre Bedeutung zueinander erkennen würde. Die Figuren und deren Gedanken, Gefühle und Beweggründe werden so intensiv beschrieben, dass man nicht anders kann als mitzufühlen, mitzuweinen, mitzulieben. Dieses Buch schenkt einem so emotionale, intime Momente zwischenmenschlicher Beziehungen, dass es wirklich weh tut, diese Figuren hinter sich zu lassen und das Buch zuzuklappen. Über die Handlung möchte ich eigentlich nicht viel schreiben, um so wenig wie möglich vorwegzunehmen, nur so viel: es geht um Liebe, um Familie, um das sich Lossagen und das Beschützen derer, die man zutiefst liebt. Der letzte Teil des Buches spielt in einer von Krankheit beherrschten Welt, die mich gerade in dieser Zeit sehr bewegt hat und mich viel über unsere wirkliche Zukunft hat nachdenken lassen. Ich bin Hanya Yanagihara zutiefst dankbar für dieses wunderschöne Buch und gleichzeitig traurig, dass es nicht noch viel länger ging und beneide all diejenigen, denen es noch bevor steht, es zum ersten Mal zu lesen. Wie gesagt, ich liebe es. Lesen Sie es. Es ist grandios.
Hoffnung, Liebe, Menschlichkeit
von mimitatis_buecherkiste - 11.01.2022
Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt, die ersten beiden Teile machen etwa die Hälfte des Werks aus, die dritte Erzählung ist die längste. Im ersten Teil, das im Jahr 1893 spielt, hat die Autorin ein Szenario erschaffen, das unglaublich, phantastisch und ungewöhnlich ist. Sie hat die Welt aufgeteilt und eine Fiktion erschaffen, die sie zwar nie vollständig erklärt, von der sie aber ausreichend erzählt hat, damit ich mir ein Bild davon machen konnte. Viel zu früh war dieser Abschnitt zu Ende. Der zweite Teil ist im Jahr 1993 angesiedelt und fängt vielversprechend an, um dann kontinuierlich nachzulassen. Ich empfand diesen Teil als langatmig und uninteressant, die Seiten zogen sich und so richtig Freude hatte ich an dieser Erzählung nicht. Als in der zweiten Hälfte ein Brief vom Vater des Protagonisten abgedruckt wird, verlor sich die Autorin dermaßen in Belanglosigkeiten, dass ich nicht glauben konnte, dass diese Seiten von der gleichen Person verfasst wurden, von der der erste Teil stammt. Ich war erleichtert, als diese Erzählung abgeschlossen war. Enttäuscht, aber mit großer Hoffnung machte ich mich an die zweite Hälfte des Buches, freute mich auf die dritte Story, die im Jahre 2093 spielt. Wieder war ich anfangs voller Neugier und Freude, war gefesselt von der Phantasie der Autorin. Die Hauptstory gefiel mir sehr gut, aber auch hier war es ein Briefverkehr, der die Erzählung immer wieder unterbrach, und der dazu führte, dass ich kurz davor war, das Buch abzubrechen und endgültig wegzulegen. Und da geschah es; das Buch nahm mich gefangen, die Worte, die Sätze, ganze Abschnitte lang war ich gefesselt und in die Geschichte vertieft. Die Autorin ist eine begnadete Geschichtenerzählerin. Ausschweifend, aber niemals langweilig oder langatmig sind ihre Ausführungen. Der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt und ich verlor mich so oft in ihren Sätzen, habe ganze Absätze wiederholt, einfach weil es mir so viel Spaß gemacht hat, diese zu lesen. Der dritte Teil ist eine Dystopie, die erschreckend nah an unserer jetzigen Realität angesiedelt ist. Die Erzählung war bedrückend, erschreckend und beängstigend, dieses Szenario muss man schon aushalten können. Es war keine fröhliche Story, eher traurig und oft fast deprimierend, aber über allem schwebt die Aussage, dass Menschlichkeit, Liebe und Hoffnung das sind, was uns ausmacht. Wieder einmal hat die Autorin mich überrascht und überwältigt. Von mir gibt es zehn von fünf Sternen. Grandios!
Großartig, genial und einfach beeindruckend!!!
von Marc1234 - 11.01.2022
Nun ist es soweit, das neue Buch der Autorin Hanya Yanagihara, mit dem Titel Zum Paradies ist nun erschienen. Wer ihren Roman Ein wenig Leben kennt und nun denkt, dass, nach diesem gewaltigen Werk, ihre Produktivität ausgeschöpft sei, liegt ziemlich falsch. Dass die Autorin noch viel mehr kann und in den kommenden Jahren auch noch einiges von ihr zu erwarten ist, beweist sie hier, in ihrem neuesten Roman. Wie von ihr zu erwarten, spiegeln sich auch in diesem Roman sehr viele Emotionen und lassen den Leser mitleiden, sich mitfreuen und eine regelrechte Achterbahn der Gefühle durchleben. Es werden zudem höchst präzise und teilweise heikle Themen behandelt und in bester Art und Weise stilistisch umgesetzt. Zu viel möchte ich jedoch nicht erzählen, da ich sonst eindeutig zu viel über das Buch verraten würde. Passend zu dem Buch ist auch das großartige Cover!
