Wow, das war mal eine ganz neue Erfahrung, denn sowas habe ich noch nie gelesen. Komplett anders, aber trotzdem gut.
Zum Inhalt:
Jan Petersen ist ein junger Student, der weder mit seiner Mutter, noch mit seiner Großmutter viel Kontakt hat. Mit seiner Oma verbindet er allerdings schöne Kindheitserinnerungen, auch wenn ihm seit sein Vater verstorben ist der Glaube beider Frauen gehörig auf die Nerven geht.
Als er eher aus Versehen, als aus echtem Interesse seiner Großmutter am Handy zusagt, sie zu ihrem Geburtstag auf Helgoland zu besuchen, ist ihm nicht bewusst, dass die damit verbundene Fahrt auf der Fähre sein Leben für immer verändern würde.
Denn während der Überfahrt kommt ein Sturm auf und es kommt nicht nur zu rätselhaften Begegnungen, sondern er geht sogar über Bord . und landet in einer anderen Zeit!
Einerseits erleichtert, überlebt zu haben, ist er andererseits komplett in Panik und versucht zu verarbeiten, dass er sich nicht mehr im Jetzt, sondern im Jahr 1792 befindet. Wie um alles in der Welt konnte das geschehen?
Doch es kommt schlimmer: Immer und immer wieder wird er in andere Epochen versetzt und immer wieder taucht auch das geheimnisvolle Mädchen auf, welches er zum ersten Mal auf der Fähre gesehen hat.
Warum scheint sie Angst vor ihm zu haben und rennt immer davon? Was hat es mit all dem auf sich?
In dem Buch verfolgen wir Jans Reise durch die Zeiten und erfahren im Laufe der Handlung auch, wer das Mädchen ist und was das alles mit ihm und auch einem sehr alten Mann auf der Fähre zu tun hat.
Wir dürfen außerdem zusammen mit Jan erleben und erkennen, dass der Glaube an Gott egal in welcher Epoche das tragende Fundament ist. Uns Stärke, Halt und Zuversicht gibt.
Es gefiel mir gut, wie der junge Mann durch diverse Begegnungen gute, wie auch schlechte - anfing, sich selbst Fragen zum Thema Glauben und Vertrauen zu stellen. Wo stand er eigentlich wirklich in seiner Beziehung mit Gott?
Ich habe da vor allem Tjara und den Mönch Edo geliebt. Der simple Zugang der beiden zum Glauben und Gott, aber auch die Weisheit, die der Mönch an den Tag legt und mit welcher Einfachheit und in wie viel Liebe und Güte er seinen Glauben auslebt all das hat mich zutiefst berührt und ermutigt.
Die Protagonisten waren für mich daher gar nicht mal die, die mich am meisten angesprochen haben, sondern es waren tatsächlich die Nebenfiguren.
In Summe ist Die Ufer der Zeit ein interessantes Leseerlebnis. Manchmal war es mir fast zu turbulent, andere Mal etwas langatmig und dann wieder so mitreißend, dass ich nur so durch die Seiten flog.
Alles in allem definitiv ein Buch, das man nicht so schnell vergessen wird und das mir spannende Lesestunden beschert hat.