Atmosphärischer Roman über eine starke junge Frau
Stand lang Regal, jetzt hab ich's gelesen: Delia Owens: Der Gesang der Flusskrebse, @hanserblau, 457 SeitenKya lebt, nachdem die Mutter, die Geschwister und schließlich auch der Vater die Familie verlassen haben, ganz allein im Marschland. Obwohl sie nicht zur Schule geht, lernt sie durch ihren Freund Tate lesen und schreiben. Das "Marschmädchen" erfährt in ihrer Isolation Ablehnung und Hohn der Bewohner des kleinen Ortes. Als dann schließlich Chase, mit dem Kya eine Zeitlang zusammen war, tot aufgefunden wird, wird sie schnell verdächtigt, einen Mord begangen zu haben.Das Buch erinnerte mich von Anfang an in seiner Erzählweise an Harper Lees "To Kill a Mockingbird". Vielleicht, weil die Übersetzer des Romans auch schon Werke von Harper Lee übersetzt haben? Das würde den einzigartigen Ton erklären.wie Kya ihr Leben alleine wuppt und sich schon als kleines Mädchen selbständig und selbstbewusst in ihrem Leben einrichtet, fand ich sehr beeindruckend. Auch, dasssie mit Jumpin und seiner Frau stillen Support und Zuverlässigkeit findet, fand ich tröstlich zu lesen. Ich mochte diese beiden liebenswerten und herzensguten Charaktere von Anfang an. Trotzdem war es schmerzhaft zu lesen, was der frühe Verlust der Mutter und das Fehlen von Familienstrukturen mit Kya machen. Sie verliert ihr Urvertrauen, sie hat unglaubliche Probleme zu vertrauen und fürchtet das Verlassenwerden mehr als die Einsamkeit.Sehr raffiniert: der Plot-Twist 2009!Ich hab das Buch gerne gelesen, es hat mir gut gefallen, aber im direkten Vergleich zu Harper Lee fand ich Harper Lee doch einen Ticken besser.Auf alle Fälle aber eine schön erzählte, im Gerichtsverfahren wirklich spannende, insgesamt zarte und nachdenkliche Geschichte über eine starke Außenseiterin, die ihr Leben selbst in die Hand nimmt. " [...] Wesen, die so zurückgezogen leben, geraten schnell in Vergessenheit."