Ungewöhnliches, schwierig zu bewertendes Buch
von V.R. - 11.01.2022
"Zum Paradies" von Hanya Yanagihara ist ein über 900 Seiten langes, in drei Abschnitte gegliedertes Werk. Der erste Abschnitt spielt in der Vergangenheit im Jahr 1893 und handelt von David, einem jungen Mann aus einer sehr angesehenen und wohlhabenden Bankiers-Familie, der sich nicht standesgemäß verliebt. Er spielt in New York, das zu den Free States gehört, und wo, im Gegensatz zu den Kolonien, gleichgeschlechtliche Ehen erlaubt sind. Dieser Teil des Buches hat mir am besten gefallen. Der mittlere Abschnitt ist in sich wieder in zwei Teile getrennt. Ein Teil spielt in New York zu Zeiten der AIDS-Epidemie, der andere auf Hawaii. Die Hauptperson, erneut David genannt, lebt in Manhattan mit einem deutlich älteren Mann zusammen, verschweigt ihm aber das Schicksal seines Vaters und seine Kindheit. Der längste, letzte Teil spielt in der Zukunft im Jahr 2093 mit vielen Rückblenden in die vorausgehenden Jahrzehnte und wird abwechselnd in Briefform aus Sicht des Großvaters Charles und mittels Ich-Erzähler aus Sicht der Enkelin Charlie erzählt. Der letzte Abschnitt ist eine Dystopie und spielt in einem Zeitalter der Pandemien sowie autoritär kontrollierten Welt. Die Geschichten sind untereinander dadurch verknüpft, dass sie teilweise am gleichen Ort, in New York und hier vornehmlich am Washington Square, spielen. Außerdem sind unterschiedliche Charaktere in den drei Teilen immer wieder gleich benannt. Auch verschiedene Motive und Themen wie Freiheit, Selbstbestimmung, Rassismus und sämtliche Gefühle der menschlichen Gefühlswelt kehren immer wieder. Die Autorin versteht es, den Leser durch ihren Schreibstil sofort in das jeweilige Zeitalter zu versetzen. Der Ausgang aller drei Geschichten wird in gewissen Teilen offengehalten, was ich nach einem so langen Buch als unbefriedigend empfunden habe. Leider wurden die großen Erwartungen, die ich an das Buch hatte, nicht gänzlich erfüllt. Stellenweise waren mir die Erzählungen viel zu langatmig. Die Erzählungen sind zum Teil (bewusst?) sehr verwirrend, dadurch irritierend, verschiedene Namen kehren immer wieder, ohne dass man unter den einzelnen Charakteren Gemeinsamkeiten ausmachen kann. Obwohl ich viel darüber nachgedacht habe, hatte ich am Ende das Gefühl, das große Ganze nicht verstanden zu haben. Es ist meiner Meinung nach auch nach langem Nachdenken ein ungewöhnliches, schwierig zu bewertendes Buch. Letztendlich habe ich es aber in weiten Teilen doch gerne gelesen.
Gemischte Gefühle
von TanyBee - 11.01.2022
Ein Buch mit 900 Seiten in einer kurzen Rezension zusammenzufassen ist immer schwierig. Bei "zum Paradies", ist es noch schwieriger, denn eigentlich will ich gar nicht zu viel verraten über diese Welt, in die man dort eintaucht. Teil 1 des Buches spielt 1893 und kurz davor hat die Geschichte der USA eine andere Wendung genommen als in Wirklichkeit. Es gibt keinen einheitlichen Staat, sondern mehrere verschiedene, mit unterschiedlichen Gesetzen. New York gehört zu den Freistaaten und dort wohnt der Protagonist David Bingham in einem großen Haus am Washington Square. Dieses Haus ist die Konstante der Geschichte, auch in Teil zwei im Jahr 1993 und in Teil 3 im Jahr 2093 werden wir es wieder besuchen. Es ist faszinierend, mit welcher Selbstverständlichkeit die Autorin diese alternative Realität beschreibt. Ich bin total eingetaucht in die Geschichte und war richtig traurig, als Teil 1 viel zu schnell vorbei war. Teil 2 spielt während der AIDS Epidemie in New York und in Rückblenden auch auf Hawaii. Dieser Abschnitt konnte mich am wenigsten fesseln. In Teil 3 ist das Land gebeutelt von mehreren Pandemien. Das ist aus heutiger Sicht teilweise ganz schön hart zu lesen. Trotzdem hat mich dieser Teil am meisten begeistert. Er ist so spannend erzählt und ich bin in einen wahren Leserausch verfallen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es dazu kommen konnte. Am Ende blieb ich aber ein bisschen ratlos zurück mit dem Gefühl, das große Gesamtkonzept des Romans nicht verstanden zu haben. Wie hängt alles zusammen? Was sollte uns Teil 2 sagen und war er wirklich notwendig? Warum werden in allen drei Teilen die gleichen Namen verwendet? Ich hatte spannende Lesestunden und bin froh, dass ich mich von den 900 Seiten nicht habe abschrecken lassen. Man darf aber nicht mit der Erwartung an das Buch gehen, auf alle Fragen eine einfache Antwort zu bekommen. Und man muss das mit den Pandemien aushalten können. Was für mich auf jeden Fall im Vordergrund steht: Hanya Yanagihara hat ein unglaubliches Talent fesselnd zu erzählen und Welten zu erschaffen, die nur einen Schritt von unserer entfernt sind. PS: die Frage, die wahrscheinlich viele umtreibt, möchte ich auch noch beantworten: nein, es ist nicht so krass und emotional aufwühlend wie "Ein wenig Leben".
Keine leichte Kost
von Anonym - 11.01.2022
Ich finde es schwer dieses Buch fair zu bewerten. Es war für mich das erste Buch der Autorin, deswegen kann ich es nicht mir anderen Werken vergleichen. In dem Buch sind drei Geschichten erhalten, eine spielt in 1893, eine in 1993 und eine in 2093. Die Geschichten sind alle unterschiedlich und drehen sich doch um die selben Themen wie Liebe, Krankheit, Rassismus usw... Dabei werden einem verschieden mögliche Realitäten und Alternativen gezeigt. Somit ergibt sich ein großes Ganzes. Das Problem, das ich hatte, war die Länge des Buches. Ich liebe normalerweise lange Geschichten und habe auch nichts gegen Bücher die thematisch und literarisch anspruchsvoller sind, aber das war mir hier einfach zu zäh. Bücher, bei denen man so viel interpretieren und entdecken kann (wie zum Beispiel hier die immer einzelnen wiederkehrenden Elemente) würde ich normalerweise immer für einen Leserunde empfehlen. Wegen des enormen Umfangs stelle ich mir das aber in diesem Fall sehr schwer vor. Ich hatte Probleme mich in die Geschichten einzufühlen und habe mich oft gefragt, was das soll. In die erste Geschichte bin ich noch am Besten reingekommen, aber dann war Schluss. Die selben Themen wieder und wieder aus einer anderen Sicht und Zeit zu behandeln war für mich anstrengend und ermüdend. Ich weiß leider aber auch nicht wie man es hätte anders lösen können, denn an sich brauchen die einzelnen Geschichten ihren Raum um zu wirken. Ich kann einfach nur sagen das es nicht meins war, und das man sich auf eine lange anspruchsvolle Reise einstellen sollte. Mich hat auch keine Geschichte wirklich tiefer berührt, aber das passiert bei mir generell selten und eigentlich nur, wenn ich die Charaktere gerne mag, was auch hier nicht wirklich der Fall war. Trozdem möchte ich noch hervorheben wie wandelbar die Autorin schreiben kann, und wie gut mir das Cover gefällt.
