Intensiv, emotional und voller Loyalitätskonflikte ¿ eine Mafia-Romance, die unter die Haut geht und lange nachhallt
Faithful hat mich direkt wieder in diese raue, gefährliche Welt hineingezogen, die Sadie Kincaid so mühelos erschafft. Band zwei der Chicago Ruthless-Reihe fühlt sich intensiver, emotionaler und noch konfliktreicher an - als würde jede Entscheidung schwerer wiegen, jede Berührung mehr bedeuten.Was mir besonders gefallen hat, ist die emotionale Entwicklung der Protagonistin. Sie wirkt stärker, entschlossener, aber auch verletzlicher, weil sie gelernt hat, wie weh Vertrauen tun kann. Ihre innere Zerrissenheit zwischen Loyalität und eigenen Bedürfnissen ist greifbar, und ich habe jede ihrer Zweifel und Hoffnungen mitgefühlt.Der männliche Gegenpart bleibt genau das, was man erwartet und gleichzeitig fürchtet: dominant, beschützend, gefährlich - und doch mit Rissen in seiner Fassade. Zwischen den beiden herrscht eine Spannung, die weniger explosiv ist als im ersten Band, dafür aber tiefer geht. Es ist nicht mehr nur Begehren, sondern das Ringen um Vertrauen, um Ehrlichkeit und um die Frage, ob Liebe in einer Welt voller Gewalt und Machtspiele überhaupt Bestand haben kann.Sadie Kincaid schafft es erneut, Action, Emotionen und Romance geschickt zu verbinden. Die Mafia-Elemente sorgen für konstante Spannung, während die Beziehung der Figuren immer mehr Raum einnimmt. Besonders mochte ich, dass es nicht nur um Leidenschaft geht, sondern um Entscheidungen, Konsequenzen und Opfer.Der Schreibstil ist flüssig, intensiv und emotional aufgeladen. Man fliegt durch die Seiten, während man gleichzeitig immer wieder innehält, weil ein Moment oder ein Gedanke besonders trifft. Faithful ist kein ruhiger Band - er fordert seine Figuren und auch die Leser:innen.Als ich das Buch beendet habe, blieb dieses bittersüße Gefühl zurück: zufrieden, aber auch mit dem Wunsch, noch tiefer in diese Welt einzutauchen. Band zwei zeigt, dass die Reihe nicht an Stärke verliert, sondern emotional wächst.