Zutiefst menschliche Konflikte aus der Sicht eines winzigen Teils eines zerstörten riesigen Raumschiffs grandios beschrieben.
Breq ist die einzige überlebende Hilfseinheit des RaumschiffsGerechtigkeit der Torren. Sie ist unterwegs, um sich an Anaander Minaai zu rächen, dem Herrscher des Weltenreichs der Radch, der nicht nur dieGerechtigkeit der Torrenzerstören ließ, was schlimm genug wäre, sondern auch eine der Hilfseinheiten des Schiffes dazu benutzt hat, deren Lieblingsmenschen zu erschießen, was unverzeihlich ist. Rache dieser Art scheint unmöglich, da sich Anaander Minaai außerdem noch in eine schlechte und eine gute, eine schuldige und eine weniger schuldige Hälfte aufgespalten hat. Doch Rache ist das Einzige, wofür Breq noch existiert.Das Konzept empfindungsfähiger Raumschiffe hat es schon bei Iain M. Banks gegeben. Doch Ann Leckie steigert die Erlebbarkeit eines solchen Raumschiffes noch, indem sie eine der Hilfseinheiten zu ihrer Hauptfigur macht. Wie durch ein Facettenauge bietet sich dem Leser die Sicht des Schiffes auf die Ereignisse an. Durch die Konzentration auf die Hilfseinheit Eins Esk vermeidet es die Autorin in bewundernswerter Weise, dass die extreme Zersplitterung der Schiffsperspektive die Geschichte komplizierter werden lässt, als sie sowieso schon ist.Konnte Eins Esk Zuneigung für Leutnantin Awn entwickeln, weil sie bereits mehr Individualität besaß als andere Hilfseinheiten, oder hat die sich entwickelnde Zuneigung zu Awn zur Ausbildung von Eins Esks stärkerer Persönlichkeit geführt, mit wohlwollender Erlaubnis derGerechtigkeit der Torren? Diese Vermischung maschineller (unfreier) mit aufkeimenden menschlichen (freieren) Empfindungen macht die Sichtweise von Breq/Eins Esk so überaus interessant.Außerdem war ich über alle drei Teile der Trilogie hinweg fasziniert von Seivarden, der alle möglichen schlechten Eigenschaften auf sich vereint und dabei so liebenswert erscheint.Fünf Sterne für "Die Maschinen" und auch die beiden folgenden Teile der Trilogie, weil die dargestellten Konflikte alle so zutiefst menschlich sind, obwohl sie aus der Sicht eines winzigen Teils eines zerstörten riesigen Raumschiffs beschrieben sind. Der Ideenreichtum ist so immens wie die emotionale Tiefe.