Keine leichte Kost
von Anonym - 11.01.2022
Ich finde es schwer dieses Buch fair zu bewerten. Es war für mich das erste Buch der Autorin, deswegen kann ich es nicht mir anderen Werken vergleichen. In dem Buch sind drei Geschichten erhalten, eine spielt in 1893, eine in 1993 und eine in 2093. Die Geschichten sind alle unterschiedlich und drehen sich doch um die selben Themen wie Liebe, Krankheit, Rassismus usw... Dabei werden einem verschieden mögliche Realitäten und Alternativen gezeigt. Somit ergibt sich ein großes Ganzes. Das Problem, das ich hatte, war die Länge des Buches. Ich liebe normalerweise lange Geschichten und habe auch nichts gegen Bücher die thematisch und literarisch anspruchsvoller sind, aber das war mir hier einfach zu zäh. Bücher, bei denen man so viel interpretieren und entdecken kann (wie zum Beispiel hier die immer einzelnen wiederkehrenden Elemente) würde ich normalerweise immer für einen Leserunde empfehlen. Wegen des enormen Umfangs stelle ich mir das aber in diesem Fall sehr schwer vor. Ich hatte Probleme mich in die Geschichten einzufühlen und habe mich oft gefragt, was das soll. In die erste Geschichte bin ich noch am Besten reingekommen, aber dann war Schluss. Die selben Themen wieder und wieder aus einer anderen Sicht und Zeit zu behandeln war für mich anstrengend und ermüdend. Ich weiß leider aber auch nicht wie man es hätte anders lösen können, denn an sich brauchen die einzelnen Geschichten ihren Raum um zu wirken. Ich kann einfach nur sagen das es nicht meins war, und das man sich auf eine lange anspruchsvolle Reise einstellen sollte. Mich hat auch keine Geschichte wirklich tiefer berührt, aber das passiert bei mir generell selten und eigentlich nur, wenn ich die Charaktere gerne mag, was auch hier nicht wirklich der Fall war. Trozdem möchte ich noch hervorheben wie wandelbar die Autorin schreiben kann, und wie gut mir das Cover gefällt.
Das Paradies ist für jeden Mensch anders.
von MaggyGray - 11.01.2022
An "Zum Paradies" hatte ich hohe Erwartungen, da ich Hanya Yanagiharas Buch "Volk der Bäume" sehr gemocht habe. Und bei knappen 1000 Seiten bin ich sowieso immer mit an Bord! In diesem Buch werden also drei unterschiedliche Geschichten ausgeformt, in einem Teil Amerikas, beginnend 1893 und mit jeweils ca. 100 Jahren dazwischen, das sich von einem liberalen Lebensort über einen in den Klauen des HI Virus, hin zu einem diktatorischen Gefängnis wandelt, in dem eine durch Seuchen und Pandemien müde Bevölkerung durch die Regierung bis in das kleinste Lebensdetail kontrolliert und gesteuert wird. Wer gegen die Regeln verstößt wird hingerichtet. Der Klappentext, aber auch das Vorwort im Buch selbst, spricht von einem fulminanten neuen Roman, aufwühlend, voller Emotionen, miteinander verwobene Geschichten, der Suche nach dem Paradies. Vielleicht habe ich mich ein bisschen zu sehr von diesen Vorab-Lobeshymnen mitreißen lassen - nach Beendigung des Romans bin ich nicht mehr ganz so euphorisch. Aber auch weit davon entfernt enttäuscht zu sein. Die erste, und kürzeste Geschichte, spielt in einem stattlichen Herrenhaus am Washington Square, in einem freiheitlichen Teil Amerikas, in dem das Leben und die Liebe nicht so restriktiv beschnitten werden, wie im restlichen Teil des Kontinents, den Kolonien. Gleichgeschlechtliche Paare (mit und ohne Kinder) sind völlig normal, in einem Klima der Zufriedenheit und Rücksichtnahme werden Ehen arrangiert oder Kinder adoptiert. Doch bei allem schönen Schein gibt es auch Schattenseiten: der Hauptprotagonist verliebt sich in einen Musiklehrer, möchte mit diesem ein neues Leben beginnen, doch dieser ist für den reichen Erben nach Meinung des Großvaters dann doch nicht so sehr der passende Umgang. Trotzdem setzt der Enkel dieses Mal seinen Kopf durch. Die zweite und dritte Geschichte, die beide etwa zwei Drittel des Buches ausmachen, bauen in etwa auf dem gleichen Schema auf. Eine auf den ersten Blick harmonische Beziehung wird durch äußerliche Einflüsse leicht angetrübt, bevor sie letztendlich auf die eine oder andere Weise durch verschiedene Gründe aufgelöst wird, und etwas Neues beginnt. Aber: war die erste Erzählung des 19. Jahrhunderts noch in einer sehr guten Länge, fing die zweite des 20. Jahrhunderts zwar ebenso gut an, wird dann jedoch im zweiten Teil, als es um den Vater der Hauptfigur geht, sehr weitschweifig und für mich persönlich auch etwas zu konstruiert bzw. etwas zu weit hergeholt, was die "Erschütterung" angeht. Die dritte Geschichte des 21. Jahrhunderts hätte die Autorin gerne auf die Hälfte kürzen können. Vor allem der Briefwechsel zwischen Charles (der Großvater) und Peter als Stilmittel der Rückblende war für mein Empfinden zwar interessant, aber viel zu weitschweifig. Dabei ging die eigentliche Geschichte fast ein wenig unter. Hanya Yanagihara hat eine große Gabe zu beschreiben und zu formulieren. Sie schafft es ganz bestimmte Stimmungen und Emotionen durch wenige Wörter und Sätze exakt zu transportieren, schreibt aber auch Schachtelsätze, die sich teilweise über eine halbe Seite erstrecken, und trotzdem lesbar bleiben. Die Charaktere sind fast bis in die kleinsten Nebenrollen plastisch und fast unverwechselbar, auch wenn deren Anzahl ab und an ein bisschen ausufert. Das macht das Buch insgesamt zu einem fesselnden Schmöker und einem Panoptikum an Ideen, Sub-Geschichten, Schauplätzen und Emotionen aller Art. Wer allerdings auf die große Verflechtung dieser Geschichten neugierig ist, oder einen gut aufgebauten Spannungsbogen wartet, wird jedoch etwas enttäuscht werden. Mir hat diese Tatsache das Lesen nicht vermiest, ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen.
