Am Anhalter Bahnhof in Berlin ist im Jahr 1925 viel Betrieb. Besonders wenn der Grand Express zur Abfahrt an den Gleisen bereit steht, wird es hektisch. Unter der Oberaufsicht des Kondukteurs Egon Schröter sollen den Fahrgästen der exklusiven ersten Klasse alle Wünsche von den Augen abgelesen werden. Das wird diesmal nicht einfach für das Personal, denn es mischen sich einige Gäste unter die Passagiere, die nicht das sind, was sie vorgeben. Allen voran die Industriellenfamilie von Bosch. Das Familienoberhaupt Ernst von Bosch ist ein herrschsüchtiger Mann, selbstgerecht und arrogant. Seine Frau Olga erträgt ihn mit stoischer Gleichmut und seine Tochter Franziska geht ihren eigenen Weg. Doch Egon Schröter ist nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen. Er kennt die Menschen und ihre vielen Eigenarten.
Mit dem Roman "Grand Express - Nachtzug in ein neues Leben" unternimmt man eine Luxusreise - ähnlich wie mit dem Orient Express. In Paula Nicolais Roman geschieht zwar kein Mord, aber die Passagiere nehmen es mit der Gesetzestreue trotzdem nicht so genau. So entstand eine kurzweilige Geschichte, in der es von kuriosen Typen nur so wimmelt. Das Zugpersonal ist wirklich nicht zu beneiden. Paula Nicolais Schreibstil ist erfrischend, jedoch versteht sie es auch, manchmal nachdenkliche Töne anzuschlagen. Beides gelingt ihr vorzüglich. Sie beschreibt die Menschen so, daß man sie genau vor Augen hat. In dem Roman kommt wirklich keine Langeweile auf. Es passiert stets etwas und zum Schluß überraschen einige Charaktere den Leser!