Ein Buch über den Wert von Zuhören, Freundschaft und gegen den Stress.
Für mich ist es spannend wie ein 1973 erschienes Buch sich von heutigen unterscheidet. Es passiert eher wenig, der Roman hat sogar Zeit, die Spiele der Kinder ausführlich zu beschreiben. Und obwohl die Geschichte in einer großen Stadt spielt, ist die Stadtbeschreibung (Anzahl der Menschen und Autos) weit entfernt vom heutigen Berlin oder Köln. In dem Buch treiben sich die Kinder einfach draußen rum, heutzutage ist das in einer Stadt kaum möglich.Durch die langsame Erzählart, ist der Roman sehr gut gealtert. Diese Erzählweise unterstreicht den Inhalt. In "Momo" geht es um Zeitdiebe, die die Menschen antreiben mehr zu leisten und weniger zu trödeln. Mit Freunden oder der Familie zusammenzusein hat keinen Wert, nur die Arbeit ist wichtig. Gut gefallen hat mir auch, wie überzeugend Michael Ende Momo als Kind darstellt. Sie ist kein superintelligentes Kind, das jede Aufgabe locker löst. Sie ist eine ca. Zehnjährige, die zwischendurch vergisst, dass sie die Welt retten soll, weil sie was Spannendes gesehen hat und hinrennt.Ein schöner Roman!