Inhalt siehe Klappentext.
Ich kenne bereits alle anderen Teile von Anne Sterns Fräulein Gold-Reihe, die meisten als Hörbücher; dieser 8. Band Der Preis der Freiheit mit seinen 432 Seiten, welcher im Jahr 1932 in Berlin spielt, lässt sich sehr flüssig lesen. Hulda Gold kann endlich wieder im Hebammenberuf aufgehen, Meta ist sicher in der ersten Klasse der Grundschule angekommen, und Huldas Mann Max Dessauer nimmt diesmal einen größeren Part ein. Seine politische Meinung, die er in Zeitschriften kundtut und ein Jobangebot in Schweden entzündet Feuer und eine Krise zwischen den Eheleuten. Schade, dass erst eine weitere Zerreißprobe die Beiden wieder näher- und zusammenbringt und Hulda zeigt, was wirklich wichtig ist im Leben. Nach diesen schlimmen Tagen finde ich, Hulda hat es verstanden und ist, trotz ihres tatsächlichen Alters noch mal etwas mehr erwachsen geworden. Aber hat die aktuelle Situation eine gemeinsame Zukunft? Ich freue mich schon auf Band 9, dessen Leseprobe am Ende zu finden ist.
Es wäre ungewöhnlich, würden sich Hulda und Kommissarin Siegel nicht erneut begegnen, allerdings sehen sich die beiden Frauen nicht mehr als Konkurrentinnen, aber auch nicht als Freundinnen, sondern, so mein Eindruck, als gleichgestellte Frauen, die für ihren Beruf, ihre Berufung leben und gegen die Ungerechtigkeit kämpfen. Irma und Hulda könnten sich gut ergänzen, wenn sie es zulassen, aber beide tun sich eben mit diesem Gedanken schwer. Ebenso wichtig finde ich den inzwischen freundschaftlichen Kontakt zu Karl, hat ja lange genug gedauert und die gelegentlichen Besuche von Hulda und Meta bei Johanns Eltern. Viktoria erscheint mir immer noch unterkühlt und geziert, das wird sich nicht mehr ändern. Friedemann ist da etwas lockerer (geworden), aber auch noch angespannt, was Hulda angeht.
Auf die Gefahr hin, dass meine
Rezension aufgrund meiner
Meinung aussortiert wird: Es ist traurig zu lesen, wie sich 1932 alles entwickelte und man meint heute, 2026, fast 100
Jahre später, es wiederholt sich, unfassbar, die Menschen haben wirklich nichts gelernt!
Ich hatte spannende Lesestunden, Hulda und ihr Umfeld 2 Wochen lang zu begleiten. Der Ausflug ins Frauengefängnis, das Leben der Insassinnen, war wirklich aufschlussreich und grausam gleichzeitig, aber auch die alltäglichen Probleme der Familie waren Thema, dazu die politische Situation, Anne Stern versteht es einfach, ihre Leser mitzureißen! Ich habe das Buch nur ungern aus der Hand gelegt und kann guten Gewissens 5 Sterne mit Leseempfehlung vergeben.