Ich liebe sie so, diese außergewöhnlichen kleinen Momente, die sich hier zwischendurch bieten, wenn man sie nur lässt und aufmerksam ist. (S. 105)
Ich liebe die Bücher von Julia Rogasch sehr. Passend zur sommerlichen Hitze habe ich nun Sommerliebe im kleinen Eisladen am Meer aus dem Ullstein-Verlag gelesen
Hauptprotagonisten sind Ella und Finn, die beste Freunde aus Kindheitstagen sind. Irgendwann hat sich aus der Kinderfreundschaft eine Jugendliebe entwickelt, und letztendlich kam es zum kompletten Abbruch. Seither hatten die beiden keinen Kontakt mehr, bis ihre Patentante Ellen sie gemeinsam zu sich einlädt. Mehr sei nicht verraten.
Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von Ella und Finn geschildert, so dass man sich in beide gut hineinversetzen kann. Sie sind richtige Herzensmenschen. Mein absoluter Favorit war aber Ellen. Solch eine Patentante kann man sich nur wünschen.
Die Geschichte wird sehr gefühlvoll und auch emotional dargestellt. Ich habe so richtig mitgefiebert. Es ist auch ein kleiner Spannungsbogen enthalten. Nur langsam kommt man hinter die Geheimnisse der Vergangenheit. Auch die Liebesgeschichte entwickelt sich langsam und wird mit viel Feingefühl geschildert. Es ist eine gute Portion Tiefgang enthalten, so geht es um Vergangenheitsbewältigung und zweite Chancen.
Sylt wird wunderschön dargestellt und man fühlt sich fast wie vor Ort beim Lesen. Zugleich wirtd eine wunderbare Atmosphäre erzeugt. Der Himmel war wie eine Leinwand, auf die eine Explosion an Farben projiziert wurde, die ihresgleichen suchte (S. 169). Ganz nebenbei erhält man auch einen kleinen Einblick in die Eisherstellung.
Fazit: Ein absoluter Herzensroman und für mich mein bisheriges Sommerhighlight. Wenn ihr einen herzerwärmenden Roman mit viel Sommerfeeling und Syltflair lesen wollt, dann kann ich euch diesen Roman sehr empfehlen.
Zum Abschluss ein Zitat von S. 344: Für mich haben Sonnenuntergänge immer etwas Melancholisches, aber auch etwas Schönes. Es geht etwas zu Ende, was man ganz genau kennt und erlebt hat, Ruhe kehrt ein, man nimmt Abschied. Aber etwas Neues, noch nie Dagewesenes steht bereits in den Startlöchern.