Beeindruckendes und außergewöhnliches Buch
von Bücherfreundin - 11.01.2022
Mit ihrem neuen, fast 900 Seiten umfassenden Werk hat Hanya Yanagihara einen Roman geschrieben, der sicherlich für viele Diskussionen sorgen wird. Das Buch besteht aus drei unterschiedlichen Büchern, die sich auf eine Zeitspanne zwischen 1893 und 2093 erstrecken.   Washington Square Im ersten Buch wird die 220 Seiten umfassende, im Jahre 1893 in den Freien Staaten spielende Geschichte von David Bingham erzählt, der bei seinem Großvater Nathaniel in New York lebt. Dieser hatte nach dem Tod der Eltern die Kinder David, John und Eden aufgenommen. Mittlerweile ist John mit Peter verheiratet, Eden mit Eliza, beide haben ihre eigenen Haushalte und Kinder.   Auf Veranlassung des Großvaters soll der 28jährige David mit Charles Griffith, einem 41jährigen wohlhabenden Geschäftsmann, verheiratet werden. Charles ist Witwer eines Lehrers, der 9 Jahre zuvor an Krebs starb.   David ist Vorsitzender der wohltätigen Stiftung des Finanzinstitutes seines Großvaters und unterrichtet ehrenamtlich Kunst in einem Waisenhaus. Dort lernt er den neuen Musiklehrer Edward Bishop, der in sehr ärmlichen Verhältnissen lebt, kennen und verliebt sich in ihn. Während einer längeren Abwesenheit von Edward - dieser lässt trotz seiner Ankündigung nichts von sich hören - trifft David sich häufiger mit Charles, der aus seinem Interesse für ihn keinen Hehl macht.   Nach Edwards Rückkehr berichtet dieser David von einem lukrativen Angebot in Kalifornien und bittet David, ihn dorthin zu begleiten. Davids Großvater hat in der Zwischenzeit Erkundigungen über Edward eingezogen und konfrontiert seinen Enkel mit dessen Vergangenheit.      Lipo-wao-nahele Dieses Buch umfasst 228 Seiten und ist in zwei Teile gegliedert.   Im ersten Teil erzählt die Autorin die Geschichte des 25jährigen Rechtsanwaltsgehilfen David Bingham, der heimlich mit dem 30 Jahre älteren Charles Griffith liiert ist, einem New Yorker Anwalt. Wir schreiben das Jahr 1993, und Charles ist damit beschäftigt, für seinen krebskranken Freund Peter ein Abschiedsessen zu organisieren. David unterstützt ihn bei den Vorbereitungen und erinnert sich dabei an die Zeit, als er Charles kennenlernte und an ihr bisheriges gemeinsames Leben. Ihr Leben ist geprägt von Aids, sie müssen viele Freunde beerdigen, und auch Charles hatte ihm kurz nach der ersten Begegnung eröffnet, dass er HIV-positiv ist.   Im zweiten Teil des Buches steht Davids Vater Wika im Mittelpunkt. Er ist sehr krank, lebt in einem Pflegeheim und erzählt in der Ich-Form von seiner Kindheit auf Hawaii, den dortigen politischen Verhältnissen, der komplizierten Familiengeschichte und seinem Freund Edward, der sein Leben immer wieder kreuzte.      Zone Acht Dieses Buch, das fast 450 Seiten umfasst, schildert die Erlebnisse der jungen Charlie im Jahr 2093. Sie lebt in einer durch ihren Großvater arrangierten Scheinehe mit einem Homosexuellen. Charlie lernt anlässlich ihrer wöchentlichen Besuche bei einem Geschichtenerzähler den geheimnisvollen David kennen, der ihr eines Tages erzählt, weshalb er den Kontakt zu ihr suchte. Die Schilderungen über Charlies Leben werden unterbrochen durch Emails, die ihr Großvater Charles an seinen Freund Peter schrieb, der in Neubritannien lebt. In diesen Emails schilderte er ausführlich sein Leben mit seinem Ehemann Nathaniel, seinem Sohn David und der Enkelin Charlie während einer Zeitspanne von 2043 bis zu seinem Tod.   In diesem dritten Buch leben die Menschen in einem Überwachungsstaat. Ziel ist es, die Pandemien zu bekämpfen, die alle paar Jahre neu auftreten. Es gibt kaum Bücher, kein Fernsehen, kein Internet, niemand darf das Land verlassen, ständige Kontrollen erschweren den Alltag. Die Lebensmittel sind rationiert, ebenso das Wasser, es gibt Coupons, mit denen Lebensmittel gekauft werden können. Gegen die Hitzeperioden schützen die Menschen sich mit speziellen Kälteanzügen.   Das anspruchsvolle Buch ist außergewöhnlich und hat mich sehr beeindruckt. Es ist in wunderbarem Sprachstil geschrieben und hat mich bis zum Ende gefesselt.  Die Autorin zeichnet im dritten Teil des Romans ein sehr deprimierendes Horrorszenario auf, das vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie noch lange auf mich nachwirken wird. Unbedingte Leseempfehlung!
Überlebenstiere in drei Akten
von Constanze Pachner - 11.01.2022
1893, in einem Amerika, das anders ist, als wir es aus den Geschichtsbüchern kennen: New York gehört zu den Freistaaten, in denen die Menschen so leben und so lieben, wie sie es möchten - jedenfalls scheint es so. Ein junger Mann, Spross einer der wohlhabenden Familien, entzieht sich der Verlobung mit einem standesgemäßen Verehrer und folgt einem charmanten Musiklehrer. 1993, Manhattan im Bann der AIDS-Epedemie: Ein junger Hawaiianer teilt sein Leben mit einem älteren, reichen Mann, doch er verschweigt ihm die Erschütterungen seiner Kindheit und das Schicksal seines Vaters. 2093, in einer von Seuchen zerrissenen, autoritär kontrollierten Welt: Die Enkelin eines einst mächtigen Wissenschaftlers versucht ihr Leben ohne ihn zu bewältigen - und herauszufinden, wohin ihr Ehemann an manchen Abenden verschwindet. Der neue Roman Zum Paradies von Hanya Yanagahira ist im Grunde ein Buch in drei Akten, die sich zum einen in ihrer erzählerischen Qualität unterscheiden sowie den Leser auf eine ellenlange Suche nach dem verbindenden Inhaltsfaden schickt. Wir streifen schmiegsamen Blickes durch die drei Welten - teils von einem sich durch Reibung vereinenden Gegenspiel aus Phantasie und Realität überrascht, teils durch langatmige Erzählsträngen in die Ödnis abwandernd. Ja, da gibt es ein Haus, welches in allen drei Welten eine Rolle spielt. Ja, da tauchen immer die gleichen Vornamen für die Protagonist*innen auf und ja, es geht um die Liebe und Fürsorge der Nächsten sowie um die einfache Erkenntnis, dass wir Menschen nichts anderes sind als Überlebenstiere. Aber wo ist die Verbindung der Erzählstränge, der rote Faden der einzelnen Akte, deren Enden abstumpfend in den Kitsch abdriften? Ein Theaterstück mit drei frei schwebenden Akten, die sich nur in ihren Motiven einen. Nein, das ist nichts für mich! Einzig die emotional malerische Erzählkunst der Autorin trug mich bereichernd durch diesen Roman, so dass ich auf einen der letzten Sätze stoßen konnte, die mir die aktuell für eine nahende Zukunft drohende Situation in aller angstvollen Eindringlichkeit deutlich machte: Danke, sagte er zu mir, danke. Einen Augenblick lang dachte ich, er würde mich berühren, aber er tat es nicht, weil man das nicht machte. (885) Gruselig, hoffentlich wird es nicht so kommen, denn jedem Wesen gelingt das Überleben doch nur mit Berührungen, oder!?
