Annabelle Scott ist ein internationales Model, deren Karriere zu Ende scheint. Um sich wieder ins Gespräch zu bringen, will sie Co-Moderatorin einer Kochshow werden, die in Port Haven in Cornwall gedreht werden soll. Leider gibt es ziemlich hartnäckige Konkurrenz und der eigentliche Moderator ist anzüglich und widerlich. Außerdem hat Annabelle eine Vergangenheit mit Port Haven. Ist sie bereit sich dieser zustellen und wird sie vielleicht auch eine Zukunft mit diesem verträumten Küstenort haben? Und vielleicht sogar mit Alpakazüchter Flynn, der ihr Herz schneller schlagen lässt? "Ein Löffel Glück" ist der zweite Band der "A Taste of Cornwall"-Reihe und ich fand es sehr amüsant, dass das Kulinarische zwar wieder im Vordergrund steht, aber unsere Protagonistin weder kochen kann, noch Essen positiv affirmiert, da sie sich als Model vieles untersagt hat. Die Wahl der Hauptfigur ist dennoch sehr passend und obwohl es auch um ernste Themen geht wie Zukunftsangst, körperliche "Makel" und die MeToo-Debatte, spielen die kulinarischen Köstlichkeiten eine wichtige Rolle und Port Haven und seine Bewohner zeigen erneut, warum es ein absoluter Wohlfühlort ist. Der Roman soll natürlich unterhalten, gerne auch im Strandkorb gelesen werden, aber trotzdem ist er keine leichte, oberflächliche Lektüre. Es geht darum einen Blick hinter die Fassaden zu werfen, für sich einzustehen, Nein-sagen zu dürfen und zu müssen und so verändert sich das Bild, dass man anfangs von Annabelle und Flynn hat, im Laufe der Geschichte sehr. Ich habe die Geschichte abwechselnd gelesen und gehört und mich gefreut, dass Elena Wilms wieder die Erzählerin geworden ist. Band zwei hat zwar eine andere Protagonistin, aber es hat absolut nicht gestört, dass die Sprecherin bereits den ersten Band gelesen hat. Wilms hat eine sehr angenehme Stimme, die perfekt zu dieser Geschichte passt, und ich habe mich durchgehend gut unterhalten gefühlt. Fazit: "Ein Löffel Glück" überrascht, weil neben viel Wohlfühlatmosphäre auch etliche Themen mit Tiefe platziert wurde und die Protagonistin auf den ersten Blick nichts mit Kulinarik zu tun hat - doch wie immer gilt: Don't judge the book by it's cover und das gilt nicht nur für Bücher, sondern eben auch für Menschen (und fiktive Romanfiguren).