Der Ratgeber Migräne Doc stammt von Prof. Dr. med. Dagny Holle-Lee. Er ist im Becker Joest Volk Verlag erschienen. Holle-Lee ist Professorin für Neurologie am Universitätsklinikum Essen. Sie leitet dort das Westdeutsche Kopfschmerzzentrum. Weiterhin ist sie an der Erstellung nationaler und internationaler Leitlinien für Kopfschmerzerkrankungen beteiligt.
Bereits aus dem Inhaltsverzeichnis ist ersichtlich, dass der Schwerpunkt der Wissensvermittlung auf der Nutzung von Fallbeispielen aus der Praxis liegt. Bei diesen werden zu unterschiedlichen Diagnosen die dazu passenden Lösungsansätze erläutert. Das passt sehr gut dazu, dass die Autorin ihr Wissen zum großen Teil über ihre Patienten und deren Geschichten vertieft hat.
Das Buch beginnt mit der Vermittlung von Grundlagenwissen zu Migräne, wie beispielsweise, dass Migräne nicht zwingend als heftiger Kopfschmerz auftreten muss, sondern auch als Schwindel oder Sehstörung auftreten kann, wie Migräne diagnostiziert werden kann und welche Trigger Migräne auslösen können. Weiterhin gibt es Informationen zur Akuttherapie und Migräneprophylaxe. Anschließend geht die Autorin auf die Besonderheiten von Migräne bei Kindern und Frauen ein. Sie zeigt auch auf, welche Krankheiten es noch sein könnten, wenn es sich nicht um Migräne handelt. Außerdem wird aufgezeigt, welche Ratschläge unsinnig sind.
Sehr hilfreich finde ich, dass die Autorin selbst unter Migräne leidet, da sie sich dadurch besser in die betroffenen Personen hineinversetzten kann. Durch die vielen Fallbeispiele ist die Wissensvermittlung sehr anschaulich und plastisch, sowohl in Bezug auf die unterschiedlichen Migränearten und ihre Begleiterscheinungen als auch die Therapien. Ich vermisse allerdings Tabellen, in denen die verschiedenen Migränearten, ihre Begleiterkrankungen und dazugehörige Maßnahmen bzw. Prophylaxemöglichkeiten übersichtlich dargestellt sind. Sehr gut gefällt mir neben dem verständlich geschriebenen Text die Nutzung von Info-Boxen und dass die Fallbeispiele durch einen farbigen Hintergrund leicht zu erkennen sind.
Durch die Fallbeispiele wird aufgezeigt, dass Menschen mit Migräne nicht alleine sind. Auch schreibt die Autorin sehr deutlich, dass es keine hoffnungslosen Fälle bzw. austherapierte Migränepatienten gibt, sondern auch bei diesen noch Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation bestehen. Dieses motiviert ebenfalls sich weiter mit Verbesserungsmöglichkeiten zu beschäftigen.
Das Buch ist insbesondere für Personen geeignet, die gerne anhand von Fallbeispielen Informationen und Ratschläge erhalten. Diese führen meist zu etwas längeren Texten und Erklärungen. Wer möglichst viele Informationen mit wenig Text und vielen Übersichten und Zeichnungen erhalten möchte, ist bei diesem Buch falsch.