Was wäre, wenn wir die wunderschöne Prosa beibehalten, die Sehnsucht steigern und dann einen Mann hinzufügen, der so geheimnisvoll und attraktiv ist, dass die gesamte Dreiecksbeziehung sofort in sich zusammenfällt, als hätte sie nie existiert? Tja, ja, das ist These Infinite Threads. Der Schreibstil ist nach wie vor atemberaubend. Ich bin mir mittlerweile sicher, dass Tahereh Mafi keinen hässlichen Satz schreiben kann, aber dieses Buch wirkt fokussierter als "This Woven Kingdom". Weniger zielloses Umherwandern in prächtigen Palastkorridoren, mehr: "Setzt euch gefälligst mal hin und stellt euch euren Gefühlen!" WENN ES NUR SO WÄRE.Es steht mehr auf dem Spiel, die Emotionen sind intensiver, und die Stimmung hat sich von verträumter Sehnsucht zu mehr Reife entwickelt. Und dann ist da noch Cyrus. Er hört zu. Er respektiert Grenzen. Er spricht offen und ehrlich. Aber natürlich findet sich der Protagonist schon bald oberkörperfrei in einem Zimmer wieder, wo Alizeh ihn mit einem Schwert bedroht. Warum auch nicht die gegenseitige Zurückhaltung in eine plötzlich erotische Szene verwandeln? Gib mir mehr davon. Keine Küsse. Nichts Explizites. Nur Nähe, Knistern und Spannung. Erinnert mich mal wieder daran, wo genau meine Ansprüche an fiktive Männer liegen.Alizeh ist nach wie vor mitfühlend und stark, doch diesmal muss sie sich entscheiden, nicht nur fühlen. Und Kamran ... Moment mal, Kamran, wer? Ach ja, der Prinz, den ich nach Cyrus fast vergessen hatte ... Kamran ist immer noch da. Er verkörpert "Das läuft nicht gut für mich" auf einem ganz neuen Level.Nichts explodiert, nichts geht voran. Schon wieder. Aber die Stimmung? Die ist einfach fantastisch.Dieses Buch ist für Leser, die Folgendes mögen:¿ Männer, die ihre Gefühle verarbeiten, bevor sie etwas sagen ¿ Sexuelle Spannung, die ausschließlich durch gegenseitiges Bedrohen entsteht ¿ Sich in den falschen (richtigen) Charakter verliebenIch hätte nicht gedacht, dass ich so ein Cyrus-Fan werden würde. (Kleiner Scherz, ich wusste ganz genau, dass ich ein Cyrus-Fangirl werden würde, sobald er die Bühne betrat.)