Anspruchsvolles nahegehendes Leseerlebnis
von iGirl - 11.01.2022
Hanya Yanagihara schickt uns in ihrem literarischen Werk Zum Paradies durch 3 Epochen der Zeitgeschichte, beginnend im Jahr 1893 mit etwas anderer Vergangenheit, gefolgt von jeweils 100 Jahre auseinander liegenden Geschichten der Jahre 1993 und 2093. Dabei werden wir Lesende anhand von drei Lebensgeschichten durch die Zeit geführt, die doch miteinander verknüpft sind. Wir lernen besondere Protagonisten kennen, deren Leben geprägt sind von Einsamkeit und Ängsten, Höhen und Tiefen. Es geht um die (gleichgeschlechtige) Liebe, um familiäre Bande, um Gesundheit und Krankheit, um Hilflosigkeit und Stärke, um Haben und Verlieren, um düstere Zukunftsszenarien und um Imperialismus, Macht und Beherrschung. Schön wäre es das Paradies zu finden, aber es ist eben ein mühevoller Weg dorthin. Kurz zu den drei Teilen der Geschichte, die in New York spielen: 1893: Gleichgeschlechtige Liebe ist akzeptiert. David, Sprößling einer reichen Familie, verliebt sich in einen dubiosen Musiklehrer und fordert die Erwartungen des beherrschenden Großvaters heraus. 1993: AIDS-Epidemie. Ein junger Hawaianer, David, liebt einen älteren dominanten Mann und verschweigt diesem seine Vergangenheit und sein besonderes Verhältnis zu seinem Vater. 2093: Zeit der Seuchen und Pandemien. Die Menschen werden von einem totalitären Staat bevormundet. Eine junge Frau führt eine Scheinehe mit einem homosexuellen Mann und versucht ihr eigenes Leben zu finden. Meiner Meinung nach der Beste der drei Teile des Buches, obwohl durch die Vergangenheitszeitsprünge innerhalb der Geschichte eine weitere Geschichte erzählt wird in Form eines unerklärten E-Mail-Schriftverkehrs mit einem Freund. Das Buch ist hervorragend geschrieben, die Protagonisten sind facettenreich, die Geschichte spannungsreich, jedoch aufgrund einiger erzählerischer Längen auch fordernd für den Lesenden. Haarfeine Erzählfäden spinnen sich zwischen den drei Buchteilen und man meint, dass man aufgrund der Namensgleichheiten Verwandtschaften ableiten könnte und man spezielle ähnliche physisch-psychische Verhalten bei den verschiedenen Personen erkennen könnte: Nathaniel ist immer der Starke sich sorgende, David ist immer der Labile, Charles ist immer der Erfolgreiche, Eden ist immer die Undurchsichtige usw. Die starken Gefühle der Charaktere sind so gut dargestellt, dass sie mir teils fast zu nahe kamen. Die Handlung ist anspruchsvoll und nicht immer wird alles klar, zumal die gleichen Namen der Figuren von mir hohe Konzentration forderten. Aber gerade da einiges offen bleibt, öffnete es auch Türen für meine eigene Phantasie. Und es ist wahrlich genug zum Grübeln enthalten, gerade der 3. Teil, mit einer alles anderen als lebenswerten Zukunft, hat es aufgrund seines pandemischen Realbezugs in sich. Mein Fazit: Zum Paradies ist etwas anders als die bisherigen Romane Hanya Yanagiharas. Man muss sich auf die Geschichte einlassen und sie über fast 900 Seiten auf sich wirken lassen. Es lohnt sich es ein zweites Mal zu lesen und noch weiteres zwischen den Zeilen zu entdecken. Dieses Buch ist ein ideales Geschenk für sich selbst und Freunde der außergewöhnlichen Literatur.
Wortgewaltiger Epos
von CM94 - 11.01.2022
Ich bin großer Fan von "Ein wenig Leben", was zu den besten Büchern gehört, die ich jemals gelesen habe. Auch "Zum Paradies" klang für mich sehr vielversprechend und so habe ich auf dieses wortgewaltige Werk von knapp 900 Seiten voller Spannung hingefiebert. "Zum Paradies" ist keine leichte Kost, auch wenn es sich wieder hervorragend lesen lässt. Mir hat allerdings der rote Faden und die zugrundeliegende Botschaft gefehlt. Zum Inhalt: das Buch erzählt in drei Epochen vom Leben, von der Liebe, von Familie und der Suche nach Glück. Geboten werden dabei eine alternative Vergangenheit im Jahre in einem New York, das den Freistaaten angehört und homosexuelle Ehen normalisiert, eine aidsgeprägte Gegenwart der 90er und dystopische, seuchengeplagte Zukunft. Und wieder David. David, der seinen betuchten Verhältnissen entfliehen und mit einem veramten Musiker durchbrennen will. David, der mit einem viel älteren Mann zusammenlebt und von seinem Vater im Stich gelassen wurde und David, der eine junge Frau aus einem System erretten will, dass im Kollaps inbegriffen ist. Die drei Teile des Buches stehen über die gleichbleibenden Handlungsorte und Namen der Protagonisten miteinander in Verbindung. Trotzdem sind sie alle recht unterschiedlich und ich bekomme einfach nicht so recht zu fassen, was sie verbindet. Der erste Teil hat mir glaube ich am besten gefallen, da er schlüssig erzählt ist und eine Zeit malt, die sowohl bekannt, als auch auf neue Weise interpretiert dargestellt wird. Zu gerne hätte ich erfahren, ob David wohl sein Glück findet, aber leider wir der Leser vorher ausgesperrt. Den zweiten Teil habe ich als sehr verwirrend empfunden, da er den Fokus von David sehr plötzlich auf dessen Vater verschiebt und sich mir nicht so recht der Sinn hinter diesem Handlungsstrang erschlossen hat. Der dritte Teil besticht durch die ungewöhnliche Struktur, teils in einseitigem Briefwechsel aus der Vergangenheit (geschickt ist hier ein weiterer David versteckt) und teils in chronologischer Erzählung über die Hauptfigur, wenngleich distanzierter als in den vorangegangen Kapiteln . Dieses Buch zu lesen war für mich teils Freude, teils Kampf. Denn Hanya Yanagihara schreibt unglaubliche Bücher mit gewaltigen Ausmaßen, die zum philosophieren, grübeln und diskutieren einladen. Und obwohl die angesprochenen Themen sowohl vielfältig, als auch interessant und absolut relevant sind, habe ich in ihnen einfach nicht mein Paradies gefunden. Und manchmal hätte ich gerne eine Anleitung zum Lesen dieses Werkes zur Hand gehabt, was für mich die Bewertung auch so schwer macht. Denn ich glaube das volle Ausmaß der Botschaften und Bedeutungen in diesem Buch habe ich gar nicht erfassen können und muss es sicherlich noch mindestens ein weiteres Mal lesen, um alles zu entdecken. Dieses Buch fordert den Leser, es nimmt in mit auf eine kulturelle Reise. Mir hat es sich jedoch nicht völlig offenbart.
