Die Geschichte der Elisenlebkuchen
Freude und Leid liegen bei den Lusins nahe beieinander. Elise wird zur Lebensretterin einer noblen jungen Frau, Helene von Tucher, als sie diese aus dem eingebrochenen Eis rettet. Die Unterkühlung lässt Elise jedoch schwer erkranken. Aus Sorge um seine Tochter tüftelt Wilhelm Lusin an einer neuen Lebkuchenart, luftig und leicht, ohne Mehl, dafür mit Mandeln und den wärmenden Lebkuchengewürzen - der Elisenlebkuchen ist geboren und Elise wird wieder gesund. Die Lebkuchen finden auch in der Bevölkerung großen Anklang und die kleine Lebküchnerei an der Bergstrasse in Nürnberg stößt bald an seine Grenzen.Um sich für die Rettung seiner Tochter Helene zu bedanken, stellt Herr von Tucher der Familie Lusin seine leerstehenden Fabrikgebäude für ihre Lebküchnerei zur Verfügung. Mit der großen Lebkuchenfabrik steigen die Lusins auch gesellschaftlich an, sie kaufen eine Villa mit Bediensteten und Elise ist schon bald mit einem Fabrikantensohn verlobt. Zu ihrer Zofe, ihrer Vertrauten und Freundin wird Agathe, die Tochter eines Zeidlers, der Honiglieferant der Lusins.Viel zu früh stirbt Elises Vater bei einem Unglück. Auch an diesem Punkt in ihrem Leben stehen bei Elise Unglück und Glück nahe beieinander, lernt sie in diesen schweren Stunden ihre große Liebe Corbinian, einen Lebküchner, kennen. Zusammen mit ihm scheint alles möglich zu sein, missgünstige und falsche Leute zu durchschauen und zur ersten Direktorin von Lebkuchen Lusin zu werden.Dieser historische Roman war ein großartiges Lesevergnügen mit einem immerwährenden Lebkuchenduft in der Nase. Fiktion und Wahrheit werden in diesem Buch zu einer wundervollen Geschichte verwoben, die Erläuterungen dazu finden sich am Ende des Buches. Neben der schönen Geschichte rund um Elise und auch Agathe wird im Buch auch einiges an Wissen weitergegeben. So erfuhr ich Interessantes über die Stadt Nürnberg, die Geschichte des Lebkuchens, aber auch über die Zeidlerei und der Abstecher in die Schweiz hat mich besonders gefreut.Die Geschichte beinhaltet alles, was ein richtig guter (historischer) Roman ausmacht: historisches Wissen, eine schöne und gleichzeitig tragische Familiengeschichte, zwei herzliche Liebesgeschichten und zum Schluss hin wurde es richtig aufregend, so dass auf den knapp 600 Seiten zu keiner Zeit Langeweile aufkam. Klare Leseempfehlung!