Solider Thriller mit etwas schleppendem Beginn und spannender zweiter Hälfte. Insgesamt eine kreative wenn auch etwas absurde Idee.
Vorweg - ich habe das Buch an einem Abend gelesen, da der Schreibstil wirklich sehr angenehm und flüssig ist. Eric Sanders wird nachdem er im Tatort bekannt wurde, von einem Unbekannten per Social Media belästigt. So weit so gut, Erics Umgang damit war sehr verständlich und auch so wirkte seine Sorge greifbar. Letztlich kommt es dazu, dass der Unbekannte ihn erpressen möchte - Eric solle seine Vergangenheit preisgeben. Das Problem dabei ist, dass Eric nichts mehr darüber weiß. So kommt es zu einer Jagd nach seinen eigenen Erinnerungen, die ihn zu verschiedenen Journalisten, Psychotherapeuten und alten potenziellen Orten seiner Vergangenheit bringt. Der Plot ist durchaus interessant, Eric bekommt seine Erinnerungen zurück und merkt, dass sein ganzes Leben auf einer Lüge basierte. Wo sich die erste Hälfte des Buches noch an mancher Stelle gezogen hat, möchte man in der zweiten sofort wissen, was nun passiert ist. Die Auflösung des ganzen ist etwas wild, nicht dass es keinen Sinn ergeben würde, der Plot ist gut gestrickt, aber es wirkt etwas absurd. Wenn man darüber hinweg sieht, macht Erics Leben und Geschichte jedoch durchaus Sinn.Eric selbst bleibt ein eher blasser Charakter, was dem Buch aber nicht unbedingt schlecht tut. Ähnlich sieht es bei den anderen Figuren aus. Schade fand ich letztlich, dass einige Andeutungen und offene Fragen zum Ende ungeklärt bleiben. Die hätten dann auch nicht ins Buch gestreut werden müssen, da man so immer dachte, es könnte etwas mit dem Fall zu tun haben. Auf den letzten zwei Seiten erwartet einen nochmal ein großer Plot Twist, das muss man mögen. Mir persönlich war das einen Ticken zu unauthentisch, auch wenn der Autor es durch einen einzigen Satz schlüssig zu erklären weiß.Insgesamt ein solider, spannender Thriller, der sich gut lesen lässt.