Der Klappentext von "Die andere Hälfte der Augusta" verspricht eine Geschwichster- bzw. sogar eine Zwillingsgeschichte mit einem tragischen Höhepunkt. Darum geht es primär aber gar nicht. Vielmehr spielt die Lebensgeschichte eines Flüchtlingsjungen aus Burundi eine ebenso große Rolle wie das Leben von Augusta Hope.Ich muss ehrlich sagen, dass es mich immer nervt, wenn Klappentexte eine bestimmte Geschichte versprechen, diese sich aber in eine ganz andere Richtung entwickeln oder nur einen kleinen Teil der Handlung ausmachen. So wie hier. Hätte ich gewusst, dass es eigentlich um ganz andere Dinge in diesem Buch geht, hätte ich es nicht gekauft.Die Idee, die beiden Handlungsstränge von Augusta und Parfait (der Junge aus Burundi) immer mehr zusammenlaufen zu lassen, finde ich grandios, nur die Umsetzung nicht.Eigentlich bekommt man die Lebensgeschichte Augustas und Parfaits episodenhaft erzählt. Dies wäre nicht so schlimm, wenn tatsächlich auch mal etwas passieren würde, jedoch ist Augustas Leben sehr unspektakulär.Der Tod der Schwester, wahrscheinlich der Höhepunkt, deutet sich aber schon sehr früh an und ist deshalb auch nicht wirklich überraschend oder interessant.Verstärkt wird dies auch dadurch noch, dass die Charaktere entweder unsympathisch (Augusta, Augustas Eltern, Diego) sind oder einfach nur farblos (Julia, Parfait). Es fehlt einfach an Tiefgang und ja, auch an Spannung. Alles plätschert so vor sich ohne große Höhen und Tiefen. Man fiebert nicht mit, man lebt nicht mit, man will es einfach nur hinter sich bringen.Wie gesagt, die Geschichte ist nicht schlecht, aber nichts jedermanns Sache.