Wiener Straße war für mich inzwischen das dritte oder vierte Buch aus Sven Regeners Herr-Lehmann-Kosmos. Und wie so oft gilt: Wer Sven Regener liest, bekommt genau das, was er erwartet. Das ist einerseits eine große Stärke, andererseits vielleicht auch eine kleine Schwäche.Wieder begegnet man den bekannten Figuren - Frank Lehmann, Karl, Erwin Kächele und vielen anderen - und taucht ein in das West-Berlin der 1980er Jahre. Regener erzählt mit seiner angenehm lakonischen Sprache von den kleinen Verrücktheiten des Alltags, von scheinbar belanglosen Gesprächen und herrlich schrägen Situationen. Das ist oft sehr komisch und macht einfach Spaß.Gleichzeitig hatte ich diesmal häufiger das Gefühl, dass sich die Bücher innerhalb dieses Universums ähneln. Manchmal wusste ich gar nicht mehr genau, aus welchem Roman ich eine bestimmte Figur oder Szene kannte. Einige Passagen waren mir außerdem einen Tick zu verspielt oder zu albern.Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen. Wer Regeners Humor und seinen Erzählstil mag, wird sich auch hier wohlfühlen. Für mich reicht es diesmal zu 3 von 5 Sternen - gute Unterhaltung, aber ohne die Frische, die ich beim ersten Besuch in diesem Universum empfunden habe.