Erfrischende Ideen, anschaulich und detailliert beschrieben, Kinder emotionslos und besitzen ein unglaubwürdiges Verhalten.
Supernova (Originaltitel: Supernova Era) schildert eine Welt, die vor einem beispiellosen Umbruch steht: Eine nahe Supernova bestrahlt die Erde mit tödlicher Strahlung. Schnell wird klar, dass alle Menschen über dreizehn Jahre innerhalb weniger Monate sterben werden, während Kinder überleben können.In der verbleibenden Zeit versuchen die Erwachsenen verzweifelt, ihr Wissen, ihre Technologien und die gesamte globale Ordnung an die nächste Generation weiterzugeben. Regierungen, Wissenschaftler und Familien arbeiten daran, Kinder auf Rollen vorzubereiten, für die sie emotional und gesellschaftlich eigentlich noch nicht bereit sind.Nach und nach entsteht eine neue Weltordnung, in der Kinder und Jugendliche plötzlich allein für Politik, Wirtschaft, Infrastruktur und internationale Beziehungen verantwortlich sind.Auf dem Cover sieht man den Planeten Erde, der von einem gleißenden Strahl getroffen wird, der vermutlich die Auswirkungen der Supernova darstellen soll. Mit diesem Bild ist eigentlich bereits alles gesagt. Das Cover visualisiert damit sehr treffend das Kernthema des Romans.Bisher habe ich von Liu Cixin die Trilogie Die drei Sonnen mit großer Begeisterung gelesen. Supernova erschien bereits 2003 (in Deutschland allerdings erst 2021). Im Vergleich dazu ist die Trilogie Die drei Sonnen ein späteres Werk, das in China zwischen 2007 und 2010 veröffentlicht wurde.Supernova beginnt äußerst spannend mit der Entstehung einer Supernova im Weltall und ihren Auswirkungen auf die Planeten und die Erde. Die Beschreibungen des Moments, in dem die Strahlung die Erde trifft, sind für einen fiktionalen Roman bemerkenswert detailliert.Die älteren Kinder, die diese Katastrophe überleben werden, besuchen in China zunächst ein Camp, ohne zu wissen, was sie in Zukunft erwartet. Dort werden ihre Fähigkeiten untersucht. Anschließend beschreibt Liu die Übergabe von Aufgaben und Berufen von den Eltern an ihre Kinder, wobei er sich auf eine Klassengemeinschaft konzentriert.Nachdem die Eltern verschwunden sind, herrscht Chaos auf der Erde. Bis zu diesem Punkt war die Erzählung für mich nachvollziehbar. Doch anstatt wie ihre Eltern zu arbeiten, wollen die Kinder spielen. Nach verschiedenen Entwicklungsphasen entscheiden sich die Kinder verschiedener Nationen schließlich für eine Art Olympische Spiele mit Kriegsgeräten und Waffen. Ziemlich emotionslos metzeln sie sich gegenseitig nieder, und an dieser Stelle hat der Roman für mich seine Glaubwürdigkeit verloren.Es gibt keine Figuren, die ich wirklich sympathisch fand, da es sehr schnelle Wechsel zwischen den Hauptfiguren gibt. Außerdem wird ausführlich beschrieben, wie gewalttätig die Kinder Tiere töten. Die Grundidee des Buches sowie die wissenschaftlichen Aspekte gefallen mir durchaus, aber die Einbindung und Ausarbeitung der Charaktere empfinde ich als deutlich misslungen.Die Grundidee des Buches sowie die wissenschaftlichen Aspekte gefallen mir durchaus, aber die Einbindung und Ausarbeitung der Charaktere empfinde ich als deutlich misslungen. Empfehlenswert ist der Roman daher vor allem für Leser von Hard-Science-Fiction und Fans großer gesellschaftlicher Gedankenspiele, die weniger Wert auf glaubwürdige Figuren und emotionale Charakterentwicklung legen.