Freunde, Familie, das Wunder von Weihnachten. Für mich wohl die (bisher) beste Geschichte von Rico & Oskar!
Rico und Oskar habe ich entdeckt als meine Große den 1. Band in der 5. Klasse im Unterricht hatte. Das fand ich erst mal ziemlich cool. (Ich selbst hatte vor fast 30 Jahren Ronja Räubertochter dran und fand es doof - nun ja, das sehe ich inzwischen auch anders. ¿) Ich durfte mit ihr zusammen lesen und es hat mich so gepackt, dass ich nach und nach die ganze Reihe lese. Mit Band 4 wollte ich - jahreszeitenbedingt - gern bis zum Winter warten und hätte es jetzt fast verpasst. Zum Glück hab ich es grad noch rechtzeitig beim Stöbern in der Bibliothek wieder entdeckt. Eigentlich geht es hier gerade mal um einen Tag, weniger eigentlich. Es gibt allerdings drei kurze Sommerrückblenden, die ein paar mehr Tage umfassen. Wie immer geht es um Rico und Oskar, um ihre Familien, aber auch um (neue) Freundschaften, Diebstahl, Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit. Und ja, irgendwie auch um Weihnachtswunder. Das allein wäre schon eine herzerwärmende Geschichte. Ricos Tiefbegabtheit, mit der er die Welt doch ein weniger anders sieht, dem Leser manches (neu) erklärt, macht das Ganze aber zu etwas Besonderem - gerade auch, weil er die Welt manchmal mehr mit dem Herzen und weniger mit dem Kopf sieht. Dazu gibt es wieder vereinzelte, aber ganz wunderbare Illustrationen von Peter Schössow, die besondere Momente wirklich gut einfangen. Ja, es ist ein Kinderbuch, aber ich als Erwachsene habe wirklich eine Menge Spaß dran gehabt. Ich musste lachen und weinen, habe mich mitgefreut und mitgeärgert. Nur eins war dieses Buch nicht: langweilig. Und weil Ricos Sicht der Dinge eben fast schon einzigartig ist, hier noch eine universell gültige Weisheit von ihm:"..., aber Angst zu zweit ist besser als Angst allein. Man kommt sich dann immerhin ein bisschen beschützter vor, oder doch wenigstens nicht so ganz allein auf er Speisekarte für das schnelle Vieh mit der schwarzen Haut."(S. 127f, über einen Ausflug in den Keller)