Ein vermisstes Mädchen, viele Geheimnisse und ein Dorf, in dem irgendwie jeder etwas zu verbergen hat. Finsteres Erzgebirge konnte mich auf voller Linie überzeugen.
Danielle Zinn hat es geschafft, das Dorf stark in die Handlung mit einzubauen. Neben örtlichen Begebenheiten spielen vor allem die Bewohner eine große Rolle. Von der Großfamilie, die sehr seltsam reagiert, bis zum Pfarrer, der ebenfalls etwas zu verbergen scheint. Das komplette Dorf ist natürlich auch bei der Walpurgisnacht am Feuer versammelt. Ein Mädchen verschwindet und ein Ermittler versucht, die Menschen im Dorf zum Sprechen zu bringen. Überragend eingefädelt, überragend gestaltet und überragend aufgedröselt. Ein toller Schreibstil und kurze Kapitel haben für mich die Sache noch abgerundet. Ergänzt wird das Ganze hier mit einem Cold Case aus einem anderen Dorf. Auch hier haben mir die Ermittlungen richtig gut gefallen!
Ermittler Alexander Berghaus ist mir zudem sehr sympathisch gewesen. Seine Partnerin war mir hingegen nicht nur unsympathisch, sie hat mich richtiggehend aufgeregt Und die Dynamik zwischen den beiden, ist auch das Einzige, was ich an Finsteres Erzgebirge kritisieren würde. Ich habe die Beziehungsdynamik zwischen den Beiden nämlich zu Beginn nicht verstanden. Am Anfang ist es mir genau deshalb echt schwer gefallen, in die Geschichte zu finden. Als Danielle Zinn dann das, was in den beiden Vorgänger-Bänden passiert sein muss, eingeflochten hat, hat sich der Nebel gelichtet.
Trotzdem hat es die Autorin für mich geschafft, einen wirklich starken Kriminalroman zu schaffen. Den ich innerhalb von 24 Stunden inhaliert habe. Und der für mich zum
absoluten Highlight wurde. Auch wenn ich mit Finsteres Erzgebirge mit Teil 3 einer Reihe begonnen habe, werde ich mir nun auch die Vorgänger-Bände schnappen. Ich will zu gern wieder ins Erzgebirge zurückkehren!