Familiensaga umrahmt von den turbulenten Jahren des 1. Weltkriegs und der Weimarer Republik
Eingewoben in die Irrungen und Wirrungen der deutschen Geschichte Anfang des 20. Jahrhunderts hangelt sich Charlotte Link mit ihrer Protagonistin Felicia gewohnt stilsicher durch Ostpreußen, Berlin, München, St Petersburg und wieder zurück. Die Saga ist packend erzählt, aller paar Seiten prasseln Tod, Drama, Hass und Liebe auf einen ein - es wird dem Leser etwas schwindlig mit den vielen Namen, Orten und Wendungen. In Deutschland und Europa passiert viel, und so auch in Felicias Leben und Familie. Der Roman ist ein Prosa gewordenes Geschichtsbuch. Dennoch wird man mit Felicia nicht warm, sie ist doch eher schlecht als recht, das Happy End bleibt aus, am Ende bleibt ein fahler Beigeschmack. Was ist Moral oder woher kommen Überzeugungen? Sind berechnende Menschen die erfolgreicheren? Gibt es keine Liebe? Brauchen wir Familie? Charlotte Link lässt diese Fragen offen und das macht das Buch zwar zu einen sehr guten runden historischen Roman, aber gestaltet die emotionale Entwicklung ihrer Protagonisten doch ein wenig schwach und gegen Ende mit heißer Nadel gestrickt. Für alle mit Sinn für große Familiendramen vor historischer Kulisse, ohne Zwang zu Happy End, dennoch zu empfehlen.