Noir und SF so verschmolzen, dass beides danach anders aussah. Kovacs ist der Held, den Chandler in der Zukunft geschrieben hätte.
Takeshi Kovacs wird in einen fremden Körper geladen, um einen Mord aufzuklären, an den sich das Opfer nicht erinnern will. Schon diese Prämisse enthält alles, was Noir ausmacht: Niemand sagt die Wahrheit, Identität ist käuflich, und der Ermittler traut nicht mal sich selbst. Morgan fragt: Was passiert mit Noir, wenn man den Tod abschafft? Die Antwort ist brachial und traurig zugleich. Es ändert sich nichts. Die Mächtigen stapeln Körper wie Garderobe, die Armen leben und sterben in geliehenen Hüllen, und dazwischen ermittelt Kovacs mit der Wut eines Mannes, der schon zu oft gestorben ist, um Angst davor zu haben. Was mich an dem Buch nicht loslässt: Morgan hat begriffen, dass die Unsterblichkeit der Reichen die brutalste Noir-Prämisse überhaupt ist. Nicht weil sie sterben könnten, sondern weil sie es nicht müssen. Chandler hätte das geliebt. Hammett hätte genickt.