Eine der bedeutendsten Erzählerinnen unserer Zeit
von darkola77 - 11.01.2022
Reich an Worten, weit an Geschichten und voll von Lust und Qual - Hanya Yanagiharas neuer, lang ersehnter Roman ist so viel, so ungewöhnlich und so überwältigend, das er sich einer eindeutigen, klar abgrenzbaren Kategorisierung und Beschreibung entzieht. Was jedoch nach den knapp 900 Seiten außer Frage steht: Es ist ein Meisterwerk! Das in seiner Virtuosität sogar "Ein wenig Leben" zu übertreffen vermag - soweit dies denn überhaupt machbar erscheint. Drei Jahrhunderte mit ihren ganz eigenen und doch so verwandten Leben und Schicksalen geeint von dem Gefühl der grenzenlosen, alles verschlingenden und alles ermöglichenden Liebe und den Fragen: Was sind wir bereit, für eben diese Menschen auf uns zu nehmen? Welche Gefahren, welches Leid erdulden wir, um unsere Liebe, um unser gemeinsames Leben zu schützen? Die Antworten, die Hanya Yanagihara den Leser*innen hierauf präsentiert, werden uns nicht immer gefallen - und nicht nur das: Auch wir müssen Leid erdulden, auch wir müssen den Pfad der Katharsis gehen, um einen Ausweg aus der Enge, Beklemmung und auch Bedrohung der einzelnen Lebensentwürfe zu erfahren, uns einer Lösung des schier Unlösbaren anzunähern. Am Ende der fulminanten Erzählung steht bei mir vor allem Erschöpfung. Und ein Überborden an Gefühlen, Gedanken und Ideen, die zum Teil noch nicht gedacht, noch in der Entwicklung, im Prozess des Reifens sind. In welchem Punkte ich mir aber schon heute sicher bin: Mit Hanya Yanagihara spricht eine der bedeutendsten Erzähler*innen unserer Zeit zu uns, eine Stimme, die unverwechselbar ist und nicht nur in der zeitgenössischen Literatur ihresgleichen sucht.
Genial
von Christiane Fi - 11.01.2022
Da ist es endlich: Das Buch, auf das ich so lange gewartet habe: Zum Paradies von Hanya Yanagihara. Übersetzt ins Deutsche von Stephan Kleiner. Ich bin so gespannt: Am liebsten würde ich die Fortsetzung von "Ein wenig Leben" lesen, aber wie soll das gehen? (Vorsichtig Spoiler:) Jude ist tot. Und wäre Hanya Yanagihara nicht auch eine schlechte Autorin, wenn sie einfach eine ähnliche Story schreibt, einen Abklatsch? Nein, hier kommt etwas total anderes: Drei Geschichten, in drei verschiedenen Zeitebenen. Geschichten, die in der Vergangenheit und in der Zukunft spielen. Ich beginne die erste Geschichte, die in 1893 spielt, zu lesen. Amerika gehört zu den Free States, jeder darf seine Liebe ausleben: So sind Männer mit Männern verheiratet oder Frauen mit Frauen. Kinder werden einfach adoptiert. David Bingham ist ein Sohn einer wohlhabenden Familie und verliebt sich in einen zweifelhaften jungen Mann, der es nur auf sein Geld abgesehen hat, so scheint es. Doch was ist das? Gerade als es so richtig spannend wird, hört die Geschichte auf! Oh nein! Gut, ich beginne also mit der zweiten Geschichte, die hundert Jahre später spielt: Aber was ist das wieder: Alle Protagonisten haben ja dieselben Namen wie in der ersten Geschichte?. Mein Gehirn versucht ständig beide Geschichten miteinander zu verknüpfen, aber es gelingt mir nicht. .. Ist das der Sohn? Nein, zu jung, es kann ja nur der Großvater sein .. Nein, passt nicht. Und auch dieses zweite Buch, wo der Protagonist ein Hawaiianer ist, mitten in der AIDS- Epidemie spielt, hat ein abruptes Ende, aber ich bin gespannt, bestimmt wird die Autorin noch alles auflösen, es gibt ja noch mehr als 450 Seiten. Die letzte Ebene hat es in sich: 2093, wieder 100 Jahre später, aber die Welt ist von Seuchen und Epidemien zerstört. Reisen, Internet und Nachrichten jeglicher Art sind verboten, der Staat kontrolliert was du sagst, isst, wann du duscht oder deine Wäsche wäscht. Die meisten Menschen sind steril, Liebe zwischen Gleichgeschlechtlichen sind verboten. Und wieder tragen alle Protagonisten die Namen aus den ersten zwei Geschichten. Die Enkeltochter eines sehr angesehenen Wissenschaftlers bzw. Tochter eines hingerichteten Staatsfeindes versucht ihr Glück in einer arrangierten Ehe zu finden. Doch ob am Ende alle Geschichten verknüpft und aufgelöst werden, müsst ihr selber herausfinden. Sie hat es wieder geschafft: Hanya Yanagihara hat, wie auch in ihrem ersten Buch "Das Volk der Bäume", die Welt auf den Kopf gestellt. Es ist ein anderes Leseerlebnis, eines, das viele Fragen aufwirft, die allerdings unbeantwortet bleiben. Meiner Meinung nach kann das Buch nicht an "Ein wenig Leben" anknüpfen, aber es ist ein wirklich lesenswertes und spannendes Buch auf 895 Seiten, das zum Nachdenken anregt. Eine Leseempfehlung von mir, aber nur wenn man sich auf die manipulierende Schreibintention der Autorin einlässt.
