GELESEN: Amy McCulloch Der Aufstieg In eisiger Höhe wartet der Tod -Thriller
Erschienen im Original Penguin Michael Joseph London 2022
Aus dem Englischen von Leena Flegler
3. Auflage Piper Verlag München 2022
489 Seiten
Die erste Hälfte dieses Thrillers ist eine recht zähe Angelegenheit. Hier hätte man sicher bereits früher Spannung aufbauen können, zumal die Autorin selbst den Manaslu bestiegen hat, um den es hier geht. Der Manaslu (8163 m), einer der 14 Achttausender im Himalaya, steht im Fokus der Geschichte. Es ist ein gefährlicher Berg, welcher zwar technisch einfacher als der K2 oder der Annapurna ist, doch voller Tücken durch sein extrem steiles Eis steckt.
Die Protagonistin Cecily Wang, eine junge Journalistin, möchte mit dem charismatischen Charles McVeigh und dessen Team auf den Manaslu. Charles hat bereits die größten Erfolge seiner Bergsteigerkariere hinter sich. Wang hat sich erfolglos am Kilimandscharo, am Showdown in Wales und den Three Peaks in England versucht. Ihr Equipment hat sie aus dem Internet zusammengestellt. Wang hat nun keinen Cent mehr. Alles hat sie für ihre Karriere in diese Tour gesteckt. Sie muss es schaffen. Nur wenn sie heil vom Manaslu zurückkehrt, darf sie Charles interviewen.
Wir erleben nun Cecily Wang, ihr zukünftiges Team und andere Bergsteiger und Wanderer, welche sich zum Basislager vorarbeiten. Alles geschieht, um sich allmählich zu akklimatisieren. Cecily trifft auf den sympathischen Alain Flaubert, einen Bergführer aus Chamonix. Er hat noch andere Beweggründe, als nur den Manaslu zu besteigen. Ein Freund von ihm verunglückte tödlich. Alain glaubt nicht an einen Unfall. Er will der Sache auf den Grund gehen. Am nächsten Tag nach dieser Unterredung ist Alain nicht mehr
am Leben. Trotzdem gehts weiter zum Basislager. Cecily ist schockiert, dass man nach Alains Tod zur Tagesordnung übergeht. In jeder freien Minute schreibt sie in ihren Block. Die Daheimgebliebenen wissen, was vor sich geht. Die erste Nacht im Basislager ist für Cecily schwierig. Sie wird von schrecklichen Kopfschmerzen geplagt. Ein Mensch schleicht um ihr Zelt. Er pfeift. Dieses Pfeifen hat sie gehört, kurz bevor sie Alain vor ein paar Tagen an einem See verlassen hat.
Am nächsten Morgen ist die Angst wieder etwas verflogen und sie machen erste Übungen an einem Eisbruch. Ohne Unterstützung des barschen Doug wäre Cecily nichts gelungen. Sie beißt sich aber durch. Einige Tage später an der Hängewand, auch Schlüsselstelle genannt, droht sie wieder zu scheitern, hat Angst, sich lächerlich zu machen, bringt all ihre Kraft auf. Sie schafft auch diese Hürde.
Die Leute in ihrem Team sind teilweise schwierig. Sie lernt auch Irina Popova aus dem russischen Team kennen. Sie, Irina und Elise sind derzeit die einzigen Frauen. Elise hat schon große Erfolge erzielt. Cecily bewundert sie.
Immer wieder schleicht der Pfeifer in der Nacht umher. Als Geld gestohlen wird, Irina tot im Seil hängt, will Cecily abbrechen. Der Dieb wird ausgeflogen und kurz ist sie versucht, in den Hubschrauber zu steigen. Nein, sie will trotz allem weitermachen. Endlich taucht Charles auf. Dies tröstet Cecily ungemein. Zu ihm hat sie Vertrauen. Sie muss weitermachen. Sie braucht am Ende dieses Interview. Alles hängt jetzt vom Wetter ab, doch der Internetzugang klappt nicht mehr. Cecily und die anderen können keine Nachrichten mehr schicken und empfangen. Wer hat hier vielleicht sogar etwas manipuliert? Plötzlich ändert sich das Wetter zu ihren Gunsten. Obwohl andere Teams absteigen, steigt Cecilys Team auf. Der Verantwortliche hatte einen Screenshot. Danach hat er sich
gerichtet!
Nun steigt die Spannung. Das Zeitfenster ist jetzt dermaßen kurz, Unruhe kehrt ein. Die Leute geraten aneinander, haben unterschiedliche Meinungen zum Gipfelsturm.
Zwischendurch war ich gar nicht so richtig begeistert, was sich aber zum Ende des Thrillers änderte. Die Spannung steigt tatsächlich ins Unermessliche.
Ja, ich möchte Der Aufstieg empfehlen.