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Ein Freund des Verblichenen

Roman. Originaltitel: Milyj drug, tovarisc pokojnika. 'detebe Diogenes Taschenbücher'.
Taschenbuch
Tolja möchte am liebsten Selbstmord begehen, aber er weiß, dass er dafür zu feige ist. Darum vergibt er den Auftrag per Postfach an einen professionellen Killer. Als er aber Lena trifft, will er plötzlich nicht mehr sterben. Doch der Profi ist bereit … weiterlesen
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Ein Freund des Verblichenen als Taschenbuch

Produktdetails

Titel: Ein Freund des Verblichenen
Autor/en: Andrej Kurkow

ISBN: 3257233671
EAN: 9783257233674
Roman.
Originaltitel: Milyj drug, tovarisc pokojnika.
'detebe Diogenes Taschenbücher'.
Übersetzt von Christa Vogel
Diogenes Verlag AG

1. September 2003 - kartoniert - 144 Seiten

Beschreibung

Tolja möchte am liebsten Selbstmord begehen, aber er weiß, dass er dafür zu feige ist. Darum vergibt er den Auftrag per Postfach an einen professionellen Killer. Als er aber Lena trifft, will er plötzlich nicht mehr sterben. Doch der Profi ist bereits unterwegs.

Portrait

Andrej Kurkow wurde am 23.4.1961 in St. Petersburg (Leningrad) geboren, lebt aber seit seiner Kindheit in Kiew. Schon als Siebzehnjähriger wurde er mit seinen Kurzgeschichten zum Vorlesen bei Hochzeiten und anderen Festen eingeladen. Er absolvierte das Kiewer Fremdspracheninstitut (neben Englisch und Japanisch spricht er noch 9 weitere Sprachen) und wollte Diplomat werden, was ihm aber mangels Beziehungen nicht gelang. Als Student hatte er eine Kakteenzucht mit einigen hundert verschiedenen Pflanzen - die ihm aber alle eingingen, als er sich verliebte. Nach dem Studium arbeitete er kurz als Herausgeber einer Ingenieurszeitschrift, bis er den Chefredakteur bei einem Plagiat erwischte. Es folgte der Militärdienst, den er als Gefängniswärter im Gefängnis von Odessa ableistete. Danach wurde er Kameramann und begann, Drehbücher zu schreiben. Seit 1996 ist er freier Mitarbeiter bei Radio und Fernsehen und freier Schriftsteller. Nach seinen Drehbüchern wurden bisher 17 Filme gedreht, neben vielen Erzählungen, die in Literaturzeitschriften abgedruckt waren, hat er bisher 4 Kinderbücher und 4 Romane veröffentlicht.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 25.04.2002

Wir sind hier nicht in Neapel, Iwan
Kein Auftragsmord nach Ladenschluß: Andrej Kurkow trinkt Tee

In Rußland ist der Winter kalt, das Geld wertlos, die Frauen gehen auf den Strich, die Männer sind Killer oder sie sitzen den ganzen Tag am Küchentisch und starren aus dem Fenster oder ins Wodkaglas. Sie denken darüber nach, was sie nicht sind und was sie nicht können, sie finden alles sinnlos und nennen das "russische Seele", sie warten, daß irgend etwas von selbst kaputtgeht, vielleicht, daß ein Bild von der feuchten Wand fällt, und bezeichnen es als "Schicksal". Dieses Russischsein ist nicht nur eine Erfindung Iwan Gontscharows, der ihm den Namen des Fürsten Oblomow gegeben hat, im Grunde ist es der real existierende russische Traum.

Tolja, der Antiheld des Romans "Ein Freund des Verblichenen" ist ein solcher Russe, obwohl er wie sein Erfinder, der Autor Andrej Kurkow, in Kiew, also der Ukraine lebt. Er ist ein moderner Oblomow in den surrealen Zeiten der postsowjetischen Mafiawirtschaft. Er sitzt in der Küche und bedauert, daß er nicht raucht, weil seine Trostlosigkeit als Rauch eigentlich am schönsten über ihm hängen würde. Statt dessen trinkt er massenhaft Kaffee und Tee. Tolja ist Anfang Dreißig, liebt seine Frau nicht mehr, hat keinen Beruf und will nicht mehr leben. Weil er aber kein Typ für Selbstmord ist, engagiert er sich einen Killer, der dort in Kiew billig zu haben ist.

Doch nun ist Tolja ein Mensch, dem, wie er selbst sagt, immer das Gegenteil einer Rolle zukommt, und deshalb geht auch sein Ableben schief. Das Café, in dem er umgebracht werden soll, schließt an diesem Abend früher als gewöhnlich. Und wieder einmal übernimmt das Schicksal die Regie, diesmal allerdings eine vorteilhafte, denn er hat zwischenzeitlich ein Mädchen kennengelernt, eine Freizeitnutte, die ihm das Leben längst wieder lebenswert gemacht hat. Nun heißt es, den Killer zu stoppen, was nicht einfach durch Auftragsentzug geht, sondern nur durch das Killen des Killers.

Etwas Surreales hat diese ironisch dahinsinnierende Kriminalgeschichte, die in Blockflötenintonation die Motive ihrer großen literarischen Vorgänger nachspielt: Bulgakows apokalyptisch-albtraumhafte Stadtszenerien und Dostojewskis Gedankenschwere. Kurkow aber läßt seinen Tolja so viel Küchenphilosophie über zurückerhaltenes Leben, alte Schuldkomplexe und "die Natur der Wünsche" in seinem Samowar aufkochen, daß man bald nur noch den Wasserkessel blubbern hört, es aber nach nichts mehr schmeckt.

In schnoddriger Übersetzung und oberflächlich lektoriert, folgt dieser Roman all zu routiniert auf die beiden ersten Erfolgswerke des Autors "Picknick auf dem Eis" und "Petrowitsch". "Meine Gedanken kreisten um geringfügige Dinge, nichts Erhabenes, nichts wirklich Philosophisches", kokettiert Tolja einmal. Man soll ihm das natürlich nicht glauben, aber man muß es wohl doch. Am Ende wird Tolja gar zum Doppelgänger, aber auch das kennt man schon aus anderer, besserer Feder.

DORIS MEIERHENRICH.

Andrej Kurkow: "Der Freund des Verblichenen". Diogenes Verlag, Zürich 2001. 142 S., geb.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.

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