Menschen, getragen von dem Wunsch nach Freiheit und Liebe
von Anonym - 11.01.2022
In ihrem neuen Roman "Zum Paradies" begibt sich Hanya Yanagihara auf die Suche nach dem Großen, nach dem Epochalen. Sie geht der Frage nach, wie Geschichte Menschen prägt, wo sie sie hinträgt, welche Spuren sie hinterlässt. Aber es geht auch um das, was uns als Menschen ausmacht, um unsere Sehnsüchte, um den Wunsch nach Erfüllung und um die Grenzen, die durch die Gesellschaft und die Familie gesetzt werden. Und schließlich dreht sich das Erzählte um das Zwischenmenschliche, darum, wie wir uns aufeinander zubewegen und lieben, uns zu kennen glauben und wie doch Distanz zwischen uns herrscht. In drei Teilen, die jeweils hundert Jahre auseinander liegen und lose miteinander verbunden sind, da sie alle am Washington Square in New York spielen, entfaltet Yanagihara diese Themen. Beginnend in einem alternativen 19. Jahrhundert und endend in einer dystopisch anmutenden Zukunft, widmet sie sich Freiheit und Liebe, Identität und Fremdsein, Rassismus und Kolonialismus, Freundschaft und Familie. Yanagihara versucht mit diesem Roman, den Blick ins Innere zu richten, zum Kern des menschlichen Wesens vorzurücken und dabei den Minderheiten und den an den Rand Gedrängten eine literarische Stimme zu verleihen. Ihr Stil, der sich durch Detailreichtum und durch eingehende Beschreibungen auszeichnet, trägt dazu bei, dass sich die erzählte Welt vor den Augen des Lesers ausdehnen kann und dabei stets fassbar bleibt. Der Roman hat in thematischer Hinsicht das Potential zur Großartigkeit. Doch drei einzelne Geschichten machen noch längst keinen Roman. Die Verknüpfungen durch gleiche Namen und Orte reichen nicht aus, um genug Tiefe und Bedeutung entstehen zu lassen. Durch die Brüche zwischen den drei Teilen haften auch den Figuren nicht genug Farbe, nicht genug Schattierungen an. Sie wirken teilweise sogar flach und stehen damit im starken Kontrast zur Fülle ihrer Umgebung. "Zum Paradies" ist stellenweise groß, stellenweise fesselnd. Aber eben nur stellenweise. Letztlich strebt der Roman nach mehr, als er zu erreichen im Stande ist.
Drei Szenarien, drei Leben, dreimal die gleiche andere Welt
von BigZ - 11.01.2022
Dieses Buch zum Paradies, es besteht aus drei Teilen, drei Geschichten, jeweils um 100 Jahre versetzt, an demselben Ort und selbst die Namen wiederholen sich . Da ist die Vergangenheit, 1893, die aber mit den vergangenen Zeiten unserer eigenen gelebten Welt nichts zu tun hat. Hier ist den Menschen, zumindest wird es so propagiert, ein sehr freies Leben möglich, in der gleichgeschlechtige Partnerschaften zum normalen Gesellschaftsbild gehören. An einer solchen Partnerschaft dürfen wir Anteil nehmen und uns selbst ein Bild davon machen, wie gleich die Menschen in nicht nur dieser Hinsicht waren oder auch nicht. Teil 2, das Leben im Jahr 1993, steht für die Gegenwart. AIDS hat Einzug in die Gesellschaft gehalten. Es wird viel gelitten und gestorben. Wieder steht eine gleichgeschlechtliche Liebesbeziehung im Focus der Geschichte. Es ist kompliziert und die Vergangenheit eines der Protagonisten liegt belastend über ihrer Partnerschaft. Und dann die Zukunft, wir schreiben das Jahr 2093, ein totalitäres System beherrscht das Leben, Seuchen und Pandemien zwingen die Menschen vollends in die Knie. Wir treffen hier auf eine junge Frau, die trotz dieser Lebensumstände, die zudem noch die Scheinehe mit einem homosexuellen Mann beinhaltet, versucht, es zu finden, ein eigenes Leben, einen Weg zu ihrem Paradies. Denn das ist es, was hier alle und alles verbindet, die Sehnsucht, das unbedingte Bestreben nach dem eigenen kleinen Stückchen Paradies, das aufrecht hält, das einen hoffen lässt, trotz der Düsternis gerade im dritten und auch besten Teil dieses Buches, dieser Zukunft, die in vielem so verdammt nahe dran ist an dem, was wir mit der Corona-Pandemie im Moment selbst erleben. Um diesen Roman in seiner Gesamtheit als Meisterwerk bezeichnen zu können, muss, zumindest ich, ihn wohl noch etwas sacken lassen. Gerade im zweiten Teil hat es einem die Autorin mit ihren langen Ausschweifungen nicht gerade leicht gemacht, aber irgendwie macht auch das Sinn und erfüllt einen Zweck für eben das Ganze. Beeindruckend, literarisch gut aufbereitet und sehr schwer wieder aus dem Kopf zu bekommen, das bleibt, neben der zunehmenden Düsternis, auf die dieser Roman zusteuert. Und trotzdem sieht man, will man sehen, dass es da auch Hoffnung gibt, für die Menschen, durch ihre eigene Menschlichkeit. Also auf jeden Fall lesen und nicht so schnell aufgeben dabei, es lohnt sich.
