Vor 20 Jahren ist der erste Roman von Sebastian Fitzek erschienen - "Die Therapie" - und zu diesem Jubiläum ist das Buch nun als limitierte Hardcover-Sonderausgabe erschienen. Ich habe es 2010 bereits gelesen, allerdings wusste ich nichts mehr davon, nur dass ich es damals verwirrend fand. Dass ich es während eines Ballermann-Urlaubs gelesen habe, hat damals sicherlich nicht geholfen ;) Von daher war ich absolut bereit für einen Reread und habe beim Lesen gemerkt, dass ich tatsächlich gar nichts mehr vom ersten Lesen wusste. In der Geschichte geht es um Viktor Larenz. Er war Psychiater, bis seine zwölfjährige Tochter verschwand. Seit vier Jahren gibt es keine brauchbaren Spuren und Viktor kann mit seinem Leben nicht wirklich weitermachen. Er zieht sich in ein abgelegenes Ferienhaus zurück. Dort begegnet ihm eine Unbekannte. Obwohl er nicht mehr praktiziert, beginnt er mit ihr Therapiegespräche, denn sie leidet unter starken Wahnvorstellungen, die sich um ein kleines Mädchen drehen. Je mehr diese Frau erzählt, umso mehr Verbindungen zieht Viktor zwischen seiner Tochter und dem Mädchen aus ihren Wahnvorstellungen. Wird er langsam verrückt oder weiß die Frau mehr als sie zugibt und spielt ein perfides Spiel mit ihm? Das war mal wieder ein Ritt! Wie man es von Fitzek gewohnt ist, reihen sich kurze Kapitel mit Cliffhangern aneinander, dazwischen noch Wechsel in der Zeitebene, und man kann sich dem Buch nicht entziehen. Ich habe es in weniger als 24 Stunden gelesen und hing gespannt an jeder Seite. Ja, es ist verwirrend. Ja, man fragt sich die ganze Zeit, was da los ist und wie bestimmte Dinge möglich sein sollen. Und ja, die Auflösung ist sicherlich Geschmackssache, aber definitiv ein heftiger Plottwist, der mehr als überrascht. Fazit: Ein fesselnder, psychologischer Thriller, der einen nicht mehr loslässt, durchgängig spannend unterhält und ein überraschendes Ende bietet.