Darum geht es:
Allgäu 1376
Ein verheerender Brand im Kloster Weißenfels. In den Ruinen wird die Leiche des Bürgermeisters entdeckt. Doch nicht der Brand ist schuld an seinem Tod. Er wurde bereits vor dem Feuer ermordet.
Da der zuständige Richter von Füssen erkrankt ist, und kurz vor dem Tode steht, setzt er seine Frau Isabella Falk als Erbin ein. Unter einer Bedingung, sie soll den Mord an seinem Freund aufklären.
Zusammen mit Gerichtsschreiber Leonhard folgt Isabella einer Spur aus Verrat, dunklen Machenschaften und Intrigen. Das wird auch für sie selbst gefährlich.
Meine Meinung:
Historische Romane lese ich tatsächlich sehr selten, aber Manuela Schörghofer hat mich bisher immer mit ihren Büchern gepackt. So wie auch mit ihrem neuen historischen Krimi, der es richtig in sich hat.
Die Autorin weiß, wie sie Spannung erzeugt und ich liebe dieses Gefühl, wenn ich mitfiebern kann.
Historische Geschichten haucht immer etwas ganz Besonderes mit. Es fühlt sich an wie eine andere Welt. Es ist ein eigener Reiz und die Autorin bringt dieses Flair wunderbar aufs Papier. Beim Lesen habe ich eine Zeitreise erlebt und das war schlichtweg richtig gut.
Manuela Schörghofer schreibt absolut fesselnd. So hat sie es wieder geschafft, dass ich schnell im Geschehen versunken war. Ich war schnell in der Geschichte und hatte überhaupt keine Anlaufschwierigkeiten.
Isabella hat es mir richtig angetan. Zu dieser Zeit als Frau sind ihr in vielerlei Hinsicht die Hände gebunden. Sie ist ja nur eine Frau. Das wird im Buch immer wieder deutlich, welche Position Frauen zur damaligen Zeit hatten.
Doch Isabella ist mutig, hat Kampfgeist und Willensstärke. Sie ist eine so starke Persönlichkeit, auch wenn sie manchmal ihre verletzliche Seite zeigt, was nur allzu verständlich ist. Ich bin jetzt schon froh, dass dieses Buch nur der Auftakt ist und wir mehr von Isabella lesen werden wie es scheint. Das hat diese großartige Protagonistin aber auch sowas von verdient.
Der vermeintlich leichte Kriminalfall mit dem ermordeten Bürgermeister, entpuppt sich schnell als komplexer, als gedacht. Nicht nur darum muss sich Isabella kümmern, auch zu Hause muss sie um ihren Hof kämpfen und sich mit Gier anderer herumschlagen.
Die Spannung ist von Anfang an vorhanden und zieht sich kontinuierlich durch das Buch. Es gibt keine Langeweile, keine langatmigen Abschnitte. Ständig passiert etwas. Manuela Schörghofer steigert diese Spannung immer und immer mehr, dass ich am liebsten an den Fingernägeln geknabbert hätte.
Diese Mischung aus packendem Krimi und dem Aufzeigen was das Leben als Frau damals bedeutet hat, hat mich in den Bann gezogen. Manchmal saß ich nur kopfschüttelnd da. Auch wenn man es weiß, aber wenn man durch das Lesen nochmal besondere Aufmerksamkeit darauf richtet, hat man es einfach nochmal deutlicher vor Augen. Und durch Isabella konnte ich umso mehr mitfühlen, weil sie so sehr kämpft.
Fazit:
Ein absolut packender historischer Kriminalroman. Gekonnt wortgewandt hat die Autorin ein spannendes Buch geschrieben, was mich an die Seiten gebannt hat. Nervenaufreibend und dazu eine großartige Protagonistin. Die Autorin hat mich erneut voll und ganz überzeugt. Daher gibt es von mir auch eine ganz klarer Leseempfehlung.