Bürger der Freistaaten
von yellowdog - 10.01.2022
Hanya Yanagihara  entwirft eine Alternativwelt.  Das Buch hat drei Teile. Der erste Teil heißt Washington Square und spielt sich im neunzehnten Jahrhundert ab. Man begegnet einem anderen USA mit einer anderen Gesellschaftsform. Das ist ziemlich interessant, da es neue Gedankengänge beim Leser auslöst. Außerdem fällt auf, welch sensible Figuren die Autorin aufbaut. Das trifft schon auf die erste Hauptfigur David Bingham in hohem Masse zu. Es mündet in eine Liebesbeziehung zwischen David und Edward. Auch die Ich-Stimme im dritten Buch ist eine emotionale Figur, aber sie alle sind auch verschlossen. Stilistisch arbeitet Yanagihara in diesem ersten Abschnitt viel mit Briefen und das funktioniert gut um eine Stimmung der Zeit zu erzeugen. Der etwas langweilige Teil 2 handelt 1993. Mit Buch 3 kommen wir dann in der Zukunft an. Dies ist der längste Teil. Die Namen der Figuren ziehen sich durch alle Teile aber es sind nicht dieselben. Das scheint eine Art Rollenspiel zu sein, das bei mir nicht verfängt. Obwohl zum Paradies ein ambitioniertes Buch ist, würde ich es nicht gleich als Meisterwerk einstufen. Es hat Überlänge,teilweise bleibe ich ratlos, was ich damit anfangen soll. Mein Interesse jedenfalls konnte nicht über den ganzen Umfang gehalten werden und ich verbleibe bei 3,5 von 5 Sternen.
Madison Square, New York
von LindaRabbit - 09.01.2022
Das Bild einer Neuen Zeit - irgendwo auf der Welt und zwar immer am Madison Square: Es ist mir ein Anliegen gewesen, bei Eurer Erziehung Ehrlichkeit walten zu lassen , sagt Großvater Bingham bei der allsonntäglichen Abendessenrunde. Es folgt das Gespräch, auf das die drei Enkel seit Monaten warteten. Eine nicht alltägliche Runde von Menschen in einer Welt, in der viel in Bewegung ist. Der Großvater der Firma Bingham Brothers spricht über das Erbe, was er hinterlassen wird. Der eine Enkel ist mit seinem Gatten da, die Enkelin mit ihrer Ehefrau, nur der Älteste, David, ist noch nicht verheiratet. Doch für ihn ist eine Bewerbung gekommen, da möchte einer sein Gatte werden, doch dieser ist ziemlich alt. Es geht um arrangierte Ehen, es geht um die Liebe. Es geht um das Bild einer Neuen Zeit. David verliebt sich. Jedoch nicht standesgemäß... Das Buch ist unterteilt in drei Abschnitte. 1893 - 1993 - 2093, drei Jahrhunderte, drei Leben. 1893 - Washington Square. 1993 - Lipo - wao - nahele. 2093 - Zone Acht. Während also der erste Teil, 1893, in der Vergangenheit spielt, kann sich die Leserschaft vorgaukeln, dies ist vergangen. Das Bild einer Zeit, die zerfloss und so nicht (mehr) existierte. Doch dann kommt 1993, das war ja eben und 2093 - die Zukunft - ist ziemlich trübe. Ist das jetzt unter dem Einfluss von fridays for future oder unter Corona entstanden? Beidem? Teil 1 - im 19. Jahrhundert, im freien New York , jede:r kann lieben und heiraten, wen er oder sie will. Dass dies doch nicht so einfach geht, zeigt das Beispiel des jungen Mannes aus einer wichtigen Familie. Er verliebt sich nicht standesgemäß in einen unvermögenden Musiklehrer. Eine sehr sanfte Liebesgeschichte. Teil 2 - im 20. Jahrhundert, ein Paar, Mann - Mann, die Zeit geprägt von HIV - AIDS. Die zwei Männer, einer jung, der andere 30 Jahre älter, der Ältere vermögend, der Jüngere abhängig von ihm. Es herrscht nur eine oberflächliche Offenheit zwischen den beiden. Teil 3 - im 21. Jahrhundert, ein Zeitalter, eingeengt durch Pandemien, Rationierungen von Grundgütern und geprägt durch extreme Umwelteinflüsse. Die junge Frau, verheiratet in einer arrangierten Ehe, leidet in der Ehe, kämpft sich durch Krankheit und vermisst ihren Großvater. Der Schreibstil ist bedächtig, mit vielen Schachtelsätzen. Aber mit Farbe und Gerüche, dass man glaubt, das Essen, was serviert wird, selbst zu kosten Seite 58/59, David Bingham trifft vorsätzlich auf Edward Bishop, den Musiklehrer. Suche nach einem Zeichenblock. Es liest sich so locker, als stünde man daneben und beobachtet wie Edward sucht. Und David, der eher Edward beim Suchen zuschaut, so wie wir - die Leserschaft - es auch tut. Das Geschriebene wirkt zu keiner Zeit gekünstelt, sondern tatsächlich, wie eine ablaufende Aktion, die David wie die Leserschaft beobachtet. Dabei geht es um eine erotische Situation, David, der in Edward verliebt ist und Kontakt zu ihm sucht... Zum Paradies (im englischen Original To paradise) der hoch anerkannten jungen Autorin Hanya Yanagihara ist keine leichte Lektüre. Es ist ein schwer gewichtiges Buch (nicht nur 895 Seiten aus sehr dünnem Papier - Vorsicht beim Umblättern, es könnte leicht reißen), es ist vor allem inhaltlich ein sehr gewichtiges Buch. Schon das auf dem Umschlagbild abgedruckte Bild des Gesichtes eines jungen Mannes, nachdenklich, mit dunkler Hautfarbe und Gesichtszügen, die auf den Einfluss vieler Kulturen hinweisen, lockt in erster Linie eine Leserschaft an, die weiß sich mit Schwergewichten zu beschäftigen. Man muss sich darauf einlassen. Es ist kein sogenannter page turner, es fesselt nicht und lässt einem oft ratlos zurück, nachdenklich. Hanya Yanagihara wuchs in Hawaii auf (Vater - Hawaiianer mit japanischen Wurzeln, die Mutter - Südkoreanerin, die ebenfalls auf Hawaii aufwuchs). Schon allein der Kontext im Pazifik auf einer Inselgruppe aufzuwachsen, die geprägt ist von vielen Kulturen und einer intensiven Geschichte, ein Bundesstaat der Vereinten Staaten von Amerika, das nicht allen Bewohnern der USA bekannt sein dürfte, fließt bestimmt in ihr Schreiben ein. Die Familie lebte auch in Texas und Maryland (wiederum zwei völlig unterschiedliche Bundesstaaten). Yanagihara hat sich mit zwei Büchern (The People in the trees, A little life - in beiden Büchern geht es um Missbrauch) in den Olymp der anerkannten Schriftsteller:innen katapultiert. Zum Paradies, Hanya Yanagihara, Claasen und Ulstein Verlage, übersetzt von Stephan Kleiner (ein sehr erfahrener Übersetzer)
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